Die Bauarbeiten an der neuen Umspannstation El Palmar auf La Gomera haben das Stromnetz der Insel entscheidend gestärkt. Die Anlage ist die erste Infrastruktur von Red Eléctrica auf La Gomera und bildet einen zentralen Bestandteil der geplanten Unterwasserverbindung, die bis Ende 2025 das Stromnetz von La Gomera mit dem von Teneriffa koppeln soll.
Am Mittwoch besuchten Casimiro Curbelo, Präsident des Cabildo von La Gomera, und Angélica Padilla, Bürgermeisterin von San Sebastián de La Gomera, gemeinsam mit Daniel Pérez Varela, Infrastrukturleiter von Red Eléctrica auf den Kanaren, Ainara Irigoyen, Regionaldelegierte von Redeia, und Projektleiter Pablo García Celaá die neue Umspannstation anlässlich des Abschlusses der Bauarbeiten.
Stromverbindung zwischen La Gomera und Teneriffa nimmt Gestalt an
Casimiro Curbelo betonte, dass die Kanarischen Inseln ihre Energiesysteme stärken müssen. Er verwies auf La Gomera als Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Verwaltungen. Im Hinblick auf den dritten Jahrestag des Stromausfalls auf der Insel erklärte er: „Wir sind dem Ziel näher, eine Verbindung zu schaffen, die Stabilität und Managementfähigkeit bei Netzstörungen bringt.“
Er hob hervor, dass die geordnete Einführung erneuerbarer Energien und die Interkonnektivität neue Perspektiven für die Insel eröffnen. „Das wird zweifellos das Wohl unserer Bürger verbessern“, so Curbelo.
La Gomera setzt auf erneuerbare Energien
Mariano Hernández, Inselrat für ökologische Transformation und Energie, unterstrich die Bedeutung der neuen Infrastruktur für die Energiezukunft und Versorgungssicherheit der Insel. „Diese Umspannstation ist nicht nur die erste Stromtransportanlage auf La Gomera, sondern auch das Tor zu einem sichereren, stärker vernetzten und erneuerbaren Energiemodell“, sagte Hernández.
Auch der Inselpräsident Zapata erklärte: „La Gomera wird nicht länger energetisch isoliert sein und kann mehr erneuerbare Energien integrieren. Das verringert den Einsatz fossiler Brennstoffe, verbessert die Versorgungsqualität und ermöglicht sogar den Export von Überschüssen nach Teneriffa.“
Umspannstation El Palmar als Meilenstein für die Energieversorgung
Bürgermeisterin Angélica Padilla hob hervor, dass die neue Infrastruktur einen entscheidenden Fortschritt für San Sebastián de La Gomera und alle Gemeinden der Insel bedeute. „Dieses Projekt erfüllt uns mit Zufriedenheit und ist ein gemeinsamer Erfolg, an dem alle Bürgermeister der Insel mitwirken“, so Padilla.
Ainara Irigoyen, Regionaldelegierte von Redeia auf den Kanaren, erklärte, dass in die Umspannstation 15 Millionen Euro investiert wurden. Sie sei die erste Anlage des Unternehmens auf La Gomera und stärke das Stromsystem der Insel, verbessere die Versorgungsqualität und ermögliche eine stärkere Integration erneuerbarer Energien. Die Anlage werde zudem als Verbindungspunkt zum Stromnetz von Teneriffa dienen und so die Versorgungssicherheit und Widerstandsfähigkeit erhöhen.
Nachhaltige Technologie und entscheidender Schritt zur Dekarbonisierung
Die Infrastruktur wurde nach Nachhaltigkeitskriterien konzipiert, um sich optimal in die landwirtschaftlich und vulkanisch geprägte Umgebung einzufügen. Zum Einsatz kommt GIS-Technologie (gasisolierte Schaltanlage), die kompakt in einem Gebäude untergebracht ist und so den Flächenbedarf sowie die optische Beeinträchtigung verringert. Die Fassade greift die Farbtöne der Landschaft auf und symbolisiert den vulkanischen Ursprung der Kanaren. Ein vergleichbares Konzept wurde bereits bei der Umspannstation Chío 66kV auf Teneriffa umgesetzt.
Mit Abschluss der Bauarbeiten an der Umspannstation El Palmar und der bereits in Betrieb genommenen Station Chío auf Teneriffa ist ein weiterer Meilenstein für die geplante Stromverbindung erreicht. Die Landleitungen auf beiden Inseln sind fertiggestellt, es fehlt nur noch das Verlegen des rund 36 Kilometer langen Seekabels, das im Sommer von La Gomera aus beginnen soll. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 vorgesehen.
Dank der neuen Verbindung kann La Gomera künftig mehr erneuerbare Energie erzeugen und ins Netz einspeisen, als die Insel selbst benötigt. Dadurch sinkt die Abhängigkeit vom Wärmekraftwerk El Palmar und die Stromversorgung wird zuverlässiger. Überschüssige erneuerbare Energie kann nach Teneriffa exportiert werden, was die Nutzung fossiler Brennstoffe weiter reduziert und zur Senkung der Treibhausgasemissionen beiträgt.











