Die spanische Regierung hat die Anordnung des Obersten Gerichtshofs erfüllt und rund 700 unbegleitete minderjährige Migranten, die auf den Kanarischen Inseln Asyl beantragt hatten, in das staatliche Schutzsystem aufgenommen.
Worum es geht (TL;DR)
- Spanien nimmt 700 unbegleitete minderjährige Migranten von den Kanaren ins staatliche Schutzsystem auf.
- Die Maßnahme erfolgte nach dreifacher Aufforderung des Obersten Gerichtshofs innerhalb von 15 Tagen.
- 817 Plätze wurden bereitgestellt, neue Zentren auf den Inseln und dem Festland eröffnet.
Das Ministerium für Inklusion, soziale Sicherheit und Migration teilte am Freitag mit, dass die vom Obersten Gerichtshof gesetzte Frist von 15 Tagen eingehalten wurde. Es war bereits die dritte Aufforderung des Gerichts, nachdem die erste Anordnung am 25. März ergangen war.
Kanarische Inseln: Aufnahme minderjähriger Migranten
Die Maßnahme erfolgte auf Antrag der Kanarischen Regierung, die mit der Überlastung ihrer Ressourcen argumentierte. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen stammen überwiegend aus Subsahara-Afrika, insbesondere aus Mali. Viele flohen vor bewaffneten Konflikten und Hunger.
Das Ministerium stellte bisher 817 Plätze zur Verfügung, von denen etwa 100 noch zu besetzen sind. Die kanarische Sozialministerin Candelaria Delgado berichtete, dass 679 Jugendliche in staatliche Obhut genommen wurden – 336 auf das Festland und 343 auf den Inseln.
Insgesamt waren 919 junge Menschen betroffen, da 240 während des Prozesses volljährig wurden und ebenfalls in das nationale Aufnahmesystem integriert wurden. Das Ministerium betonte die Herausforderungen bei der Umsetzung der gerichtlichen Anordnung.
Neue Zentren für Integration minderjähriger Flüchtlinge
Die Regierung richtete ein Bewertungszentrum in Las Palmas de Gran Canaria ein und eröffnete mehrere Zentren auf dem Festland. Diese Einrichtungen sollen den individuellen Bedürfnissen der Minderjährigen gerecht werden und deren Integration fördern.
Ministerin Delgado wies darauf hin, dass das kanarische Schutzsystem weiterhin unter Druck steht, obwohl der Staat die Vormundschaft übernommen hat. Die Direktorin für Kinderschutz, Sandra Rodríguez, betonte die Notwendigkeit dauerhafter Lösungen.











