Die Polizei auf Gran Canaria hat heute zwei Zentren von Quorum Social 77 durchsucht und zwei Verantwortliche festgenommen. Im Rahmen einer gerichtlichen Operation wegen Gewalt gegen Minderjährige durchsuchten Einsatzkräfte des Cuerpo General de la Policía Canaria am Morgen zwei von Quorum Social 77 betriebene Einrichtungen in Arinaga (Agüimes) und Firgas. Die Maßnahmen erfolgten auf Anordnung des Juzgado Nummer 3 für Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Las Palmas de Gran Canaria.
Insgesamt führten die Beamten sechs Durchsuchungen durch, darunter die genannten Zentren. Zwei Personen, die mit der Leitung der Organisation in Verbindung stehen, wurden festgenommen. Die Ermittlungen laufen seit dem 19. Mai und wurden vom zuständigen Richter zur Geheimhaltung erklärt. Die eingesetzten Polizisten gehören zu einer Spezialeinheit, die direkt dem Gericht unterstellt ist.
Zentren für Minderjährige auf Gran Canaria im Fokus
Ein sofortiger Betriebsschluss des Zentrums in Arinaga, in dem 148 minderjährige Migranten untergebracht sind, ist nicht ausgeschlossen. Die Generaldirektion für Kinderschutz und Familien der Kanarischen Regierung bereitet bereits einen Notfallplan für die Verlegung der Jugendlichen in andere Einrichtungen auf den Kanaren vor. Wegen der hohen Auslastung erfolgt die Umsiedlung schrittweise.
Die aktuelle Aktion ist Teil der zweiten Phase einer umfassenderen Untersuchung, die nach der Schließung des Zentrums Fortaleza I in Santa Brígida im Mai begann. Auch dieses Zentrum wurde von Quorum Social 77 betrieben. Damals kam es nach Vorwürfen von Misshandlungen, Erniedrigungen und Einschüchterungen gegenüber unbegleiteten minderjährigen Migranten zu neun Festnahmen. Die Ermittlungen richten sich auf mögliche Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit, auf Körperverletzung, Bedrohung und Unterlassung der Verhinderung von Straftaten.
Kinderschutz auf den Kanaren: Regierung reagiert
Die Regierung der Kanarischen Inseln hat ihr Engagement für den Schutz der im System untergebrachten Minderjährigen bekräftigt und alle verfügbaren Ressourcen aktiviert, um eine sichere und würdige Unterbringung zu gewährleisten. Die Abteilung für Soziales, Gleichstellung, Vielfalt und Jugend arbeitet weiterhin eng mit dem Juzgado Nummer 3 und der Polizei zusammen. Das Ermittlungsverfahren bleibt weiterhin unter Verschluss.
Die Ereignisse vom Mittwoch verstärken die Debatte über die Notwendigkeit einer Überprüfung der von Partnerorganisationen betriebenen Unterbringungsmodelle auf den Kanaren. Bis zu einer endgültigen gerichtlichen Entscheidung ist mit einer Ausweitung der Überwachungs-, Kontroll- und Prüfmaßnahmen für alle kooperierenden Einrichtungen auf dem Archipel zu rechnen.

