Professor Juan Carlos Carracedo hat seine wissenschaftliche Karriere der Erforschung der Vulkane auf den Kanarischen Inseln gewidmet. Geboren 1941 in Miranda de Ebro, fühlt er sich dennoch als Canario und insbesondere mit Teneriffa verbunden. Seine beeindruckende Laufbahn umfasst die Untersuchung bedeutender Vulkanausbrüche, darunter der von Teneguía 1971 und Cumbre Vieja 2021. Carracedo, der zu den weltweit führenden Wissenschaftlern zählt, hat eine große Familie, die ihm nach dem Tod seiner Frau Pauline Agnew Trost spendet.
In einem Gespräch über den Teide, einen der bekanntesten Vulkane auf Teneriffa, erklärt Carracedo, dass der Vulkan zwar aktiv ist, aber kein unmittelbares Risiko für einen Gipfelausbruch darstellt. „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über seine Entwicklung deuten darauf hin, dass ein solcher Ausbruch unwahrscheinlich ist“, so Carracedo. Der Teide habe sich über Jahrtausende hinweg durch die Eruption von phonolithischen Laven verändert.
Er betont, dass zukünftige Ausbrüche auf Teneriffa eher strombolianischer Natur sein könnten, ähnlich denen auf La Palma. Diese seien weniger explosiv, aber aufgrund der dichten Besiedlung und Infrastruktur dennoch riskant. Carracedo hebt die Bedeutung der Forschung und Überwachung von Vulkanen hervor, um auf mögliche Ereignisse vorbereitet zu sein.
Vulkanische Aktivität auf Teneriffa verstehen
Die wissenschaftliche Debatte über die geologische Entwicklung der Kanaren bleibt lebendig. Carracedo erinnert sich an die Anfänge seiner Forschung, als Atlantis noch als Ursprung der Inseln galt. Dank der Arbeit zahlreicher Wissenschaftler weltweit hat sich das Verständnis der geologischen Prozesse auf dem Archipel erheblich verbessert. Dennoch gibt es weiterhin viel zu entdecken und zu erforschen.
Die Fortschritte in der Überwachung aktiver Vulkane sind bedeutend, insbesondere durch den Einsatz von Instrumentennetzwerken auf allen Inseln. Carracedo sieht darin einen wichtigen Schritt zur Früherkennung von Eruptionen. Er betont, dass die Vorbeugung entscheidend ist, um die Bevölkerung zu schützen und die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen zu minimieren.
Apokalyptische Szenarien, wie sie in einigen Fernsehsendungen dargestellt werden, kritisiert Carracedo scharf. Diese basierten auf unbegründeten Theorien und schädigten sowohl die Wissenschaft als auch das Ansehen der Kanaren. Er weist darauf hin, dass solche Darstellungen oft finanzielle Interessen verfolgen und nicht auf wissenschaftlicher Grundlage beruhen.
Forschung und Monitoring der Vulkane auf den Kanaren
Die Arbeit von Institutionen wie dem IGN und Involcán hat sich laut Carracedo verbessert. Er lobt die neuen Ansätze und Ideen, die besser zur Natur der Inseln passen. Trotz seiner früheren Meinungsverschiedenheiten mit dem IGN erkennt er die Fortschritte an. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Vulkanen der Kanaren ist für Carracedo eine kontinuierliche Lernkurve, die durch jede Eruption vertieft wird.
Die Erfahrungen aus vergangenen Ausbrüchen tragen dazu bei, das Wissen über Vulkane zu erweitern und die Maßnahmen zur Risikominimierung zu verbessern. Carracedo betont, dass es nicht nur um theoretische Übungen geht, sondern um reale Tests, bei denen Menschenleben auf dem Spiel stehen.
Insgesamt zeigt sich, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft auf den Kanaren bestrebt ist, die vulkanischen Risiken zu verstehen und zu managen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.











