La Palma beschäftigt sich mit Kritik am Wiederaufbau nach dem Tajogaite-Ausbruch, neuen Sozialwohnungen in El Paso und steuerpolitischen Forderungen der Inselverwaltung sowie weiteren aktuellen Entwicklungen.
Kritik am Wiederaufbau nach dem Tajogaite-Ausbruch
Ein Beitrag beschreibt den Wiederaufbau auf La Palma als politisch und wirtschaftlich problematisch. Der Ökonom Pedro Higinio Álvarez Rodríguez schrieb, seit dem 19. September 2021 seien 1.220 Hektar zerstört worden. Eine Wiederherstellung der Lavaflächen sei technisch und wirtschaftlich unmöglich gewesen. Er kritisierte, der Cabildo-Slogan "stärker als der Vulkan" habe falsche Hoffnungen geweckt.
Álvarez Rodríguez stellte Projekte mit Kosten von rund zwei Milliarden Euro infrage. Als Beispiel nannte er ein Besucherzentrum "Macaronésico Forestal Pino de la Virgen" mit 430.000 Euro Budget. Er warf der Inselverwaltung in den vergangenen fünf Jahren ineffizientes und intransparentes Handeln vor. Ohne Kurswechsel drohten wirtschaftliche, soziale und ökologische Folgen.
Tierra Bonita verlangt Transparenz und Prüfung von Bauprojekten
Ein weiterer Bericht kritisiert die Wiederaufbaupolitik nach dem Ausbruch des Vulkans Tajogaite scharf. Die Rede ist von schleppenden Hilfen und fehlender Selbstkritik der Verwaltungen. Der Plan de Emergencias Volcánicas de Canarias, kurz PEVOLCA, sei gescheitert, die spätere Steuerung habe unter Improvisation gelitten. Genannt wurden auch intransparente Bewertungen durch das öffentliche Unternehmen Gesplan.
Die Organisation Tierra Bonita forderte Transparenz und kündigte ein Dossier für die Staatsanwaltschaft an. Der Text nannte Kostensteigerungen wie bei der Straße LP-213 von 4 auf 25 Millionen Euro. Es besteht Verdacht auf Unregelmäßigkeiten, etwa bei Projekten ohne notwendige Genehmigungen und bei ausstehenden Entschädigungen für betroffene Eigentümer.
Inselverwaltung genehmigt 33 Sozialwohnungen in El Paso
Die Inselverwaltung hat den Bau eines Wohngebäudes mit 33 Sozialwohnungen und Garagen in El Paso beschlossen. Das Vorhaben kostet laut Genehmigung 6.044.642,07 Euro und soll auf einem Grundstück entstehen, das das Ayuntamiento von El Paso bereitstellt. Geplant sind Mehrfamilienhäuser mit zwei bis drei Zimmern an der Ecke José María Brito Pérez und Constitución.
Die Verwaltung erklärte, sie habe seit der Übernahme der Zuständigkeiten Strukturen ausgebaut und arbeite mit der Kanaren-Regierung und den Gemeinden an mehr öffentlichem Bauland. Cabildo-Präsident Sergio Rodríguez sagte, das Projekt solle sozialen Wohnraum auf La Palma konkret verfügbar machen.
Sergio Rodríguez fordert mehr fiskalische Spielräume und monatliche Entlastung
Cabildo-Präsident Sergio Rodríguez verlangt vom spanischen Staat mehr fiskalische Flexibilität für La Palma. Er verwies auf einen Kompromiss zwischen der Kanaren-Regierung und Madrid zu Maßnahmen gegen die Krise im Nahen Osten, der zunächst 15 Millionen Euro Entschädigung vorsah. Für die Erholung der Insel reiche das nicht aus, solange gesperrte Mittel wegen fiskalischer Regeln blockiert blieben.
Rodríguez erklärte, die Aussetzung der Regeln sei angesichts Inflation und hoher Treibstoffkosten notwendig. Nach Gesprächen mit der Wirtschaft habe Einigkeit bestanden, dass der 60-prozentige IRPF-Abzug monatlich angewendet werden müsse. Zudem verlangte er stärkere Treibstoffsubventionen und direkte Hilfe für Landwirtschaft, Transport und lokalen Handel.
Cabildo startet Zuschüsse für Transportkosten von Studierenden
Die Inselverwaltung hat eine neue Förderlinie für Transportkosten von Studierenden aufgelegt, die außerhalb von La Palma lernen. Transportbeauftragter Darwin Rodríguez sagte, die Hilfe reagiere flexibel und unkompliziert auf die Bedürfnisse der Betroffenen. Bildungsbeauftragte Susa Armas erklärte, die Subvention entlaste Familien spürbar.
Die Förderung gilt für Studierende mit Wohnsitz auf La Palma, die an Universitäten, in Master- oder Doktorandenprogrammen sowie an weiterführenden Schulen außerhalb der Insel eingeschrieben sind. Pro Student sind bis zu 400 Euro vorgesehen. Anträge laufen bis zum 15. Mai über die elektronische Verwaltung des Cabildo.
La Palma präsentiert lokale Produkte auf der FEAGA 2026
La Palma hat sich auf der Feria Agrícola, Ganadera y Pesquera de Fuerteventura, kurz FEAGA, 2026 präsentiert. Die Messe lief vom 16. bis 19. April in Pozo Negro und sollte Produzenten unterstützen sowie Gastronomie und Identität der Insel stärken. Ein Stand zeigte Lebensmittel, Handwerk sowie landschaftliche und kulturelle Werte.
Miriam Perestelo, Wirtschaftsministerin und Geschäftsführerin der Inselgesellschaft Sodepal, sagte, die Teilnahme habe Sichtbarkeit für Produzenten geschaffen und neue Märkte eröffnet. Genannt wurden unter anderem Weine von Mergus, Honigmarken wie Henry und Vity sowie Mojos von Sicilia. Auch Puros Vegas de Breña Alta vertrat die Tabakindustrie.
El Paso erhält die spanische Ultramarathon-Meisterschaft 2027
El Paso hat den Zuschlag für die spanische Ultramarathon-Meisterschaft 2027 bekommen. Der Wettbewerb soll am 3. April im Rahmen des Reventón Trail El Paso stattfinden und macht die Gemeinde zum fünften Mal Gastgeber eines nationalen Trailrunning-Events. Die Ultra-Distanz umfasst rund 70,5 Kilometer und fast 4000 Höhenmeter.
Bürgermeister Eloy Martín sagte, die Austragung bringe wirtschaftliche Vorteile und stärke El Paso als Sportdestination. Sportdezernent Omar Hernández erklärte, die organisatorische Erfahrung aus mehr als 16 Jahren Berglauf habe den Ausschlag gegeben. Die Strecke führt unter anderem durch die Caldera de Taburiente, über Cumbre Vieja und am Vulkan Tajogaite vorbei.





