Rafael Martín hat das Amt des Geschäftsführers am Universitätskrankenhaus der Kanarischen Inseln (HUC) übernommen. Gemeinsam mit dem neuen Leiter des Kanarischen Gesundheitsdienstes (SCS), Adasat Goya, sowie der neuen Direktorin des Gesundheitsbereichs von Teneriffa, Diana Morá, wurde er zu Wochenbeginn vereidigt.
Die Entscheidung des Gesundheitsministeriums, Martín mit der Leitung des HUC zu betrauen, sieht die Ärztekammer von Teneriffa (COMTF) weniger kritisch als die Frage nach den Prioritäten des neuen Geschäftsführers. Das erklärte Rodrigo Martín, Präsident der COMTF, gegenüber Atlántico Hoy. Er betonte, dass angesichts der verbleibenden knapp zwei Jahre der Legislaturperiode vor allem Transparenz über die geplanten Schwerpunkte erwartet werde. Die Ärztekammer habe daher ein Treffen angefragt, um das Arbeitsprogramm kennenzulernen und zu prüfen, ob es mit den Vorstellungen der Mediziner übereinstimme.
Herausforderungen am HUC auf Teneriffa im Fokus
Die COMTF fordert, dass die Leitung des HUC vorrangig die bestehenden Probleme angeht. Dazu zählten insbesondere die Notaufnahme und der Personalmangel. Zudem müsse die Möglichkeit geprüft werden, auf Teneriffa ein neues Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe zu errichten. Rodrigo Martín erklärte, dass durch den Bau eines neuen Klinikgebäudes eines der beiden bestehenden Häuser für soziale Dienste umgewidmet werden könnte, ähnlich wie auf Gran Canaria. Ein solches Zentrum könne einen Großteil der derzeitigen Engpässe bei den Bettenkapazitäten lösen.
Mit Blick auf die Kosten erläuterte Martín, dass erhebliche Einsparungen möglich seien, da viele Patienten, die derzeit Betten in den großen Krankenhäusern Teneriffas belegten, in das neue Haus verlegt werden könnten. Dadurch ließen sich laut Martín fast die Hälfte der aktuellen Ausgaben für diese Betten einsparen.
Neues Krankenhaus für Teneriffa gefordert
Die Einführung einer neuen medizinischen Einrichtung würde nach Ansicht der Ärztekammer nicht nur wirtschaftliche Vorteile bringen, sondern auch die Versorgungsqualität durch zusätzliche Betten verbessern. Martín betonte, dass nun entschieden werden müsse, an welchem Standort das neue Krankenhaus entstehen solle – etwa auf dem Gelände Hoya Fría in Santa Cruz oder auf dem Gelände der Universität La Laguna oberhalb des HUC. Die Entscheidung dürfe nicht aus Kostengründen aufgeschoben werden, da der Beschluss selbst keine Ausgaben verursache.
Laut Martín sei der Bau eines neuen Krankenhauses dringend und müsse jetzt vorbereitet werden. Zwar reiche die verbleibende Legislaturperiode nicht für die Umsetzung, doch könnten wichtige Planungsprozesse angestoßen werden. Die Finanzierung und der Bau müssten dann von der nächsten Regierung übernommen werden.
Ärztekammer sieht dringenden Handlungsbedarf
„Teneriffa braucht ein Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe, und die Ausrede fehlender Mittel ist nicht akzeptabel“, unterstrich Martín. Es gebe sogar europäische Fördermittel, deren Verlust bei Untätigkeit drohe. Für die Ärztekammer steht fest, dass der Bau neuer Krankenhausinfrastruktur auf Teneriffa angesichts des Bevölkerungswachstums und der aktuellen Daten unumgänglich sei.
Martín verwies darauf, dass Adasat Goya, der neue SCS-Direktor, eine Kommission zur Prüfung des Bedarfs angekündigt habe. Aus Sicht der Ärztekammer sei dies jedoch lediglich eine Verzögerung des Offensichtlichen. Die wichtigsten Aufgaben für das neue SCS-Team seien daher die Fertigstellung der interoperablen Patientenakte, die Lösung der Probleme am HUC, der Bau eines dritten Krankenhauses für die Insel, die Errichtung aller geplanten Gesundheitszentren und die Einstellung zusätzlicher Ärzte an den Krankenhäusern Teneriffas.





