Jaime de los Santos vom Partido Popular hat Präsident Pedro Sánchez zum Rücktritt aufgefordert. Der stellvertretende Generalsekretär für Bildung und Gleichstellung betonte am Samstag, Sánchez solle die Ferien zur Reflexion nutzen und „einen Schritt zur Seite treten“.
De los Santos verwies darauf, dass das britische Magazin „The Economist“ zu Monatsbeginn gefordert habe, Sánchez solle zurücktreten oder seine Aufgaben als Regierungschef niederlegen. Er erinnerte daran, dass Sánchez noch vor wenigen Tagen dieselbe Publikation genutzt habe, um seine wirtschaftspolitischen Erfolge hervorzuheben.
Rücktrittsforderungen an Pedro Sánchez
Nach Ansicht von De los Santos dient die aktuelle Berichterstattung nun dazu, die Politik der Vorgängerregierung unter Mariano Rajoy zu würdigen. Zudem rief er erneut dazu auf, Sánchez solle die Bürger in vorgezogenen Neuwahlen entscheiden lassen, um Spanien „auf den Weg der Normalität zurückzuführen“.
De los Santos betonte, dass jede Demokratie Respekt vor den Institutionen und eine Regierung ohne Korruption anstrebe. Er warf Sánchez und der Sozialistischen Partei vor, Korruption zu repräsentieren. Konkret wies er darauf hin, dass aktuell „zwei der wichtigsten Männer der Partei und der Regierung“ entweder im Gefängnis säßen oder das Land nicht verlassen dürften, weil die Justiz den Pass entzogen habe.
Kritik an Regierung und Umgang mit Korruptionsvorwürfen
Der Politiker kritisierte, Sánchez ignoriere diese Entwicklungen weiterhin. Die Volkspartei fordere daher, dass Sánchez während seiner Auszeit über die Bedeutung von Regierungsverantwortung und die Auswirkungen seines Handelns auf Politik und Demokratie nachdenke. Besonders kritisierte De los Santos die Angriffe auf Richter, die Missachtung der nationalen Souveränität und die Weigerung, Gesetze ins Parlament einzubringen.
Im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Titel-Fälschung forderte De los Santos eine klare Unterscheidung zwischen Lebenslauf-Schönung und Dokumentenfälschung. Er kritisierte Wissenschaftsministerin Diana Morant für ihre Unterstützung von José María Ángel, der nach Ermittlungen wegen angeblicher Titel-Fälschung als Regierungsbeauftragter für den Wiederaufbau zurückgetreten war. Der Partido Popular fordere, Ángel solle alle erhaltenen Gelder zurückzahlen.
Debatte um Migration und Vorwürfe gegen die Regierung
De los Santos bezeichnete die Verteidigung von Ángel als „Bärendienst für die Demokratie“ und stellte infrage, welches Vorbild damit für junge Menschen gegeben werde. Er betonte, dass in der Regierung Sánchez niemand die Institutionen respektiere oder die Demokratie verteidige.
Bezüglich der Rassismusvorwürfe gegen das Rathaus von Pozuelo wegen der Schließung eines Migrantenzentrums verteidigte De los Santos die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso und die Bürgermeisterin von Pozuelo. Er kritisierte, dass die Zentralregierung Katalonien und das Baskenland vom Verteilungsmechanismus für unbegleitete minderjährige Migranten ausnehme, während Vertreter der Regierung Madrid und Pozuelo als rassistisch bezeichneten.
Abschließend erklärte De los Santos, Migration sei kein Problem der Migranten, sondern eine Frage des Managements der Migrationsströme, was ausschließlich Aufgabe der Zentralregierung sei. Nach fast sieben Jahren unter Sánchez habe es keine Fortschritte in der Migrationspolitik gegeben, vielmehr habe die Regierung „den kriminellen Netzwerken, die das Leid vieler Menschen ausnutzen, freie Hand gelassen“.







