Die israelischen Streitkräfte haben am Sonntag zehntägige humanitäre Pausen im Gazastreifen angekündigt, um Hilfslieferungen zu erleichtern und dauerhaft sichere Routen für Hilfsorganisationen einzurichten. Das Militär teilte mit, dass diese taktischen Feuerpausen täglich von 10 bis 20 Uhr gelten sollen. Sie betreffen Gebiete, in denen die israelische Armee nicht operiert, etwa Al-Mawasi, Deir al-Balah und die Stadt Gaza.
Die Entscheidung erfolgte nach Abstimmung mit den Vereinten Nationen und internationalen Organisationen. Laut Armee sollen die sicheren Routen für humanitäre Konvois von 6 bis 23 Uhr geöffnet bleiben, damit Hilfsgüter wie Lebensmittel und Medikamente im gesamten Gazastreifen verteilt werden können.
Humanitäre Pausen im Gazastreifen sollen Hilfslieferungen ermöglichen
Das israelische Militär betonte, es werde die humanitären Bemühungen weiterhin unterstützen und gleichzeitig militärische Operationen gegen Terrororganisationen im Gazastreifen fortsetzen. Die Streitkräfte erklärten, sie seien bereit, den Umfang der Maßnahmen bei Bedarf auszuweiten.
Israels Präsident Isaac Herzog lobte die Maßnahmen der Armee und forderte die Vereinten Nationen sowie internationale Hilfsorganisationen zur Zusammenarbeit mit der israelischen Zivilverwaltung in den besetzten Gebieten auf. Er sagte: „Es ist inakzeptabel, dass Hilfe für Gaza nicht verteilt oder von der Hamas abgefangen wird, während Israel fälschlich beschuldigt wird, die Lieferung zu blockieren.“ Herzog betonte, die Regierung tue alles, um die humanitäre Versorgung in Gaza zu verbessern.
Israel reagiert auf internationale Kritik an humanitärer Lage
Die Ankündigung folgt auf einen neuen Hilfsplan der israelischen Armee, der am Samstag vorgestellt wurde. Dieser umfasst neben Luftabwürfen von Hilfsgütern auch die Unterstützung von UN-Konvois und gezielte Feuerpausen in den Liefergebieten. Die Maßnahmen sind eine Antwort auf internationale Kritik an der humanitären Lage im Gazastreifen. Nach Angaben der Behörden im Gazastreifen sind seit Beginn der israelischen Offensive am 7. Oktober 2023 mehr als 120 Palästinenser an Hunger oder Unterernährung gestorben.
Das israelische Militär erklärte, die Entscheidung solle Vorwürfe entkräften, wonach die Regierung gezielt eine Hungersnot verursache. Zugleich forderte Israel die UN und Hilfsorganisationen auf, zu verhindern, dass Hilfsgüter von der Hamas abgefangen werden.
Hilfskonvois erreichen Gazastreifen über Grenzübergänge
Unmittelbar nach der Ankündigung der israelischen Behörden begannen Dutzende Lastwagen mit Hilfsgütern, vom ägyptischen Rafah zum Grenzübergang Kerem Shalom im Süden des Gazastreifens zu fahren. Das berichtete der ägyptische Fernsehsender Al Qahera. Auch Jordanien hat einen Hilfskonvoi mit 60 Lastwagen und lebenswichtigen Lebensmitteln auf den Weg gebracht – in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm und der Organisation World Central Kitchen. Nach Angaben der jordanischen Nachrichtenagentur Petra sollen in den kommenden Tagen weitere Transporte folgen.






