Cáritas hat am Dienstag gewarnt, dass die Wohnsituation auf den Kanarischen Inseln zum Kern der sozialen Ungleichheit geworden ist. Die Zahl der von Wohnungsnot betroffenen Familien, die sie betreut, ist um 19 Prozent gestiegen – 299 davon befinden sich in einer ernsten Lage.
Worum es geht (TL;DR)
- Cáritas warnt vor steigender Wohnungsnot: 19 Prozent mehr betroffene Familien auf den Kanaren.
- Mietpreise sind um 54 Prozent gestiegen, in Las Palmas über 1.000 Euro monatlich.
- Cáritas bietet Weihnachtsmenüs für 300 Personen täglich, Spenden sinken trotz steigender Kosten.
Ein Viertel der in diesem Halbjahr von Cáritas betreuten Personen befindet sich in einer irregulären administrativen Situation. Dies erschwert den Zugang zu Hilfe, Wohnraum oder Rechten, was laut der Generalsekretärin der Organisation in der Diözese der Kanaren, Caya Suárez, ein funktionierendes Wohlfahrtssystem verhindert.
Suárez erinnerte daran, dass die Lebenshaltungskosten stetig steigen. 2021 kostete ein Menü bei Cáritas Diocesana de Canarias etwa 4,90 Euro, während der Preis nun auf sieben Euro gestiegen ist, was die Aufrechterhaltung der Dienste erschwert.
Mietpreise auf den Kanaren steigen um 54 Prozent
Die Beiträge an Cáritas sind leicht gesunken und spiegeln die soziale Realität wider, in der Familien verletzlicher sind. Familien, die Cáritas unterstützen, müssen sich stärker anstrengen, um Spenden aufrechtzuerhalten. Der Rückgang der Spenden und die steigenden Lebenshaltungskosten erschweren die Dienste. Würden private und öffentliche Spenden im gleichen Maße wie die Lebenshaltungskosten steigen, könnte man ein angemessenes Dienstleistungsangebot beibehalten, so Suárez.
Sie betonte den Anstieg der Wohnkosten um über 40 Prozent und insbesondere die Mietsteigerung um 54 Prozent. In der Provinz Las Palmas kostet die Miete durchschnittlich über 1.000 Euro im Monat, was die Situation verschärft.
Die Essensausgaben von Cáritas, die auch am 24. und 31. Dezember geöffnet sind, versorgen täglich rund 300 Personen in Las Palmas de Gran Canaria. Diese Zahl steigt zu Weihnachten, da sich viele Familien kein festliches Essen leisten können.
Weihnachtsdienste für ein würdiges Leben
Suárez betonte, dass eine würdige Lebensführung nicht vom Glück abhängen sollte. Ein Arbeitsplatz sei keine Garantie für soziale Integration, und die Kluft der Ungleichheit auf den Kanaren vergrößere sich.
Sie bedauerte, dass öffentliche Finanzierung nicht rechtzeitig verfügbar ist, was dazu führt, dass Projekte mit eigenen Mitteln bis zum Jahresende aufrechterhalten werden müssen. Ohne finanzielle Rücklagen müssten Dienste eingestellt werden.
Zu den Sorgen von Cáritas Diocesana de Canarias gehört der Anstieg von Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen, verursacht durch die Verschlechterung der sozialen Lage. Zudem nimmt die Betreuung von sexuell ausgebeuteten Personen und Obdachlosen zu, die bis September 2025 bei 1.078 Personen liegt.
Zu Weihnachten bietet Cáritas spezielle Dienste mit festlichen Menüs für Heiligabend und Silvester an. Der Chefkoch Nuredin Alemán erklärte, dass es am Mittwoch ein besonderes Frühstück mit belegten Brötchen geben werde, während das Abendessen aus frischer Meeresfrüchtesuppe, Venen in Sauce mit Kartoffeln und Profiteroles besteht.
Am Silvesterabend besteht das Menü aus Hühnersuppe, Seehecht in grüner Sauce mit kanarischen Kartoffeln und hausgemachtem Karamellpudding. Alemán sagte, dieser Tag sei die Belohnung für ein Jahr Arbeit und die Freude der Menschen beim Teilen sei unbezahlbar.











