Fernando Clavijo hat sich mit Miguel Albuquerque, dem Präsidenten von Madeira, besorgt über den neuen Mehrjährigen Finanzrahmen der EU gezeigt. Beide befürchten, dass das Verschwinden spezifischer Fonds für die ultraperipheren Regionen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der betroffenen Gebiete gefährdet.
Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, betonte die Notwendigkeit, dass die neun ultraperipheren Regionen (RUP) und ihre drei Staaten gemeinsam für ihren speziellen Status in der Europäischen Union eintreten. In einem Antwortschreiben an den Regierungschef von Madeira, Miguel Albuquerque, forderte Clavijo die betroffenen Gebiete auf, „koordiniert“ und „mit einer Stimme“ auf den Vorschlag des Mehrjährigen Finanzrahmens 2028-2034 zu reagieren, der die Entwicklung der RUP gefährde.
Kanaren und Madeira fordern EU-Unterstützung
Clavijo teilte die Besorgnis seines Amtskollegen aus Madeira über das von der Europäischen Kommission vorgelegte Dokument. Dieses legislative und finanzielle Papier überlässt die Verteilung der EU-Mittel den einzelnen Staaten und streicht die speziellen Ressourcen für die RUP, die bisher in allen EU-Haushalten berücksichtigt wurden. Clavijo warnte, dass die Umsetzung des am 16. Juli vorgestellten Vorschlags „einen unzulässigen Rückschritt“ für die spezifische Behandlung der ultraperipheren Regionen darstelle, die bisher zur Minderung ihrer offensichtlichen Nachteile anerkannt wurden.
Besonders hob der Präsident der Kanarischen Inseln die „Schwere“ der Konsequenzen hervor, die das Fehlen spezifischer Maßnahmen zur Anerkennung der strukturellen und dauerhaften Einschränkungen der RUP mit sich bringen würde. Er kritisierte das Fehlen zusätzlicher Zuweisungen im Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und im Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) sowie das Fehlen einer Haushaltslinie für das POSEI-Programm und die Unterstützung für zusätzliche Kosten im Fischereisektor. Diese Rückschritte gefährdeten die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der betroffenen Gebiete.
4.600 Millionen Euro für die Kanaren in Gefahr
In seinem Schreiben an Albuquerque betonte Clavijo, dass die neun RUP und ihre drei Staaten – Spanien, Frankreich und Portugal – „entschlossen und schnell, vor allem aber einheitlich“ auf diese „Bedrohung“ reagieren müssten, um ihre gemeinsamen Interessen zu verteidigen. Er schlug die Bildung einer gemeinsamen Front vor, um eine kohärente und stabile Behandlung der RUP im zukünftigen finanziellen und legislativen Rahmen zu gewährleisten.
Clavijo erinnerte daran, dass die Kanarischen Inseln im aktuellen Finanzrahmen 2021-2027 mehr als 4.600 Millionen Euro direkt als RUP erhalten. Diese Mittel umfassen 2.730 Millionen Euro aus dem EFRE und dem ESF sowie 1.878 Millionen Euro im Rahmen des POSEI-Programms. Der neue Vorschlag der EU könnte diese garantierten Mittel gefährden, da die Verteilung den einzelnen Staaten überlassen würde.







