Gran Canaria und die Kanarischen Inseln beschäftigen derzeit die neue Wohnsitzpflicht für Sozialwohnungen, hohe Eigenkapitalhürden beim Immobilienkauf, die Wetterlage der Woche sowie weitere politische und ökologische Entwicklungen.
Kanaren: 12-jährige Wohnsitzpflicht für Sozialwohnungen
Die Kanaren-Regierung hat eine zwölfjährige Wohnsitzpflicht für Sozialwohnungen eingeführt. Das Dekret 23/2026 trat am 7. April in Kraft und ordnet das Bewerbungsverfahren neu. Neben sozialen Kriterien verlangt es ein Jahreseinkommen von maximal 21.000 Euro sowie zwölf Jahre ununterbrochenen oder 15 Jahre unterbrochenen Wohnsitz.
Organisationen bezeichnen die Vorgaben als diskriminierend und ineffektiv. Das DESCA-Menschenrechtsobservatorium sieht einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz und warnt vor Folgen für schutzbedürftige Migranten. Kritiker verweisen zudem auf mehr als 34.000 Anträge, während die Regierung in drei Jahren nur 24 Einheiten fertigstellte.
Hypothek auf den Kanaren: Eigenkapital von rund 47.000 Euro nötig
Eine Analyse von Qualis Credit Risk beziffert die nötigen Ersparnisse für eine Hypothek auf den Kanaren auf durchschnittlich 47.143 Euro. In Las Palmas de Gran Canaria liegt der Wert bei 47.249 Euro, in Santa Cruz de Tenerife bei 47.041 Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Beträge jeweils um rund 7,45 Prozent.
Hintergrund ist die übliche Bankfinanzierung von bis zu 80 Prozent des Immobilienwerts: Die restlichen 20 Prozent sowie Steuern und Formalisierungskosten müssen Käufer selbst aufbringen. Mariola Municio von Qualis Credit Risk sagte, viele könnten zwar die monatlichen Raten stemmen, scheiterten aber an der Anzahlung.
Aemet: Sonnige Woche auf Gran Canaria mit leicht steigenden Temperaturen
Die Staatliche Meteorologische Agentur Aemet kündigt für die Kanaren eine überwiegend sonnige Woche mit Nordostwind an. Am Montag blieb es vielerorts klar; im Norden der Bergregionen hingen Wolken, am frühen Morgen war leichter Regen möglich. In Las Palmas de Gran Canaria lagen die Temperaturen bei 18 bis 22 Grad.
Für Dienstag und Mittwoch sagt Aemet weiterhin wenig Niederschlag voraus, im Norden der Berginseln bleibt es zeitweise bewölkt. Die Höchsttemperaturen sollen in mittleren Lagen und auf Gipfeln leicht steigen. Das europäische Modell ECMWF erwartet ab Mittwoch Nordwind und kaum Wolken.
PP auf Gran Canaria: Kritik an widersprüchlicher politischer Linie
Der Partido Popular hat auf Gran Canaria dem Staat vorgeworfen, die Kanarischen Inseln "übergangen" zu haben. Kritiker halten der Partei entgegen, frühere Blockaden von Maßnahmen zugunsten der Inseln auszublenden. Das macht die Selbstdarstellung als Verteidiger kanarischer Interessen widersprüchlich.
Verwiesen wird auf wiederholte Bemühungen anderer politischer Gruppen um Unterstützung, die demnach untergraben worden seien. Gefordert wird eine stärkere Reflexion aktueller und historischer Handlungen; Einheit und Zusammenarbeit sollten die Interessen der Inseln künftig besser absichern.
Kreuzfahrttourismus wächst – Studie warnt vor Umweltfolgen in Kanaren-Häfen
Eine Studie prognostiziert, dass Häfen auf den Kanaren bis 2027 zu den umweltschädlichsten in der Europäischen Union zählen könnten. Als Ursache gilt eine Ausnahme von der Pflicht zur Nutzung saubererer Kraftstoffe. Umweltforscher Xavier Querol hatte bereits 2022 eine schnelle Emissionssenkung in Häfen gefordert.
Während Städte wie Barcelona gegen Massentourismus vorgehen, fördern die Kanaren zusätzliche Kreuzfahrtanläufe. In Santa Cruz de Tenerife kamen 2025 fast 950.000 Kreuzfahrtpassagiere an; die Häfen der östlichen Kanaren verzeichneten mehr als zwei Millionen Besucher. Das Tourismusministerium erwartet mehr Anfragen für Winteranläufe.







