Francisco Fernández de Bethencourt hat vor 175 Jahren in Arrecife auf Lanzarote das Licht der Welt erblickt. Der Politiker, Historiker und Genealoge gilt als Begründer der modernen Genealogie in Spanien und ist der einzige gebürtige Kanarier, der sowohl der Real Academia de la Historia als auch der Real Academia Española angehörte. Yonathan de León, Bürgermeister von Arrecife, unterstützt die Initiative, den 27. Juli als offiziellen Tag der Genealogie auf den Kanaren zu etablieren, um an Fernández de Bethencourt zu erinnern, der am 2. April 1916 in Alicante verstarb.
Fernández de Bethencourt, nach dem eine Straße im Stadtteil Valterra benannt ist, studierte Rechtswissenschaften an der Universität Zentral in Madrid und absolvierte zuvor das Priesterseminar in Las Palmas sowie die Rechtsschule in La Laguna. Er vertrat die Kanarischen Inseln als Abgeordneter und Senator im spanischen Parlament. Laut dem Diccionario biográfico español war er während des sogenannten Sexenio ein Befürworter der bourbonischen Restauration.
Genealogie auf Lanzarote: Das Lebenswerk von Fernández de Bethencourt
Als Experte für Genealogie und Heraldik veröffentlichte er bedeutende Werke wie das „Nobiliario y blasón de Canarias“ (1878–1886), die „Historia genealógica y heráldica de la monarquía española, Casa Real y Grandes de España“ (1897–1920), „La Corona y la nobleza de España“ (1903) und das „Anuario de la nobleza de España“ (1908–1917).
Er wurde zum Mitglied der Real Academia de la Historia und der Real Academia Sevillana de Buenas Letras ernannt, war Ehrenpräsident der Akademie Adler in Wien, Mitglied der italienischen genealogischen Akademie, Ehrenpräsident und Generaldelegierter des französischen Heraldischen Rates und Träger hoher Auszeichnungen aus Portugal und Norwegen. Fernández de Bethencourt war als Journalist, Schriftsteller, Redner, Historiker, Politiker, Genealoge und Heraldiker international anerkannt.
Wissenschaftliche Anerkennung und Vermächtnis auf den Kanaren
Als Mitglied der Real Academia de la Historia (seit 1889) und der Real Academia Española (seit 1914) führte er die Methoden der französischen Schule von Borel in die spanische Genealogieforschung ein. Damit begründete er die moderne genealogische Geschichtsschreibung in Spanien.
Zwischen 1878 und 1886 veröffentlichte er sieben Bände des „Blasón y Nobiliario de Canarias“, die im 20. Jahrhundert von einer Expertengruppe unter Leitung von Juan Régulo überarbeitet und als vierbändiges „Nobiliario de Canarias“ neu herausgegeben wurden. Von 1880 bis 1890 schrieb er die elf Bände umfassenden „Anales de la Nobleza de España“. Sein Hauptwerk, die „Historia Genealógica y Heráldica de la Monarquía Española, Casa Real y Grandes de España“, blieb unvollendet und umfasst zehn Bände.











