Der telefonische Notdienst für von Gewalt betroffene Frauen auf den Kanarischen Inseln hat 2025 insgesamt 18.717 Anrufe erhalten. Das entspricht einem Anstieg von 8 % im Vergleich zum Vorjahr, wie der Jahresbericht des Instituto Canario de Igualdad (ICI) zeigt. Über die Hälfte dieser Anrufe, 10.829, waren Notfälle, die sofortige Sicherheitsmaßnahmen erforderten.
Worum es geht (TL;DR)
- Der Notdienst für Gewaltopfer auf den Kanaren erhielt 2025 insgesamt 18.717 Anrufe, 8 % mehr als 2024.
- Über die Hälfte der Anrufe waren Notfälle, die sofortige Sicherheitsmaßnahmen erforderten.
- In den meisten Fällen war der Täter der Partner oder Ex-Partner der betroffenen Frauen.
Im Sommer, besonders im Juli und August, stieg die Zahl der Anrufe wegen geschlechtsspezifischer Gewalt stark an, berichtete die kanarische Sozialbehörde. Im August gab es 1.836 Notrufe, von denen fast 60 % als Notfälle eingestuft wurden.
Notrufe wegen Gewalt auf den Kanaren nehmen zu
Von den Anrufen im Jahr 2025 waren 26 % Informationsanfragen und 16 % dringende Fälle. Der Dienst betreute 608 Frauen mit Behinderungen, was ihre besondere Verletzlichkeit unterstreicht.
Die Notfallteams für misshandelte Frauen wurden 2.129 Mal aktiviert. Insgesamt 383 Frauen und ihre 214 Kinder mussten in Notunterkünfte gebracht werden.
Es wurden 10.629 Polizeieinsätze und 883 medizinische Einsätze durchgeführt. In 42 % der Fälle riefen die Opfer selbst an, während 24 % der Anrufe von zufälligen Hinweisgebern kamen.
Notrufe: Gewalt durch Partner und Ex-Partner überwiegt
Meistens war der Täter der Partner oder Ex-Partner. Es gab 8.479 Fälle mit dem Partner als Täter und 4.978 mit dem Ex-Partner. Auch Kinder, Fremde, Geschwister und Eltern wurden als Täter gemeldet.
41 % der Anrufe betrafen physische Gewalt, 39 % psychische oder wirtschaftliche Gewalt. 4 % beinhalteten sexuelle Gewalt. Seit Mai wurden die Krisenzentren 185 Mal aktiviert.
Die meisten Anrufe kamen von Frauen zwischen 36 und 55 Jahren. Auch 261 Mädchen unter 18 Jahren und 169 Frauen über 76 Jahren wurden betreut.
Seit 2003 wurden 113 Frauen auf den Kanaren durch geschlechtsspezifische Gewalt getötet. Ana Brito, Direktorin des ICI, betonte die Wichtigkeit, Gewalt zu melden. Der Mord an Czarina C. am 5. Januar in Las Palmas wurde als erster Mord des Jahres 2025 bestätigt.











