Der spanische Minister für territoriale Politik und demokratisches Gedenken, Ángel Víctor Torres, hat am Mittwoch angekündigt, dass die Zentralregierung in sieben Tagen die Regionen benennen wird, die landesweit unbegleitete minderjährige Asylsuchende aus den Kanaren aufnehmen sollen. Torres erklärte, dass das staatliche Aufnahmesystem innerhalb einer Woche die Standorte bekannt geben werde, um möglichst bereits im August mit den Verlegungen zu beginnen. „Das ist der Wille der spanischen Regierung“, betonte er gegenüber Journalisten, nachdem er gefragt wurde, ob die Zielorte der minderjährigen Migranten nicht veröffentlicht würden.
Torres kritisierte, dass die konservative Partei PP nicht an den sektoralen Konferenzen teilnehme und so Einigungen verhindere. Er verwies auf ein Schreiben aus der Region Madrid, in dem gefordert werde, dass minderjährige Asylsuchende nicht aus den Kanaren verlegt werden. Laut Torres blockiere die PP entsprechende Vereinbarungen in ihren Institutionen.
Unbegleitete minderjährige Asylsuchende auf den Kanaren
Der Minister hob hervor, dass es sich bei den betroffenen Kindern um besonders schutzbedürftige Menschen handele, die häufig bereits in Schulen und Bildungseinrichtungen in Ceuta, Melilla, auf den Kanaren, den Balearen und in Andalusien integriert seien. Sie wollten mit anderen Minderjährigen zusammenleben und ihren Alltag teilen.
Torres forderte, dass diese Kinder als das behandelt werden, was sie sind: Personen ohne elterliche oder gesetzliche Betreuung, für die die öffentlichen Verwaltungen verantwortlich seien. Es sei nicht akzeptabel, diesen Minderjährigen Hindernisse in den Weg zu stellen.
Spanische Regierung verurteilt rassistische Botschaften
Der Minister appellierte an die Verantwortlichen der Verwaltungen, Verständnis für die Situation der ankommenden Kinder zu zeigen. Viele von ihnen hätten ihre Heimat verlassen, weil sie vor Krieg oder schwierigen Bedingungen fliehen mussten, und seien ohne ihre Familien auf den Kanaren angekommen.
Torres betonte, dass er jede Form von fremdenfeindlichen und rassistischen Botschaften verurteile. Er sei überzeugt, dass die Mehrheit der spanischen Gesellschaft humanitäre Werte und die Rechte dieser Kinder unterstütze. Dies zeige sich auch daran, dass Demonstrationen gegen die Aufnahme nur wenig Zuspruch fänden.
Regierung kritisiert aktuelle Situation auf den Kanaren
Auf die Frage nach alternativen Möglichkeiten der Betreuung unbegleiteter Minderjähriger, die derzeit von NGOs in Einrichtungen auf den Kanaren betreut werden, äußerte sich Torres zurückhaltend. In Gran Canaria laufe derzeit ein Ermittlungsverfahren, bei dem Personen zunächst festgenommen und später freigelassen wurden. Er betonte, dass die Justiz alle relevanten Aspekte prüfen solle.
Torres räumte ein, dass die Zentralregierung die aktuelle Lage in den Grenzregionen nicht teile. Es sei nicht nachvollziehbar, dass auf den Kanaren mehr als 6000 unbegleitete minderjährige Ausländer leben.










