Der sozialistische Parlamentsblock hat im Plenum des kanarischen Parlaments am Dienstag eine soziale Notlage auf den Kanaren beklagt. Die Abgeordneten Sebastián Franquis, Nira Fierro und Elena Máñez warfen der Regierung von Fernando Clavijo (Coalición Canaria) und dem Partido Popular nach zwei Jahren Legislatur Stillstand, zunehmende soziale Ungleichheit und einen massiven Verfall öffentlicher Dienstleistungen vor.
Franquis kritisierte, dass die Regierung Clavijo und Domínguez die Kanaren zu einer verletzlicheren und ungleicheren Gemeinschaft gemacht habe. „Die Kanaren werden heute schlechter verwaltet als vor zwei Jahren“, sagte Franquis. Er warf der Regierung vor, mehr als 2500 Millionen Euro des Haushalts nicht umgesetzt zu haben.
Soziale Notlage auf Teneriffa: Kritik an Regierung Clavijo
Der Sozialist warnte vor einem Kollaps bei Wohnraum, Pflege, Gesundheit und Bildung. Er bemängelte den unkontrollierten Anstieg von Ferienwohnungen, die Vernachlässigung von Pflegebedürftigen und die wachsende Prekarität im öffentlichen Dienst. Zudem bezeichnete Franquis die aktuelle Regierung als „die teuerste in der Geschichte der Kanaren“ und kritisierte das fehlende Krisenmanagement von Clavijo in der Migrationsfrage.
Nira Fierro, Präsidentin der sozialistischen Fraktion, forderte eine Rüge für Vizepräsident Manuel Domínguez wegen dessen Umgang mit der Migrationskrise. Sie warf ihm vor, „die Kanaren zu verraten“ und den Dialog mit der Zentralregierung zu blockieren. Die von Domínguez an das Ministerium für Kinder verschickte Ablehnung zur Änderung des Ausländergesetzes nannte sie „beschämend“.
Kritik an Haushaltsführung und Sozialpolitik auf den Kanaren
Fierro kritisierte außerdem das Verschwinden von Domínguez in Krisenzeiten. „Heute sind mehr als tausend Betten mit entlassenen Patienten belegt und Sie schweigen. Als es 450 waren, haben Sie lautstark protestiert“, sagte sie. Sie warf der Regierung vor, mehr als 1300 Millionen Euro nicht ausgegeben und steuerliche Versprechen gebrochen zu haben. Zudem bemängelte sie gravierende Mängel in Gesundheit, Bildung und Pflege.
Elena Máñez, Sprecherin für Soziales, warnte vor einem Zusammenbruch des öffentlichen Sozialsystems. Sie warf der Sozialministerin vor, Zahlen zu fälschen, Gesetze zu missachten und eine soziale Notlage zu verschärfen. Máñez berichtete, dass Säuglinge ohne familiäres Umfeld in Heimen leben und Familien bis zu drei Jahre auf eine Adoptionsbewertung warten müssen.
Warnung vor Zusammenbruch des Sozialsystems auf Teneriffa
Máñez wies zudem auf die Blockade der Kanarischen Bürgergeld-Rente hin: Über 9000 Anträge seien unbearbeitet, Wartezeiten betrügen bis zu 16 Monate. Das Pflegesystem sei zu einer „kosmetischen Operation“ geworden, bei der Statistiken wichtiger seien als echte Hilfe. Sie kritisierte Kürzungen bei Gleichstellungspolitik und mangelnde Unterstützung für Menschen mit Behinderung, die bis zu fünf Jahre auf Hilfe warten. „Die Regierung der Kanaren richtet irreparablen Schaden am Sozialsystem an“, schloss Máñez.


