Im laufenden Jahr haben Verkehrsunfälle auf den Kanarischen Inseln 19 Motorradfahrern das Leben gekostet. Weitere 170 Menschen erlitten Verletzungen, wie die Internationale Vereinigung der Fachleute für Verkehrssicherheit am Sonntag mitteilte. Nach Angaben der Organisation ließe sich die Zahl der Todesopfer bei schweren Unfällen um ein Drittel senken, wenn die Rettungsdienste zehn Minuten schneller am Unfallort eintreffen würden.
Die Vereinigung betonte, dass die Hälfte der Todesfälle entweder direkt am Unfallort oder auf dem Weg ins Krankenhaus geschehe. Sie forderte daher mehr Tempo und Effizienz bei der Notfallversorgung.
Verkehrssicherheit auf den Kanarischen Inseln
Die Organisation verwies auf Daten aus dem Leitfaden für Sofortmaßnahmen bei Verkehrsunfällen der Staatsanwaltschaft für Verkehrssicherheit. Sie hob hervor, dass die Fortschritte der vergangenen Jahre die Schwere der Verletzungen verringert hätten.
Angesichts der besonderen Topografie der Inseln und der Tatsache, dass Motorrad- und Radfahrer vor allem an Wochenenden auf abgelegenen, kurvenreichen Straßen unterwegs seien, warnte die Vereinigung vor den Risiken. Bereits kleine Fehler oder nachlässiges Verhalten, das nicht immer von den Fahrern selbst ausgehe, hätten oft schwerwiegende Folgen. Die Organisation rief dazu auf, die sogenannte PAS-Strategie – schützen, alarmieren, helfen – bei Verkehrsunfällen konsequent anzuwenden.
Initiativen zur Prävention und schnellen Hilfe
Mit Unterstützung der Brigade Canarias XVI des Heeres und Ausbildern des öffentlichen Gesundheitswesens bot die Vereinigung Workshops an. Ziel war es, Unfälle zu verhindern und die schnelle Hilfe zu trainieren. Hunderte Motorradfahrer nahmen im Rahmen des 23. Jubiläums der Moteros de Gran Canaria an den Veranstaltungen teil.
Laut Angaben der Organisation stellen Motorradfahrer vier Prozent der Verkehrsteilnehmer auf den Kanaren. Sie sind jedoch an 27 Prozent der Unfälle beteiligt.

