Lanzarote spricht über den fast fertigen Krankenhausanbau, neue Regeln gegen laute Pyrotechnik und Forderungen zum Schutz von Fischerei und Landwirtschaft sowie weitere Entwicklungen. Was die Insel aktuell beschäftigt.
Hospital José Molina: Anbau steht kurz vor der Inbetriebnahme
Die Gesundheitsdienste haben den neuen Anbau am Hospital José Molina zu 95 Prozent fertiggestellt. Pablo Eguia, Leiter der Gesundheitsdienste auf Lanzarote, sagte am Freitag, der Umzug des Hospital Insular solle in den kommenden Monaten erfolgen, ein Datum stehe aber noch nicht fest. Der Neubau kostete 15 Millionen Euro und verbindet drei Etagen per Passage mit dem José Molina.
Er erklärte, medizinische Dienste und das Tageskrankenhaus zögen um, die geriatrische Residenz bleibe am alten Standort. Ein Masterplan für die beiden Krankenhäuser und 15 Gesundheitszentren, darunter Neubauten in Playa Honda und Argana, soll im März vorliegen. Ein 13-köpfiges Team prüfte zudem künftige Nutzungen des denkmalgeschützten Altbaus, dessen Mängel seit 2019 dokumentiert waren.
Inselverwaltung hat 500.000 Euro für Gesundheitsinfrastruktur zugesagt
Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort hat im Plenum 500.000 Euro für Verbesserungen der Gesundheitsinfrastruktur angekündigt. Er sagte am Freitag, die Inselverwaltung stehe kurz vor einem Abkommen mit der Gesundheitsbehörde der Kanarischen Inseln. Das Geld sollte den temporären Umzug des geriatrischen Tageskrankenhauses des Hospital Insular ermöglichen und die Versorgung älterer Menschen auf Lanzarote und La Graciosa stärken.
Betancort erklärte, der Umzug erfolge abgestimmt mit der Gesundheitsleitung und dem multidisziplinären Team, ohne Qualitätsverlust. Vizepräsidentin María Jesús Tovar sagte, die Mittel seien Ergebnis verantwortungsvoller Haushaltsführung. Betancort kritisierte zugleich die PSOE wegen Untätigkeit in früherer Regierungszeit trotz bekannter Mängel am Hospital Insular.
Lanzarote hat laute Pyrotechnik für öffentliche Bereiche eingeschränkt
Der Inselrat hat am Freitag eine Regelung beschlossen, die den Einsatz lauter Pyrotechnik begrenzen sollte. Armando Santana vom Grupo Mixto brachte den Vorschlag ein, alle Parteien außer Vox unterstützten ihn. Santana sagte, es gehe nicht gegen Feste, sondern um sicherere und respektvollere Feiern, die Gesundheit, Tierschutz und Umwelt weniger belasteten.
Die Inselverwaltung teilte mit, laute Feuerwerkskörper beeinträchtigten vulnerable Menschen und lösten bei Tieren Panik aus. Geplant war eine inselweite Verordnung, die laute Pyrotechnik in öffentlichen Bereichen nur noch bei genehmigten Veranstaltungen zuließ. Zudem sollten Kommunen ihre Regeln anpassen und stille Pyrotechnik sowie Licht oder Drohnenshows fördern.
Arrecife hat den Sicherheitsplan für den Karneval 2026 hochgefahren
Arrecifes Bürgermeister Yonathan de León Machín hat einen Sondereinsatz mit mehr als 50 Kräften für die Karnevalsfeiern angekündigt. Er leitete am Samstag eine Sicherheitskonferenz im Plenarsaal und koordinierte lokale Polizei, Nationalpolizei, Zivilschutz und städtische Bereiche. De León, der auch die lokale Polizei leitet, sagte, man bündele die Präsenz in fünf Hauptzonen der Veranstaltungen.
Die Stadt setzte den Plan bereits ab diesem Wochenende um. Der technische Redakteur erläuterte Straßensperrungen, Umleitungen und Standorte der Kräfte, anwesend waren unter anderem Vizebürgermeister und Festtagsbeauftragter Echedey Eugenio sowie der Verkehrsbeauftragte Mario González Altube. Auf dem Programm standen unter anderem Auftritte von Duncan Dhu, Alejo Stivel und Antonia San Juan.
Polizei hat nach Straßenraub in Arrecife einen Minderjährigen festgenommen
Die Polizei hat am 3. Februar in Arrecife einen minderjährigen Tatverdächtigen festgenommen. Die Jefatura Superior de Policía de Canarias teilte mit, er habe gegen 11.00 Uhr einer 25-jährigen Frau auf offener Straße das Handy entrissen, sie sei gestürzt und habe sich verletzt. Er habe zudem versucht, ihre Tasche zu stehlen.
Mehrere Passanten hörten die Schreie, verfolgten den Jugendlichen zu Fuß und hielten ihn bis zum Eintreffen der Beamten fest. Die alarmierte CIMMAC 091 schickte Einsatzkräfte, die den Vorfall aufnahmen und den Verdächtigen wegen Raubs mit Gewalt festnahmen. Die Frau kam zur Versorgung ins Hospital General, der Jugendliche ging an die Jugendstaatsanwaltschaft.
Lanzarote hat Schutzklauseln für Landwirtschaft im EU-MERCOSUR-Abkommen gefordert
Das Plenum des Cabildo von Lanzarote hat am Freitag eine Resolution zum EU-MERCOSUR-Abkommen gebilligt. Coalición Canaria brachte den Text ein, alle Fraktionen außer der PSOE stimmten zu. Sprecher Samuel Martín sagte, man sei nicht gegen Handel, lehne aber Verhandlungen ab, die die Kanaren als ultraperiphere Region nicht ausreichend berücksichtigten und den Primärsektor benachteiligten.
Die Resolution forderte von der spanischen Regierung, bei der Europäischen Union zu intervenieren und Ausgleichsmaßnahmen für Betriebe zu schaffen, besonders für den Weinbau auf Lanzarote. Zudem verlangte das Cabildo, Importware müsse denselben EU-Standards in Qualität, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit entsprechen. Ohne sogenannte Spiegelklauseln sollten Abkommen überprüft oder geändert werden.
Inselrat hat flexible EU-Fischereikontrollen für die Kanaren verlangt
Das Cabildo von Lanzarote hat am Freitag eine weitere Resolution der Coalición Canaria verabschiedet, die eine flexible Anwendung der EU-Verordnung 2023/2842 zur Fischereikontrolle verlangte. Das Plenum erklärte, die aktuelle Auslegung belaste kleine Boote mit Vorgaben, die für große Flotten gedacht seien. Das treibe Kosten und gefährde die Fortführung vieler Boote.
Samuel Martín sagte, das traditionelle Fischereimodell gehöre zur produktiven Struktur der Insel und dürfe nicht wie industrielle Flotten bewertet werden. Die Resolution verwies darauf, dass die Verordnung Mechanismen für ultraperiphere Regionen enthalte, die der Staat nutzen müsse. Zudem verlangte der Text Dialog mit Fischergemeinschaften sowie technische und finanzielle Unterstützung.
Teguise und Haría haben Programme und Motto für den Karneval und Valentinstag gesetzt
Der Stadtrat von Teguise hat eine Veranstaltungsreihe zum Valentinstag gestartet, die vom 1. bis 14. Februar in La Villa und Costa Teguise lief. Bürgermeisterin Olivia Duque sagte, das Programm solle das kulturelle und soziale Leben beleben und öffentliche Räume als Treffpunkte stärken. Kultur und Festbeauftragter Andoni Machín erklärte, man habe Angebote für Einwohner und Besucher gestaltet.
In Haría stellte das Rathaus das Karnevalsplakat unter dem Motto Peter Pan im Nimmerland vor, die Bürger wählten das Thema online. Bürgermeister Alfredo Villalba betonte die Beteiligung der Einwohner, Festtagsbeauftragter Alberto de León kündigte Vorbereitungen für die Feiern vom 26. Februar bis 1. März an. Álex Dorta gestaltete das Siegerdesign mit Elementen der Gemeinde.
Arrecife hat die Restaurierung der Mühle am Castillo de San José vorangetrieben
Die Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus von Lanzarote haben die Restaurierung des historischen Mühlenwerks neben dem Castillo de San José fortgesetzt. Am Freitag montierten die Teams die Holzstruktur für die Turbinenstütze, die Turbine sollte in der folgenden Woche installiert werden. Die Arbeiten liefen seit August und kosteten 80.000 Euro.
Die CACT teilten mit, die zweite Phase mit der Montage der Turbine auf die Holzstruktur sei für Dienstagmorgen geplant. Das Mühlenwerk pumpte seit Mitte des 19. Jahrhunderts Wasser zu den Salinen nördlich des Castillo, der Niedergang der Salzindustrie und Meeresnähe beschleunigten später den Verfall. CACT-Berater Ángel Vázquez würdigte die Restaurierung als Beitrag zum maritimen Erbe von Arrecife.
La Graciosa hat eine Erneuerung des Sportplatzes beschlossen
Die PSOE hat die Zustimmung zu einer Initiative zur Verbesserung des Sportplatzes auf La Graciosa bekanntgegeben. Stadtrat Tana Reyes sagte, die Spielfläche wirke derzeit wie alter Schmirgelrasen. In der jüngsten Sitzung auf der achten Insel stimmte die gesamte Körperschaft zu, der lokale Regierungsblock aus Coalición Canaria, Partido Popular und einem ehemaligen Vox-Ratsherrn sollte nun ein Projekt ausarbeiten.
Der Vorschlag umfasste die Erneuerung der abrasiven Oberfläche, einen Schattenspender und eine Aufwertung der Umgebung. Reyes erklärte, die PSOE werde die Umsetzung aufmerksam begleiten, damit die Maßnahme Sportlern und Jugend zugutekomme. Zugleich verwies er auf mehr als hundert Initiativen seiner Partei für Teguise und La Graciosa.
QuemaoHub hat NASAS mit Preisgeldern und Stipendium neu aufgelegt
Die audiovisuelle Surf und Bodyboard Ausstellung NASAS hat ihre dritte Ausgabe angekündigt und neue Preisgelder eingeführt. Einsendungen waren vom 6. Februar bis 15. Mai 2026 möglich. Je 1.000 Euro waren für die internationale und die regionale Kategorie für Einwohner der Kanarischen Inseln vorgesehen, 500 Euro für die Kategorie Junger Kanare für unter 25-Jährige.
Organisator war der QuemaoHub als Projektlabor des Lanzarote Quemao Class. Zusätzlich kündigten die Veranstalter das Stipendium Bruma Promesa Local an, das einem Nachwuchstalent 30 Tage Einblick in reale audiovisuelle Produktionsprozesse geben sollte. Teilnahmebedingungen standen auf www.quemaoclass.com.
Weitere Kanaren-Themen: Wohnungsmarkt, Polizei, Soziales und Forschung
Die kanarische Regierung hat 150 neue Stellen für die Policía Canaria ausgeschrieben und zugleich Maßnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung erläutert, nachdem 2025 im Gesundheitsdienst 124 betroffene Frauen erkannt wurden. Präsident Fernando Clavijo sagte zudem, mehr als ein Drittel der Immobilienkäufe auf den Kanaren hätten Ausländer getätigt, daher prüfe man Regulierungsschritte zum Schutz des Wohnraums.
Das Statistikamt Istac meldete gemischte Trends beim Verbrauchervertrauen, auf Lanzarote gaben 51,1 Prozent an, keine finanziellen Probleme zu haben. Forscher der Universität La Laguna dokumentierten außerdem einen seltenen Ciguatera-Fall bei einem nur zwei Kilo schweren Fisch. Die Themen betrafen den Archipel insgesamt, sie wirkten aber auch auf die Debatten auf Lanzarote.











