Lanzarote spricht über den Rekordhaushalt 2026, den Streit um Wasservertrag und Tarife sowie das Grundstück in Playa Quemada sowie weitere Entwicklungen. Was die Insel aktuell beschäftigt.
Inselverwaltung beschließt Rekordhaushalt 2026 mit Schwerpunkt Wohnen
Die Inselverwaltung hat den Haushalt 2026 mit 221.114.397,67 Euro beschlossen. Der konsolidierte Etat einschließlich abhängiger Einheiten lag bei 289,7 Millionen Euro und setzte Schwerpunkte bei Wohnen und Soziales. Das Wohnungsbudget stieg laut Verwaltung um 369 Prozent auf 7 Millionen Euro, der Sozialbereich erhielt 50 Millionen Euro für die Strategie „Isla del Cuidado“.
Der Primärsektor bekam 10 Millionen Euro, für Wasserinfrastruktur waren 6,18 Millionen Euro vorgesehen. Transport und Mobilität erhielten 12 Millionen Euro, Sport 5,8 Millionen Euro. Zudem plante die Verwaltung 9 Millionen Euro für Sicherheit sowie fast 5 Millionen Euro für Kultur, während Beschäftigung und Bildung mit mehr als 2 bzw. 3 Millionen Euro gefördert wurden.
Wasserstreit: Konsortium weist Einsprüche zurück und treibt Vertragsende voran
Das Wasser-Konsortium hat die Schritte zur Beendigung des Vertrags mit Canal Gestión Lanzarote fortgesetzt. In der Generalversammlung fasste es Beschlüsse, die nach Angaben der Institution die rechtliche Position stärken und das öffentliche Interesse bei einer möglichen Übertragung sichern sollten. Oswaldo Betancort als Präsident der Inselverwaltung und des Konsortiums sagte, eine klare Vorgehensweise müsse Unsicherheiten vermeiden.
Die Versammlung wies Rechtsmittel von Canal Gestión zurück und eröffnete damit die Möglichkeit, 1,5 Millionen Euro zurückzufordern, die in der letzten Legislaturperiode nach einer später abgelehnten Tarifaktualisierung gezahlt worden waren. Ein weiterer Einspruch betraf Investitionen, weil laut Bericht statt vereinbarter 54 Millionen Euro nur 21 Millionen Euro geflossen waren. Gestagua bekundete Interesse am Verfahren, zudem lag ein technisches und wirtschaftliches Gutachten der UTE Sacyr Aqualia vor.
Wassertarife 2025: Gutachten empfiehlt 15,06 Prozent, PSOE verlangt Stopp
Das Wasser-Konsortium hat eine Aktualisierung der Wassertarife für 2025 auf den Weg gebracht. Ein unabhängiges Gutachten empfahl eine durchschnittliche Erhöhung um 15,06 Prozent, damit Einnahmen und tatsächliche Kosten wieder zusammenpassten. Vorgesehen war unter anderem, den ersten Haushaltsblock von 0,60 auf 0,69 Euro pro Kubikmeter anzuheben, weitere Blöcke sowie Tarife für Industrie und Tourismus sollten folgen.
Der PSOE auf Lanzarote hat Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort aufgefordert, die geplante Erhöhung zurückzunehmen. María Dolores Corujo als Generalsekretärin der Sozialisten kritisierte die Maßnahme als technisch nicht fundiert und als Belastung für Bürger. Die Bürgermeister von Tías, San Bartolomé, Haría und Yaiza warnten in einem Schreiben vor rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken, weil die Versorgung in ihren Gemeinden an vielen Tagen unterbrochen gewesen sei.
Yaiza verlangt Akten zum 41,7 Hektar großen Areal in Playa Quemada
Die Gemeinde Yaiza hat Unterlagen zu einem 41,7 Hektar großen Grundstück in Playa Quemada angefordert, das zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt von der Justiz versteigert werden sollte. Die von Bürgermeister Óscar Noda geleitete Verwaltung bat Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort und den für Raumordnung zuständigen Jesús Machín um einen aktuellen Rechtsbericht zum städtebaulichen Status des Teilplans Playa Quemada sowie um alle beim Cabildo vorhandenen Dokumente zu Flächen und zur Entwicklerfirma Prosolmar S.A.
Yaiza bestand darauf, dass das Land rustikal blieb und lehnte eine Umklassifizierung zu Bauland ab. In den 1990er Jahren hatte es Pläne für ein touristisches Entwicklungsgebiet mit 300 Betten und einem Golfplatz gegeben, die nicht umgesetzt worden waren. Die Entwicklerfirma klagte jedoch, um die damalige Nutzung zu validieren, nachdem der Ergänzende Allgemeine Ordnungsplan von Yaiza 2014 annulliert worden war.
Tinajo startet „Rural Domus“ als Pilot für häusliche Pflege
Tinajo hat das Projekt „Rural Domus“ gestartet und damit als erste Gemeinde auf den Kanaren eine Initiative zur Verbesserung der häuslichen Pflege älterer Menschen umgesetzt. Der Bürgermeister stellte das Programm am Donnerstag vor, anwesend waren auch Fernando Clavijo als Präsident der Kanarischen Inseln sowie weitere Vertreter. Tinajo war wegen seiner landwirtschaftlichen Struktur und der verstreuten Bevölkerung als Pilotstandort ausgewählt worden.
Das Programm sah eine „Schule der Pflege“ vor, die informelle Pflegekräfte, Arbeitslose und Migranten ausbilden sollte. Die Gemeinde erklärte, sie teste das Modell, um es später auf andere ländliche Gebiete der Kanarischen Inseln auszuweiten. Clavijo besuchte zudem neue Einrichtungen im alten Sozialzentrum, die physiotherapeutische Behandlungen für Bewohner boten.
Uniklinik Molina Orosa setzt erstmals osteointegriertes Hörimplantat ein
Das Universitätskrankenhaus Doctor José Molina Orosa hat erstmals ein osteointegriertes Hörimplantat bei einer Patientin eingesetzt. Die Operation hatte im vergangenen Dezember stattgefunden und der Patientin das Hörvermögen zurückgegeben, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Jesús Benítez del Rosario als Leiter der Hals Nasen Ohren Abteilung des Universitätskrankenhauses Gran Canaria Dr. Negrín war nach Lanzarote gereist und hatte den Eingriff mit dem Team vor Ort durchgeführt.
Antonio Martel López als Leiter der HNO Abteilung des Molina Orosa erklärte, der Eingriff sei minimalinvasiv und biete Patienten Vorteile, die mit herkömmlichen Hörgeräten keine ausreichende Verbesserung erzielten. Die 39 Jahre alte Patientin hatte an chronischer Mittelohrentzündung mit Tympanosklerose gelitten und passte sich nach der Nachbeobachtung an den externen Prozessor an, während sich das Hören deutlich verbessert hatte.
Flughafen César Manrique Lanzarote meldet leichtes Plus bei Passagieren
Aena hat für Januar 2026 auf den Kanaren 4.592.312 Passagiere gemeldet und damit ein Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von den kommerziellen Flügen entfielen 1.583.175 Reisende auf nationale Strecken, was einem Rückgang von 2 Prozent entsprach, während internationale Strecken mit 2.989.581 Passagieren um 1,8 Prozent zulegten. Insgesamt registrierte Aena 40.430 Flugbewegungen und 2.619 Tonnen Fracht.
Auf Lanzarote zählte der Flughafen César Manrique 703.457 Passagiere und lag damit 0,3 Prozent mehr als im Januar 2025. Gran Canaria führte die Statistik mit 1.398.924 Passagieren an, Teneriffa Süd kam auf 1.275.134. Die übrigen Flughäfen meldeten teils Rückgänge, darunter Fuerteventura mit 533.137 Passagieren.
Unfall in Arrecife: Polizei stoppt Fahrer ohne Führerschein
Ein 43 Jahre alter Mann aus Madrid, der auf Lanzarote lebt, hat mit einem Lieferwagen einen Unfall verursacht. Der Vorfall ereignete sich am Montag, 9. Februar, auf der Avenida Alcalde Ginés de la Hoz in Arrecife. Die Polizei stellte fest, dass das Fahrzeug ohne gültige technische Überprüfung unterwegs war und der Fahrer keinen gültigen Führerschein besaß, weil er alle Punkte verloren hatte.
Der Lieferwagen beschädigte zudem einen Ampelmast. Die Polizei leitete ein Verfahren wegen eines mutmaßlichen Vergehens gegen die Verkehrssicherheit ein. Der Mann musste sich in einem Schnellverfahren vor dem Gericht in Arrecife verantworten und wurde von einem Pflichtverteidiger vertreten, während das Fahrzeug nach Fuerteventura in eine Werkstatt gebracht wurde.











