Patricia Hernández, Abgeordnete der PSOE im kanarischen Parlament, hat die Regionalregierung aufgefordert, ihre Wohnungspolitik zu überdenken, da sie keine Ergebnisse liefere. Der zuständige Minister Pablo Rodríguez entgegnete, man habe bereits viele Maßnahmen zur Bewältigung der Wohnungsnot ergriffen und sei bereit, weitere Schritte zu unternehmen. Hernández hatte die Anhörung des Ministers für öffentliche Arbeiten, Wohnungsbau und Mobilität im Parlament beantragt, um zu klären, warum der Wohnungsbauplan der vorherigen Legislaturperiode nicht wie vorgesehen umgesetzt werde. Bis August seien nur 8 der für 2025 vorgesehenen 97 Millionen Euro investiert worden, nur 14 Sozialwohnungen seien qualifiziert worden und die Baugenehmigungen für private Projekte seien eingebrochen.
Worum es geht (TL;DR)
- Bis August wurden nur 8 von 97 Millionen Euro für Wohnungsbau ausgegeben.
- Die Regierung plant Steuererleichterungen und ein neues Wohnungsdekret für 2026.
- Private Baugenehmigungen sanken von 6.648 im Jahr 2023 auf 4.174 im Jahr 2024.
Regierung plant weitere Schritte gegen Wohnungsnot
Rodríguez betonte, man habe mehr Instrumente und Budget als je zuvor mobilisiert, um die Wohnungsnot zu bekämpfen, doch dies reiche nicht aus. Weitere Maßnahmen seien geplant. Dazu gehörten Steuererleichterungen im Haushalt 2026, die 90 % der Bevölkerung zugutekommen sollen, sowie ein neues Wohnungsdekret, das derzeit im Parlament beraten werde. Am 2. Dezember werde ein Bericht vorgelegt, der genauere Zahlen über leerstehende und bewohnbare Wohnungen liefern solle. Die oft genannte Zahl von 211.000 leerstehenden Wohnungen halte niemand für glaubwürdig.
Der Zugang zu Wohnraum sei kein neues oder auf die Kanaren beschränktes Problem, sondern ein europäisches, so Rodríguez. Er warnte davor, die Problematik zu vereinfachen, da sie komplex sei. Faktoren wie der Baustopp seit 2008, Bevölkerungswachstum und die Umwandlung von Mietwohnungen in Ferienunterkünfte trügen zur Wohnungsnot bei.
Sozialer Wohnungsbau auf historischem Niveau
Um das Problem zu lösen, fördere die kanarische Regierung den Bau von Sozialwohnungen auf einem historisch hohen Niveau und ermutige die private Bauwirtschaft, geschützten Wohnraum zu schaffen. Rodríguez betonte, man habe viel getan, sei aber bereit, mehr zu tun, um die Wohnungsnot zu lindern.
Er forderte, parteiübergreifende Differenzen zu überwinden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, nachdem Hernández die Regierung aufgefordert hatte, ihre Politik zu überdenken und den Dialog mit anderen Fraktionen zu suchen. Hernández kritisierte, dass keine neuen Wohnungen außerhalb des bestehenden Plans gebaut würden und die Notfallverordnungen der aktuellen Legislaturperiode keine Wirkung zeigten.
Hernández fragte, wie der Minister rechtfertige, dass bis August nur 8 Millionen Euro der vorgesehenen 97 Millionen Euro für den Wohnungsbau ausgegeben worden seien. Sie kritisierte auch, dass der Bau privater Projekte von 6.648 im Jahr 2023 auf 4.174 im Jahr 2024 zurückgegangen sei, obwohl die Regierung Bauherren fördern wolle. Zudem bemängelte sie, dass die Regionalregierung keinen Beitrag zum Jugendmietzuschuss leiste, der ausschließlich vom spanischen Staat finanziert werde.











