Kanaren-Enthüllung: Führende Politiker für Pandemie-Fehlkäufe verantwortlich gemacht
Eine parlamentarische Untersuchung auf den Kanarischen Inseln hat führende Politiker für Missstände bei der Beschaffung während der COVID-19-Pandemie zur Verantwortung gezogen. Der ehemalige Regionalpräsident Ángel Víctor Torres sowie die Ex-Gesundheitsminister Julio Pérez und Blas Trujillo wurden für Verträge im Wert von fast 100 Millionen Euro politisch verantwortlich gemacht.
Das vorläufige Gutachten des Untersuchungsausschusses, das von ‚El Día‘ hervorgehoben wurde, betont, dass die Regierungsmitglieder, die die positiven Ergebnisse der Pandemiepolitik lobten, auch für die Missstände verantwortlich sind. Der Ausschuss stützt sich auf ein Gutachten des Verfassungsrechtlers Joaquín García Morillo, das besagt, dass politische Verantwortung bei den Regierungsmitgliedern liegt, auch wenn sie nicht strafrechtlich belangt werden können.
Die Ausschussmitglieder zitieren zudem die ehemalige Gesundheitsministerin Teresa Cruz Oval, die die Verantwortung der Regierungspositionen klar definierte. Sie erklärte, dass sie bei einem Versagen von Ana María Pérez oder Conrado Domínguez ebenfalls die Verantwortung übernehmen würde.
Verantwortung auf Teneriffa wird betont
Der Ausschuss sieht sowohl Torres als auch Trujillo in der Verantwortung für die Ernennung von Conrado Domínguez zum Leiter des Gesundheitsdienstes der Kanarischen Inseln (SCS), dem „volle Befugnisse bei der Vertragsvergabe“ eingeräumt wurden. Seine Entlassung entbindet sie nicht von der politischen Verantwortung. Julio Pérez wurde kritisiert, da er Domínguez erlaubte, aus den SCS-Büros zu operieren, bevor er offiziell ernannt wurde.
Bezüglich der angeblichen Verantwortung der ehemaligen Direktorin für Wirtschaftliche Ressourcen, Ana María Pérez, hält der Bericht fest, dass es nicht glaubwürdig sei, dass alle Entscheidungen ohne Wissen ihrer Vorgesetzten getroffen wurden. Der Ausschuss betont die chaotischen internationalen Beschaffungsbedingungen, weist aber darauf hin, dass dies die Verantwortung der Verwaltung nicht mindert.
Preisdifferenzen bei Beschaffungen aufgedeckt
Der Ausschuss stellte auch Preisunterschiede bei verschiedenen medizinischen Materialien fest, insbesondere bei einem Vertrag mit RR7 United, das vier Millionen Euro für nicht gelieferte Masken erhielt. Der Bericht kritisiert das Fehlen grundlegender Überprüfungsmechanismen und die Auswahl eines ungeeigneten Lieferanten.
Um zukünftige Missstände zu verhindern, schlägt der Ausschuss vor, Artikel 120 des öffentlichen Vertragsrechts zu ändern, um rechtliche Kontrollen auch in Notfällen zu stärken, Kriseneinheiten zu schaffen und eine Plattform zur Echtzeitüberwachung von Verträgen zu entwickeln.











