Der spanische Staat hat nach Druck der kanarischen Regierung die Verlegungen von minderjährigen Asylsuchenden wieder aufgenommen. Zwei neue Transporte sollen die überfüllten Aufnahmezentren entlasten.
In einer dringlichen Sitzung zwischen der Regierung der Kanarischen Inseln und dem spanischen Migrationsministerium wurde beschlossen, dass am Samstag fünf minderjährige Geflüchtete aus Mali auf das Festland gebracht werden. Diese Kinder leben derzeit im Erstaufnahmezentrum Canarias 50. Der Transport ist der erste, seit der Staat am Dienstag angekündigt hatte, dass es in dieser Woche keine weiteren Verlegungen geben würde, was die kanarische Regierung empörte.
Verlegungen von Minderjährigen auf Teneriffa
Bei dem Treffen wurde zudem ein zweiter Transport für den 21. oder 22. August vereinbart. Dabei sollen zehn Jungen und zwischen fünf und zehn Mädchen verlegt werden, abhängig vom Fortschritt der Evaluierungen. Die Mädchen werden nächste Woche von einem Team der Organisation Engloba und Fachleuten der Generaldirektion für Kinderschutz untersucht, um ihre Verlegung zu bestimmen.
Die Lage auf den Kanaren ist angespannt: 1070 minderjährige Asylsuchende sind derzeit in der Obhut des Systems für internationale Schutzaufnahme (SNAPI). Die kanarische Regierung betont, dass bei Einhaltung des neuen Zeitplans bis Ende nächster Woche zwischen 25 und 30 Minderjährige von den Inseln auf das Festland gebracht werden.
Spanischer Staat in der Kritik
Dieses neue Engagement folgt auf Wochen der Spannungen und Vorwürfe seitens der kanarischen Regierung, die dem Migrationsministerium einen Mangel an einem klaren und stabilen Verlegungsplan sowie langsame Evaluierungen und Verfahren vorwirft. Die Kanaren erinnern daran, dass der Oberste Gerichtshof entschieden hat, dass die Zentralregierung verpflichtet ist, diese Minderjährigen aufzunehmen, und Verzögerungen als klare Pflichtverletzung betrachtet werden.
Quellen der kanarischen Regierung betonen, dass die Dringlichkeit der Verlegungen nicht nur auf die Überfüllung zurückzuführen ist, sondern auch auf die Notwendigkeit, würdige Aufnahmebedingungen zu gewährleisten. Das Zentrum Canarias 50, ursprünglich als Übergangseinrichtung gedacht, hat die empfohlene Aufenthaltsdauer deutlich überschritten, was den Druck auf personelle und materielle Ressourcen erhöht.
Die Regierung der Kanarischen Inseln hat klargestellt, dass sie den politischen und administrativen Druck aufrechterhalten wird, damit der Staat seine Verpflichtungen kontinuierlich erfüllt und der Archipel nicht weiterhin allein eine unverhältnismäßige Anzahl minderjähriger Asylsuchender aufnehmen muss.










