Zwölf Stadträte des Rathauses von Güímar haben am Montag einen Misstrauensantrag gegen Bürgermeister Gustavo Pérez (Coalición Canaria) eingereicht. Die Antragsteller begründeten ihr Vorgehen mit einer „offensichtlichen Untätigkeit und fehlender Führung“ des amtierenden Bürgermeisters, was „ernste“ Folgen für die öffentlichen Dienste gehabt habe.
Der Misstrauensantrag erhielt die Unterstützung von neun Stadträten der Partido Popular (PP), einem Vertreter von Nueva Canarias sowie zwei Stadträten, die die Regierungskoalition verlassen hatten. Die Initiative wird von Carmen Luisa Castro Dorta (PP) angeführt, die bereits von 2013 bis 2019 das Amt der Bürgermeisterin innehatte und nun erneut für das Amt vorgeschlagen ist.
Misstrauensantrag gegen Bürgermeister von Güímar
Das eingereichte Dokument trägt die Unterschriften der neun PP-Stadträte, darunter Castro selbst, sowie María del Socorro González Reyes, Francisco Javier Hernández Armas, David Román Escobar, Francisco Javier del Rosario Delgado, Pedro Daniel Pérez Rodríguez, Raquel Belén Díaz Castro, María del Carmen Jorge Rodríguez und Ana Belén Acosta Rosa. Hinzu kommen Carlos Pablo Llarena González von Nueva Canarias sowie die ehemaligen PSOE-Stadträte José Miguel Hernández Fernández und Patricia Encinoso Pestano.
Die Unterzeichner führten mehrere Gründe für den Antrag an. Sie verwiesen auf den „deutlichen“ Verfall der öffentlichen Dienstleistungen, eine „tiefgreifende Krise“ bei der Lokalpolizei, eine „institutionelle Blockade“ durch interne Streitigkeiten sowie auf die „nicht gerechtfertigte“ Zunahme der Gemeindeschulden. Zudem kritisierten sie das Fehlen einer strategischen Planung bei Investitionen und Infrastrukturprojekten.
Kritik an öffentlicher Auftragsvergabe auf Teneriffa
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Bauarbeiten in Las Bajas. Aufgrund der Untätigkeit des Bürgermeisters habe das Rathaus mehr als eine halbe Million Euro an das beauftragte Unternehmen zahlen müssen. In diesem Zusammenhang habe der Stadtrat für Stadtplanung und erste stellvertretende Bürgermeister Airam Puerta (PSOE) vor Gericht eingeräumt, von den Mehrkosten gewusst zu haben. Dies werteten die Antragsteller als schwerwiegende Nachlässigkeit beim Schutz öffentlicher Interessen.
Im Zusammenhang mit einem Abwasserprojekt im Stadtteil Fátima wiesen die zwölf Stadträte darauf hin, dass die „Echtheit eines Gemeindedekrets, der unsachgemäße Gebrauch offizieller Unterschriften und mögliche Unregelmäßigkeiten bei Zahlungen“ untersucht würden. Diese Vorgänge bezeichneten sie als „außerordentlich schwerwiegende“ Angelegenheiten, die dringend aufgeklärt werden müssten.
Unfertige Bauprojekte und Kritik an Polizeiarbeit
Die Antragsteller äußerten zudem Bedauern über mehrere unvollendete Bauprojekte an der Küste, etwa in Golete, La Puente und Las Bajas, die entweder nicht abgeschlossen oder mit erheblichen Kostenüberschreitungen beendet worden seien.
Sie warnten vor einem wachsenden Gefühl der Unsicherheit in der Bevölkerung, das auf die Krise im Management der Lokalpolizei zurückzuführen sei. Diese habe auch die Abteilung für Feierlichkeiten beeinträchtigt. Dort hätten zahlreiche Bürger über Schwierigkeiten bei der Durchführung wichtiger Veranstaltungen wie der Patronatsfeste und der Bajada del Socorro geklagt.
Vorwürfe gegen Bürgermeister Pérez und Vizebürgermeister Puerta
Die Antragsteller machten den Bürgermeister und den ersten stellvertretenden Bürgermeister auch für die „übermäßige“ Verzögerung bei der Gründung der städtischen Dienstleistungsgesellschaft verantwortlich. Dadurch seien bereits investierte Zeit und öffentliche Mittel verloren gegangen.
Zudem kritisierten sie eine „mangelnde Transparenz bei der Vergabe bestimmter Aufträge“, Vertragsverletzungen durch Unternehmen und „nicht gerechtfertigte“ Verzögerungen bei Zahlungen an Lieferanten. Diese Missstände schrieben sie direkt der Amtsführung von Gustavo Pérez zu.
Nach den gesetzlichen Vorgaben wird am Tag nach der Einreichung des Antrags automatisch eine Plenarsitzung zur Debatte und Abstimmung innerhalb von zehn Arbeitstagen einberufen.


