Lanzarote spricht über die Wasserkrise nach dem Ausfall von Lanzarote V, die Ermittlungen zum Brand in Zonzamas und den Kreuzfahrtboom in Arrecife sowie weitere Entwicklungen. Was die Insel aktuell beschäftigt.
Wasserversorgung: Entsalzungsanlage Lanzarote V ist wieder angelaufen
Oswaldo Betancort hat die Wiederinbetriebnahme der Entsalzungsanlage Lanzarote V verkündet. In einer Pressekonferenz sagte der Präsident der Inselverwaltung, die Anlage habe nach einem Defekt erhebliche Versorgungsprobleme ausgelöst und laufe nun wieder.
Betancort erklärte, ein Produktionsstopp von 9.000 Kubikmetern pro Tag habe die Lage verschärft, und kritisierte die Betreiberfirma Canal Gestión Lanzarote wegen fehlender Kommunikation. Wasserbeauftragter Domingo Cejas verwies auf mangelnde Wartung und erinnerte an den monatelangen Ausfall der Anlage Janubio.
Zonzamas: PSOE verlangt Erklärung zu Ermittlungen gegen Domingo Cejas
Der PSOE hat eine Anhörung von Oswaldo Betancort gefordert. Hintergrund war eine gerichtliche Untersuchung gegen Domingo Cejas, den Abfallbeauftragten der Inselverwaltung, wegen eines möglichen Umweltvergehens im Zusammenhang mit dem Brand im Mai 2024 im Umweltkomplex Zonzamas.
Benjamín Perdomo, sozialistischer Abgeordneter im Cabildo von Lanzarote, kritisierte, die Regierung habe die Ermittlungen monatelang nicht öffentlich gemacht. Das Gericht in Arrecife ermittle nach Hinweisen der Staatsanwaltschaft, das Cabildo habe Cejas rechtlich unterstützt.
Arrecife: Kreuzfahrttourismus ist bis April 2026 deutlich gewachsen
Yonathan de León hat den Anstieg der Kreuzfahrtzahlen in Arrecife als Erfolg seiner Maßnahmen gewertet. Laut Daten der Hafenbehörde von Las Palmas kamen zwischen Januar und April 2026 insgesamt 394.086 Kreuzfahrtgäste, das waren 18,57 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Damit führte Arrecife die staatlichen Häfen der Provinz Las Palmas an. Prognosen der Hafenbehörde deuteten darauf hin, dass die Hauptstadt bis Ende 2026 mehr als 700.000 Passagiere erreichen werde, was Handel und Gastronomie in der Saison stützte.
Tinajo: PSOE hat Stopp bei Zonen für erneuerbare Energien gefordert
Die Sozialisten in Tinajo haben eine Resolution gegen die weitere Bearbeitung der Zonen für erneuerbare Energien eingereicht. Sprecherin Begoña Hernández sagte, die Energiewende sei nötig, dürfe aber nicht ohne abgestimmte Vereinbarung zwischen Kanaren-Regierung, Inselverwaltung und Gemeinden umgesetzt werden.
Hernández verwies auf einen institutionellen Konflikt um das Protokoll. Die Kanaren-Regierung nannte 3.163,89 Hektar, das entspreche 3,75 Prozent der Insel, während die Inselverwaltung öffentlich erklärte, das Dokument entspreche nicht dem Vereinbarten.
Inselverwaltung: Abkommen soll digitale Kluft auf Lanzarote verkleinern
Oswaldo Betancort hat ein neues Abkommen zur digitalen Inklusion auf den Weg gebracht. Der Regierungsrat der Inselverwaltung genehmigte einen Kooperationsrahmenvertrag mit der Stiftung Cibervoluntarios, die als gemeinnützige Organisation kostenlose Schulungen für digital benachteiligte Gruppen anbietet.
Sozial und Inklusionsbeauftragter Marci Acuña erklärte, digitale Ausgrenzung treffe besonders ältere Menschen, Arbeitslose und einkommensschwache Familien. Geplant waren Workshops, Vorträge und Schulungen vor Ort und online auf Lanzarote und La Graciosa.
Cabildo-Beteiligung: Óscar Noda fordert transparente Regeln für Eventförderung
Óscar Noda hat neue Wettbewerbsrichtlinien für die Finanzierung von Events verlangt. Der Abgeordnete der Grupo Mixto im Cabildo Insular von Lanzarote forderte, die Inselverwaltung solle als Hauptanteilseigner der Sociedad de Promoción Exterior de Lanzarote SA klare Kriterien für Sport-, Kultur- und Tourismusevents durchsetzen.
Noda sagte, willkürliche Förderungen und Patenschaften hätten dem Ansehen der Gesellschaft geschadet. Er schlug ein Online-Portal mit Fristen, Höchstgrenzen und jährlicher Berichterstattung vor, zudem sollten geförderte Projekte ihren Einfluss durch technische Berichte oder Audits nachweisen.
Arrecife: Filmfestival hat Preise vergeben und Zusatztermine angekündigt
Jesús Machín Tavío hat den Abschluss des Festival Internacional de Cine de Lanzarote als Signal für die Kulturszene gewertet. Der Kulturbeauftragte der Inselverwaltung sagte, die Gala im El Salinero habe die Bedeutung des Festivals für die audiovisuelle Landschaft der Kanarischen Inseln gezeigt.
Ausgezeichnet wurden unter anderem „123 semillas de Nim“ von Adrián Buenaventura als Publikumsliebling und bester Dokumentarfilm sowie „Planeta Fome“ von Éider William in Animation. Weitere Projektionen waren für den 27. und 28. Mai im Centro de Innovación Cultural El Almacén angekündigt.
Schulen: Theaterfestival hat 3.578 Besucher nach El Salinero gezogen
Jesús Machín Tavío hat die achte Ausgabe des Festival Teatro Escolar als Stärkung kultureller Bildung beschrieben. Das Schultheaterfestival fand vom 12. bis 15. Mai im Teatro Víctor Fernández Gopar „El Salinero“ statt und erreichte nach Angaben der Organisatoren 3.578 Besucher.
Schüler von 30 Bildungseinrichtungen zeigten acht Stücke zu Themen wie Migration, Klimanotstand, Einsamkeit und Mobbing. Beteiligt waren unter anderem CEIP Tao, IES Puerto del Carmen, IES César Manrique und IES San Bartolomé.
Arrecife: Stadt hat Tageszentrum für Senioren in Maneje angekündigt
Echedey Eugenio hat ein neues Tageszentrum für Senioren in Arrecife vorgestellt. Der stellvertretende Bürgermeister sagte, die Einrichtung solle in der Calle Chupaderos nahe dem Kinderzentrum von Maneje entstehen und sich an Einwohner mehr als 65 Jahre richten, die noch selbstständig sind.
Sozialstadträtin Maite Corujo erklärte, das Zentrum solle Autonomie stärken und Isolation verhindern. Geplant waren auf mehr als 400 Quadratmetern unter anderem Speisesaal, Mehrzweckräume, Garten, Transportangebote sowie kulturelle und präventive Aktivitäten.
Yaiza: Gemeinde hat 20.000 Euro an Vela-Latina-Clubs ausgezahlt
Óscar Noda hat fünf Segelvereine in Yaiza mit insgesamt 20.000 Euro unterstützt. Die Gemeinde bewertete nach eigenen Angaben nicht nur die Teilnahme an Wettbewerben, sondern auch Bildungs und Aufklärungsarbeit für den Nachwuchs.
Sportdezernent Ángel Lago kündigte die sechste Copa Vela Latina del Sur an. Barquillos aus Lanzarote und Fuerteventura konnten sich bis zum 8. Juni anmelden, der Wettbewerb sollte am 21. Juni in Playa Blanca beginnen und am 11. Juli enden.
Yaiza: Bewerbungsphase für kommunale Taxifahrerlaubnis startet
Beatriz Vázquez hat die Ausschreibung für Eignungsprüfungen zur Taxifahrerlaubnis in Yaiza veröffentlicht. Die Verkehrsdezernentin erklärte, Bewerber hätten ab dem 23. Mai zwanzig Kalendertage Zeit, ihre Unterlagen einzureichen, die Informationen stünden auf dem virtuellen Anschlagbrett von yaiza.es.
Die Prüfung bewertete Ortskenntnisse, touristische Ziele, Hotels, Notfallzentren sowie Verkehrs und Tarifrecht. Vázquez verwies auf einen kostenlosen Kurs zur Kundenbetreuung, den die Gemeinde zusammen mit der Tourismusföderation von Lanzarote angeboten hatte.
Haría: Sommerschule ist ausgeschrieben und startet am 1. Juli
Alfredo Villalba hat die Ausschreibung für die Verwaltung der Sommerschule in Haría angekündigt. Der Bürgermeister sagte, das Angebot erleichtere Familien die Vereinbarkeit in den Ferien und schaffe sichere, bildende Räume für Kinder.
Bildungsstadträtin Evelia García erklärte, das Programm solle Kreativität, Kameradschaft und Teilnahme fördern. Der Vertrag hatte ein Basisbudget von 59.720,78 Euro, lief bis 31. August und bot zunächst 100 Plätze im CEIP San Juan in Haría und im CEIP La Garita in Arrieta.
Teguise: Primärsektor-Messe ist für Anfang Juni angekündigt
Olivia Duque hat die fünfte Landwirtschafts, Viehzucht und Fischereimesse in Teguise vorgestellt. Die Bürgermeisterin sagte, die Veranstaltung würdige die Arbeit des Primärsektors und finde vom 4. bis 7. Juni im Agrotechnologiezentrum statt.
Oswaldo Betancort betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit, Omar Viñas als Präsident der FASAT verwies auf mehr als 100 Aktivitäten. Nach Angaben der Veranstalter hatte die Messe im Vorjahr mehr als 40.000 Besucher angezogen, Anmeldungen für Workshops sollten ab dem 29. Mai möglich sein.
Lanzarote: Pedro San Ginés hat im Senat Fragen zu SIVE-Verzögerungen gestellt
Pedro San Ginés hat im spanischen Senat Auskunft zum Grenzüberwachungssystem SIVE auf Lanzarote verlangt. Der Senator der Coalición Canaria kritisierte Verzögerungen bei der Inbetriebnahme und forderte vom Innenministerium Angaben zu Zeitplan, Investitionen und möglichen technischen oder administrativen Hindernissen.
San Ginés verwies auf Migrationsdruck auf der Atlantikroute und sprach von etwa 200 Ankünften in den letzten Wochen, darunter Minderjährige. Er fragte auch nach dem Zustand des Zentrums für Intelligenz und Basis sowie nach der Einsatzfähigkeit der Instrumente in Guinate.
Arrecife: Lanzarote Negra hat zweite Ausgabe abgeschlossen
Gonzalo Mejías hat das Lanzarote Negra Festival im Archivo Municipal de Arrecife beendet. Der Festivaldirektor sagte, die zweite Ausgabe sei nach einer Verschiebung wegen der Sturmböen von Emilia abgeschlossen worden und bleibe eine Hommage an Literatur und Film.
Miguel Aguerralde führte durch Gespräche, Salva Almemany wurde für „Hotel California“ gewürdigt. José Luis Correa, bekannt als Pepe Correa, erhielt den Preis SUEÑO ETERNO LANZAROTE NEGRA, weitere Präsentationen stellte das Festival auf YouTube bereit.
Kanaren: NC-BC hat mehr Psychologen im öffentlichen Gesundheitsdienst gefordert
Yoné Caraballo hat im Parlament eine Initiative für mehr psychologische Versorgung gestartet. Der Abgeordnete von Nueva Canarias Bloque Canarista forderte, im Servicio Canario de Salud eine eigene Kategorie des psychologischen Gesundheitsdienstes zu schaffen und befristete Stellen zu verstetigen.
Caraballo verwies auf 6,1 klinische Psychologen pro 100.000 Einwohner auf den Kanaren und auf 20 bis 25 Prozent psychisch bedingte Anfragen in der Primärversorgung. 2022 seien 40 Psychologen eingesetzt worden, die mehr als 10.700 Konsultationen ermöglicht hätten.
Literatur: Salvador Perpiñá hat neuen Roman vorgestellt
Salvador Perpiñá hat seinen Roman „El prisionero de la planta 15“ präsentiert. In einem Interview erklärte der Autor, die Geschichte sei nicht nur ein Thriller, sondern trage eine verborgene zweite Ebene.
Die Handlung spielte im Madrid von 1966 und folgte Víctor Cano, einem ehemaligen Ermittler und Morphinisten, der eine verschwundene Tochter suchen sollte. Perpiñá beschrieb eine düstere Reise durch das franquistische Spanien, in der Víctor von der Schauspielerin Estela begleitet wurde.






