Amado Vizcaíno von der Coalición Canaria im Stadtrat von Tías hat den Zustand von La Tiñosa nach dem Wochenende scharf kritisiert. Vizcaíno forderte die Stadtverwaltung auf, umgehend einen umfassenden Reinigungsplan einzuleiten, um dem beliebten Stadtteil wieder zu einem würdigen Erscheinungsbild zu verhelfen.
Nach Angaben des Oppositionspolitikers präsentiere sich die Stadt in sozialen Netzwerken mit Fotos eines gründlich gereinigten Festgeländes, während die umliegenden Straßen weiterhin unter massiver Verschmutzung litten. „Die Straßen stinken nach Urin, seit Freitag liegen Erbrochenes, Reste von Trinkgelagen, überquellende Papierkörbe, Feuchttücher, Binden und Tampons in den Ecken, etwa rund um das Bürgerzentrum El Fondeadero“, erklärte Vizcaíno.
La Tiñosa auf Lanzarote: Kritik an mangelnder Stadtreinigung
Vizcaíno betonte, dass die Realität nicht mit ausgewählten Fotos oder PR-Maßnahmen zu beseitigen sei. „Es ist eine Schande, dass sich diese Situation jedes Jahr wiederholt und der Bürgermeister sie digital zu kaschieren versucht. Es reicht nicht, nur für offizielle Fotos zu reinigen, die tatsächlichen Probleme von Anwohnern, Geschäftsleuten und Besuchern müssen endlich angegangen werden“, sagte der Politiker.
Der Stadtrat forderte zudem, dass das Reinigungsunternehmen FCC die vertraglichen Pflichten einhält. Nach Großveranstaltungen wie am Wochenende dürften Müllberge und unhygienische Zustände nicht bis Montag bestehen bleiben. „Was in der Nacht von Freitag hätte erledigt werden müssen, ist Tage später noch nicht gelöst“, kritisierte Vizcaíno.
Kritik an Entsorgung und Recycling in Tías
Laut Vizcaíno verschärfe die Rattenplage das Problem. Die Tiere seien sogar während öffentlicher Veranstaltungen wie dem Bootswettrennen in El Poril offen zu sehen gewesen. Dies zeige das Ausmaß der Vernachlässigung bei Hygiene und Schädlingsbekämpfung durch die Stadtverwaltung.
Gleichzeitig warf Vizcaíno der Stadtregierung Doppelmoral vor. Während sie öffentlich die Abfallentsorgung und das Recyclingangebot des Cabildo kritisiere, habe sie selbst einen der effizientesten Recyclingpunkte in der Straße Frankfurt von Puerto del Carmen entfernen lassen. Dort seien jährlich mehr als 160 Tonnen Glas sowie Papier, Karton und Leichtverpackungen gesammelt worden, so Vizcaíno unter Berufung auf Daten des Cabildo. Der Sammelpunkt, der täglich oder mehrfach am Tag geleert wurde, sei allein aus Gründen der „bürgerlichen Koexistenz“ entfernt worden, ohne echte Alternativen zu schaffen.
Streit um Recycling und Müllentsorgung auf Lanzarote
„Man kann nicht mehr Recycling fordern und gleichzeitig die effektivsten Sammelstellen aus politischen Gründen schließen. Das ist institutioneller Zynismus“, sagte Vizcaíno. Er forderte, dass Tías nicht länger mit leeren Schlagzeilen und Social-Media-Kampagnen regiert werden dürfe. „Die echten Probleme werden nicht mit Filtern gelöst, sondern mit Arbeit, Verwaltung und Engagement“, so der Sprecher der Coalición Canaria. Er verlangte Respekt für die Bürger, die Umwelt und den Tourismus, der die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde ist.










