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    Lanzarote Nachrichten 1. Dezember 20252 Min. Lesedauer

    Prozess auf El Hierro: Widersprüchliche Zeugenaussagen belasten Verfahren

    Prozess auf El Hierro: Widersprüchliche Zeugenaussagen belasten Verfahren
    Prozess auf El Hierro: Widersprüchliche Zeugenaussagen belasten Verfahren — Foto: Archivbild

    Am Montag haben zwei Zeugen im Prozess um die Identifizierung mutmaßlicher Schlepper eines Cayucos, das mit einem Toten auf El Hierro ankam, widersprüchliche Aussagen gemacht. Einer behauptete, ein Polizist habe ihm eine Dokumentenregelung versprochen, wenn er die Verdächtigen identifiziere. Der andere verneinte solche Absprachen. Der erste Zeuge hatte zuvor die Angeklagten auf Fotos und persönlich erkannt, bestritt jedoch vor dem Gericht in Santa Cruz de Tenerife, jemanden an der Spitze des Cayucos gesehen zu haben.

    Worum es geht (TL;DR)

    • Zwei Zeugen machten widersprüchliche Aussagen zur Identifizierung mutmaßlicher Schlepper eines Cayucos auf El Hierro.
    • Die Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre Haft wegen Förderung illegaler Migration und 150.000 Euro Entschädigung.
    • Der Gerichtsmediziner stellte fest, dass der Migrant an Dehydrierung, Hunger und Kälte starb.

    Staatsanwaltschaft fordert mehrjährige Haftstrafen

    Die Staatsanwaltschaft fordert für die Angeklagten fünf Jahre Haft wegen Förderung illegaler Migration, zwei Jahre wegen fahrlässiger Tötung, vier Monate für zwei Körperverletzungsdelikte und 150.000 Euro Entschädigung an die Familie des Verstorbenen. Der Zeuge hatte zunächst vier Personen als Schlepper benannt, konnte im Prozess jedoch nicht erklären, warum. Ein weiterer Zeuge berichtete, dass sie aus Mauretanien gestartet seien und er niemandem Geld gezahlt habe.

    Er erwähnte einen "großen Kapitän" als Anführer und drei Personen mit Schwimmwesten. Er bestritt, unter Druck gesetzt worden zu sein, und erklärte, die Polizei habe ihn lediglich aufgefordert, die Wahrheit zu sagen. Die Verteidigung beantragte die Aufhebung des Verfahrens wegen unzureichender Beweisführung und fehlender Dolmetscher.

    Gerichtsmediziner: Tod durch Dehydrierung und Hunger

    Der Gerichtsmediziner erklärte, der Tod des Migranten sei auf Dehydrierung, Hunger und Kälte zurückzuführen. Der Körper wies Geschwüre auf und wog nur 50 Kilo. Zwei Verletzte hatten Druckstellen und Verstopfung. Die Polizei bestätigte, dass sie die festgelegten Prozeduren befolgt habe, um die Schlepper zu identifizieren. Die drei Angeklagten seien bei ihrer Ankunft zusammen und in besseren Bedingungen gewesen.

    Die Überfahrt dauerte etwa sechs Tage. Laut Staatsanwaltschaft übernahmen die Angeklagten abwechselnd die Navigation und Ordnung an Bord. Es fehlten Schwimmwesten und das Boot war für eine solche Reise ungeeignet, was zu dem Tod eines Migranten durch Multiorganversagen führte.

    Kanaren-Migration
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