Die spanische Regierung hat am Mittwoch mit dem Transfer von 50 minderjährigen Migranten begonnen, die bislang unter der Obhut der Kanarischen Inseln standen. Die Jugendlichen, alle älter als 16 Jahre und Asylbewerber, wurden in das Übergangszentrum Canarias 50 in Las Palmas de Gran Canaria gebracht, das vom Staat betrieben wird.
Diese Maßnahme ist Teil eines Plans der Zentralregierung, um einer Anordnung des Obersten Gerichtshofs nachzukommen. Das Gericht hatte den Staat verpflichtet, die Aufnahme von Minderjährigen zu übernehmen, deren Betreuung die Kapazitäten der autonomen Gemeinschaft übersteigt.
Transfer von Minderjährigen auf Gran Canaria gestartet
Die Jugendlichen sollen maximal 15 Tage im Übergangszentrum bleiben. Anschließend werden sie auf spezialisierte Einrichtungen in verschiedenen Regionen des spanischen Festlands verteilt. Die soziale Organisation Engloba betreut die Jugendlichen vor Ort und erstellt individuelle Gutachten, die über den endgültigen Aufenthaltsort entscheiden.
Die Regierung kündigte an, am Freitag einen weiteren Transfer von 50 Jugendlichen durchzuführen. Weitere Termine sind der 30. Juli, der 3. und 6. August. Insgesamt sollen zunächst 200 Minderjährige verlegt werden.
Spanische Regierung organisiert Betreuung und medizinische Versorgung
Die Aktion erfolgt in Abstimmung mit der kanarischen Regierung, die während der Übergangsphase weiterhin die Vormundschaft innehat. Medizinische Betreuung, psychologische Unterstützung und Polizeischutz sind gewährleistet. Alle Jugendlichen wurden medizinisch untersucht und verfügen über Dokumente, die ihren Asylantrag belegen.
Sandra Rodríguez, Generaldirektorin für Kinderschutz und Familie, betonte: „Dieses Verfahren ermöglicht es, Grundrechte zu sichern und das regionale System geordnet zu entlasten, ohne auf Kompetenzen zu verzichten.“
Mehr als 1000 Plätze für minderjährige Migranten auf dem Festland
Das Ministerium für Soziales hat mehr als 1000 Plätze für die endgültige Unterbringung geschaffen, davon 400 in Pozuelo de Alarcón und 350 in umgebauten Militäreinrichtungen. Die Verteilung der Jugendlichen erfolgt schrittweise nach individuellen Gutachten.
Mit diesem Vorgehen reagiert der Staat erstmals strukturiert auf die Überlastung des Kinderschutzsystems auf den Kanaren. Derzeit befinden sich mehr als 5800 unbegleitete Minderjährige unter staatlicher Obhut auf dem Archipel.











