Ein Mann hat am 29. Juli in Galicien die Hauspflegekraft Teresa de Jesús González ermordet, nachdem sie sexuelle Belästigung durch den Ehemann der von ihr betreuten Person gemeldet hatte. Am Mittwoch versammelten sich Kolleginnen und Kollegen sowie Mitglieder des Betriebsrats von ATENDE Servicios Integrados SL vor der Casa Sindical in Santa Cruz, um den tödlichen Angriff scharf zu verurteilen und Maßnahmen für mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu fordern.
Der Betriebsrat betonte die zentrale Bedeutung von Hauspflegekräften, die überwiegend Frauen sind, für ältere, abhängige oder besonders schutzbedürftige Menschen. Gleichzeitig kritisierten die Beschäftigten die prekären Arbeitsbedingungen, die durch mangelnde Ressourcen und unzureichende Mittel geprägt seien. Dadurch seien sie ständigen Risiken ausgesetzt und am Arbeitsplatz, der zugleich das Zuhause der Pflegebedürftigen ist, völlig ungeschützt vor Übergriffen.
Sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Pflegekräfte in Galicien
Die Beschäftigten warnten, dass der Fall von Teresa kein Einzelfall sei. Sie äußerten ihre Frustration über die fortlaufenden Meldungen zu sexueller Belästigung und Übergriffen durch Pflegebedürftige oder deren Angehörige. Als Hauspflegekräfte und andere soziale Fachkräfte sehen sie sich als besonders gefährdete Berufsgruppe im Pflegesystem, da sie isoliert und ohne ausreichenden Schutz vor Angriffen oder Belästigungen arbeiten.
Die Gewerkschaft Comisiones Obreras (CCOO) Canarias zeigte sich bestürzt über das Geschehen und kündigte ihre Teilnahme an der für Donnerstag geplanten Kundgebung der Rechtlichen Vertretung der Hauspflegekräfte sowie am 11. August vor dem Sozialamt in Santa Cruz de Tenerife an.
CCOO fordert Schutzmaßnahmen für Pflegekräfte
„Wir prangern seit Jahren das Fehlen wirksamer Präventionsmaßnahmen im Sektor und die institutionelle Vernachlässigung an, die diese Fachkräfte Angriffen und sexueller Belästigung oder geschlechtsspezifischer Diskriminierung schutzlos aussetzt“, erklärte die Gewerkschaft. Das Gleichstellungssekretariat der CCOO Canarias forderte erneut, dass Unternehmen spezifische Protokolle gegen sexuelle Belästigung und geschlechtsspezifische Diskriminierung einführen, insbesondere bei Übergriffen durch Pflegebedürftige oder deren Angehörige.
„Es ist unerlässlich, dass sowohl Unternehmen als auch Kommunen vorbeugende Schutzmaßnahmen ergreifen“, betonte die Gewerkschaft. Die Pflegearbeit, die überwiegend von Frauen geleistet wird, sei eine tragende Säule der Gesellschaft. „Es ist inakzeptabel, dass diejenigen, die diese Arbeit leisten, ihre Unversehrtheit und sogar ihr Leben riskieren.“








