Die Gemeindeverwaltung von Villa und Puerto de Tazacorte hat zum 100-jährigen Bestehen des Ortes mit ihrer umstrittenen Ausgabenpolitik für Kritik gesorgt. Trotz geplanter Konzerte mit Amaral und Ke Personajes stehen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Jubiläumsfeierlichkeiten zunehmend im Fokus der öffentlichen Debatte.
Das Rathaus, geführt von einer Koalition aus PSOE, CC und PP, bewilligte insgesamt 224.700 Euro für zwei Veranstaltungen. Kritiker bemängelten, dass diese Ausgaben kaum messbare Vorteile brächten, sondern vielmehr Zweifel an der wirtschaftlichen Vernunft der Gemeinde weckten. Die Verzögerung bei der Verabschiedung des Haushalts führte zu Baustopps und zur Rückgabe wichtiger Fördermittel.
Wirtschaftliche Kritik an Jubiläumsfeier in Tazacorte
Juan Miguel Rodríguez Acosta, Sprecher der Fraktion Nueva Canarias, bezeichnete die Situation als „alarmierend“. Er erklärte: „Es ist unvorstellbar, einen derart hohen Betrag auszugeben, ohne die schwierige soziale und wirtschaftliche Lage unseres Ortes zu berücksichtigen. Mit einer Steigerung der laufenden Ausgaben um 53,81 Prozent innerhalb von nur zwei Jahren zeigt sich deutlich, dass das Rathaus seine Prioritäten auf kurzlebige Projekte statt auf das Wohl der Bevölkerung legt.“
Rodríguez Acosta betonte, das Budget für die beiden Konzerte entspreche etwa 50 Euro pro Einwohner. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf kämen ausschließlich den Veranstaltern zugute. Er äußerte Zweifel an einem nachhaltigen Nutzen der Investition und kritisierte die mangelnde Transparenz sowie die fehlende Planung im Umgang mit öffentlichen Geldern. Die Gemeinde habe bereits in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit ähnlichen Projekten gemacht, die die Haushaltslage belasteten.
Transparenz und nachhaltige Entwicklung gefordert
Für den Sprecher von Nueva Canarias sollte das Jubiläum Anlass sein, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und nach Lösungen zu suchen, die der Bevölkerung tatsächlich zugutekommen. Rodríguez Acosta forderte: „Alle politischen Akteure müssen Verantwortung übernehmen und Transparenz sowie einen effektiven Einsatz der Ressourcen sicherstellen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Investitionen in Musikveranstaltungen zu reinen Ausgaben werden, die keinen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten und verdienen mehr als leere Versprechen.“
Die Debatte um die Ausgabenpolitik der Gemeinde überschattet damit die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen von Villa und Puerto de Tazacorte. Die Forderung nach mehr Transparenz und nachhaltiger Entwicklung bleibt weiterhin zentral.











