Aminetu Haidar hat die spanische Regierung gewarnt, dass ihre Unterstützung für eine Autonomie der Westsahara unter marokkanischer Souveränität eine illegale Besetzung fortschreibe und die Ausbeutung von Ressourcen sowie Menschenrechtsverletzungen erleichtere.
Worum es geht (TL;DR)
- Aminetu Haidar kritisiert Spaniens Unterstützung für marokkanische Autonomie über die Westsahara.
- Sie kehrte nach Lanzarote für die Premiere eines Dokumentarfilms über 50 Jahre Besetzung zurück.
- Haidar nennt politische, wirtschaftliche und generationale Barrieren für eine Konfliktlösung.
Vor 16 Jahren begann Haidar einen Hungerstreik am Flughafen von Lanzarote, nachdem Marokko ihr die Einreise nach El Aaiún verweigert und sie auf die Kanaren abgeschoben hatte. Sie kehrte nun für die Premiere des Dokumentarfilms "Aminetu: 50 Jahre Besetzung" nach Lanzarote zurück, der an das 50-jährige Jubiläum des spanischen Abzugs aus der ehemaligen Kolonie erinnert.
Am 31. Oktober verabschiedete der UN-Sicherheitsrat eine Resolution, die eine echte Autonomie als machbare Lösung für die Westsahara betrachtet und die Parteien ermutigt, Ideen für eine endgültige, akzeptable Lösung vorzulegen.
Haidar fordert spanische Verantwortung für Westsahara
Diese Resolution entspricht der Linie der EU-Staaten. Im März 2022 erklärte Spaniens Premier Pedro Sánchez in einem Brief an König Mohamed VI., dass der marokkanische Autonomieplan von 2007 die ernsthafteste Grundlage für die Konfliktlösung sei.
Haidar forderte jedoch, dass Spanien seine rechtliche und historische Pflicht erfüllen müsse, die Dekolonisierung und das Selbstbestimmungsrecht des saharauischen Volkes zu garantieren. Dies äußerte sie bei der Vorführung des Dokumentarfilms in der Fundación César Manrique.
Sie bedankte sich bei den Einwohnern Lanzarotes für ihre Solidarität und erinnerte an die Unterstützung, die sie 2009 erhielt, als sie nach ihrer Abschiebung aus der Westsahara nach Lanzarote kam.
Drei zentrale Barrieren für eine Lösung
Haidar betonte, dass ihre Geschichte ein kollektives Zeugnis des saharauischen Volkes sei, das unter Exil, Repression und illegaler Besetzung gelitten habe. Sie verwies auf drei Barrieren, die eine koordinierte Lösung erforderten: die politische, wo der Begriff Referendum entleert worden sei, die wirtschaftliche, wo europäische Unternehmen die Besetzung durch Ressourcenabbau legitimierten, und die der generationalen Hoffnungslosigkeit.
In den saharauischen Flüchtlingslagern seien 60 Prozent der Bevölkerung im Exil geboren, sodass die Aussicht auf ein Referendum für sie eine ferne Geschichte sei.











