Die Stadtverwaltung von Santa Cruz de Tenerife hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der urbanen Mobilität umgesetzt. Die Neuordnung des Verkehrs, die Schaffung zusätzlicher Parkflächen und die Förderung nachhaltiger Verkehrsmittel stehen dabei im Mittelpunkt. Die Umgestaltung des öffentlichen Raums sorgt jedoch weiterhin für Diskussionen.
Politische Entscheidungen über die Nutzung der Straßen, die Vergabe von Prioritäten und die Regulierung des städtischen Raums haben an Bedeutung gewonnen. Der Stadtrat hat Projekte zur Erweiterung der Parkmöglichkeiten in verschiedenen Stadtteilen gestartet, setzt auf die Einführung von grünen und blauen Parkzonen und passt die Verkehrsführung an, um Fahrrädern und anderen individuellen Mobilitätsformen mehr Raum zu geben.
Mobilität und Parken auf Teneriffa im Wandel
Diese Entwicklungen finden in einem begrenzten städtischen Umfeld statt, das von eigenen Gewohnheiten und Widerständen geprägt ist. Parallel dazu modernisieren sich der öffentliche Nahverkehr und das Taxigewerbe. Neue Buslinien, eine modernisierte Busflotte und die Forderung nach einer Verlängerung der Straßenbahn bis nach La Gallega prägen das aktuelle Bild.
Im Taxibereich sorgten Maßnahmen zur Anpassung der Lizenzanzahl und das Verhältnis zwischen Branche und Verwaltung für Aufmerksamkeit. Bürgermeister José Manuel Bermúdez erläuterte im Interview die Pläne der Stadt in den Bereichen Mobilität, Parken und öffentlicher Nahverkehr.
Parkzonen und neue Parkflächen in Santa Cruz de Tenerife
Bermúdez erklärte, dass zunächst die Vorschriften geändert werden mussten, um den Bau von Parkhäusern zu ermöglichen. Der aufgehobene Generalplan hatte dies erlaubt, doch nun seien Anpassungen notwendig. In der Zwischenzeit habe die Stadt Grundstücke in einigen Bereichen erworben, um kurzfristig Parkplätze zu schaffen. So entstehen auf der Calle La Rosa bis Jahresende 70 Stellplätze, bei einem Parkhaus könnten es über 100 werden. Weitere Projekte betreffen unter anderem Casa Pisaca und den Bereich Almeida, wo ein unterirdisches Parkhaus geplant ist. Auf dem Gelände der Isla del Mar-Terrasse sollen nach dem Abriss mehr als 200 Parkplätze entstehen. Im Stadtteil San Gerardo werden am alten Schulstandort Rodríguez Galván rund 300 weitere Stellplätze geschaffen. Die Fertigstellung ist für das kommende Jahr vorgesehen.
Alle verfügbaren Grundstücke sollen in Parkzonen umgewandelt werden. Die Einführung von grünen und blauen Parkzonen sei notwendig, um die hohe Nachfrage in zentralen Bereichen zu steuern. In der grünen Zone erhalten Anwohner Vorrang und müssen keine Gebühren zahlen, während Besucher nach Zeit abgerechnet werden. Bermúdez betonte, dass dieses System bereits in vielen spanischen Städten etabliert sei, etwa in Las Palmas de Gran Canaria. In Santa Cruz bleibe das Parken für Anwohner in der grünen Zone gebührenfrei.
Radwege und öffentlicher Nahverkehr auf Teneriffa
Zur Kritik an den Radwegen, die Parkplätze verdrängen, sagte Bermúdez, die Einführung sei eine notwendige Anpassung an neue Mobilitätsformen. Elektroroller und E-Bikes seien inzwischen weit verbreitet, und nur durch eigene Fahrspuren könne die Sicherheit der Nutzer gewährleistet werden. In etwa 50 Straßen der Stadt wurden Radwege oder gemeinsame Nutzungen eingerichtet, wobei nur 2,5 Kilometer reine Radwege sind. Widerstände gegen Veränderungen seien in Santa Cruz nicht neu, etwa bei der Umwandlung von Straßen in Fußgängerzonen.
Beim öffentlichen Nahverkehr investiert die Stadt nach eigenen Angaben mehr als 10 Millionen Euro jährlich. Der Vertrag mit dem Busunternehmen Titsa sieht vor, dass Frequenz, Streckenleistung und Wartung der Busflotte gewährleistet werden. Die Busflotte wird derzeit mit Hybrid- und Elektrobussen erneuert. Zuletzt wurden Nachtlinien nach San Andrés und neue Verbindungen nach La Gallega eingeführt. Zudem fordert die Stadt eine Verlängerung der Straßenbahn nach La Gallega, um die Anbindung im Südwesten zu verbessern.
Taxi-Lizenzen und Dialog mit dem Sektor
Im Taxigewerbe habe die Stadt die Zahl der Lizenzen von 1.087 auf etwa 700 reduziert. Die Entschädigung erfolgte vollständig aus öffentlichen Mitteln, ohne Eigenbeteiligung der Fahrer – ein in Spanien einzigartiges Vorgehen. Außerdem wurde ein Runder Tisch für den Sektor eingerichtet. Bermúdez betonte seine Dialogbereitschaft, kritisierte jedoch Protestformen, die die Bevölkerung beeinträchtigen. Er lehne es ab, sich durch solche Aktionen unter Druck setzen zu lassen.
Die Stadtverwaltung sieht sich aktuell vor der Herausforderung, das Mobilitätsmodell an die Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen und dabei die Besonderheiten des urbanen Raums zu berücksichtigen.





