Narvay Quintero, kanarischer Minister für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährungssouveränität, warnte am Dienstag vor den Risiken des neuen EU-Modells für Regionen in äußerster Randlage. Die Europäische Kommission plant, die Verteilung der Agrar- und Fischereihilfen zu ändern. Die Mittel für die Landwirtschaft sollen um 22 Prozent gekürzt werden, für den Fischereisektor um mehr als die Hälfte. Insgesamt sinken die Hilfen von 6.000 Millionen Euro auf 2.100 Millionen Euro.
Worum es geht (TL;DR)
- EU plant Kürzung der Agrar- und Fischereihilfen für Kanaren um bis zu 50 Prozent.
- POSEI-Programm soll trotz neuer Finanzrahmen weiterhin direkt von EU-Kommission abhängen.
- Memorandum der Randregionen wird am 6. November mit Spanien, Portugal und Frankreich unterzeichnet.
Quintero erklärte, dass die Kanaren eine gemeinsame Front aus Verwaltungen und Parteien bilden werden. Man habe bereits Treffen mit den beiden zuständigen EU-Kommissaren abgehalten, die als "positiv" bewertet wurden, jedoch keine konkreten Vorschläge enthielten.
Der Minister betonte, dass die Regionen in äußerster Randlage gemeinsam dafür kämpfen werden, dass das POSEI-Programm weiterhin direkt von der Europäischen Kommission mit einem stabilen Finanzrahmen abhängt. Dieses Programm sei seit Jahren entscheidend für die Unterstützung des kanarischen Agrar- und Viehzuchtsektors.
Kanaren kämpfen um finanzielle Unterstützung der EU
Quintero erläuterte, dass das POSEI-Programm zwar funktioniere, aber in den letzten 18 Jahren die finanziellen Mittel in Europa zurückgegangen seien. Trotz gleichbleibender Beträge seien Preissteigerungen und Kosten für Betriebsmittel, Energie und Transport nicht berücksichtigt worden, was faktisch eine Reduzierung darstelle. Dies habe zu einem Rückgang der Aktivitäten in der Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei geführt.
Als Beispiel nannte er, dass die Kanaren in dieser Saison noch nicht einmal 40 Prozent der Thunfischquote gefangen hätten, obwohl 2008 die gesamte Quote in nur zwei Stunden erreicht wurde. Normalerweise sei die Quote in fünf Tagen oder einer Woche erschöpft gewesen. "Es liegt nicht an weniger Schiffen, sondern am Klimawandel, der Erwärmung der Gewässer und dem Verschwinden von lebendem Köder", fasste Quintero zusammen.
Er betonte, dass es Mechanismen geben müsse, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die geplante Änderung des mehrjährigen Finanzrahmens könne sehr gefährlich sein.
Kanaren: POSEI-Programm und mehrjähriger Finanzrahmen der EU
Quintero wies darauf hin, dass mit dem neuen Rahmen die Programme FEAGA, FEDER und FEMPA verschwinden. Die Kommission habe jedoch signalisiert, dass sie nicht gegen eine Fortsetzung des POSEI-Programms sei. Obwohl der neue Rahmen erst in drei Jahren in Kraft tritt, sieht Quintero darin einen Verstoß gegen den Vertrag über die Arbeitsweise der EU und politische, nicht nur technische, Beweggründe.
Die Regionen in äußerster Randlage arbeiten an einem Memorandum, das am 6. November mit den zuständigen Ministern Spaniens, Portugals und Frankreichs unterzeichnet werden soll. Dieses Dokument soll den neuen Finanzrahmen thematisieren und die Bedeutung dieser Gebiete für Europa hervorheben, da sie die EU zum größten maritimen Gebiet der Welt machen.
"Europa muss die Mehrkosten weiterhin ausgleichen, denn es ist kein Almosen", schloss Quintero.











