Manuel Domínguez hat die spanische Regierung für die anhaltende Krise um unbegleitete minderjährige Migranten auf den Kanaren scharf kritisiert. Der Präsident der Partido Popular auf den Kanaren und Vizepräsident der Regionalregierung warf dem Zentralstaat am Montag Untätigkeit vor. Domínguez erklärte: „Ich bin die Ausflüchte der spanischen Regierung leid.“ Er betonte, das Problem lasse sich nicht lösen, solange die PSOE weiter nach Schuldigen suche, statt Lösungen zu präsentieren.
Domínguez bezeichnete es als untragbar, dass vier Monate nach der Anordnung des Obersten Gerichtshofs, binnen zehn Tagen mehr als 1200 asylberechtigte Minderjährige zu betreuen, keine einzige Verlegung erfolgt sei. „Es hat sich gezeigt, dass die spanische Regierung kein Interesse daran hat, diese Minderjährigen von den Kanaren zu holen“, sagte er.
Kritik an Umgang mit minderjährigen Migranten auf Gran Canaria
Der Politiker lobte den Druck seiner Partei, der die Regierung zu schnellen Entscheidungen gezwungen habe. Dennoch beklagte er, dass sich das Muster der Verzögerungen fortsetze. „Früher waren es endlose Sitzungen, ständige Ausreden und Schuldzuweisungen an andere. Jetzt sind sie zumindest gezwungen, auf gerichtliche Anordnung zu reagieren“, so Domínguez.
Er zog einen Vergleich zu anderen Regionen Spaniens: „Wenn dies Katalonien wäre, wäre das Problem längst gelöst.“ Nach seiner Auffassung herrsche ein doppelter Standard, der die Kanaren benachteilige.
Domínguez fordert mehr Verantwortung vom Staat
Domínguez erinnerte daran, dass die Regierung in Madrid zugesichert habe, mit der Änderung von Artikel 35 des Ausländergesetzes, die im April vom Parlament bestätigt wurde, werde sich die Lage entspannen. Doch nach dreieinhalb Monaten sei keine Verbesserung eingetreten. „Die Ausreden sind ihnen ausgegangen, aber sicher finden sie einen Weg, die Kanaren weiter zu täuschen“, warnte er.
Der Vorsitzende der kanarischen PP kritisierte zudem, dass der Staat eine seiner zentralen Forderungen ignoriert habe: Die direkte Übernahme der Verantwortung für die unbegleiteten Minderjährigen durch den Zentralstaat. „Wäre das der Fall, hätte die Kanaren heute kein Problem“, sagte Domínguez.
Vorwürfe gegen Regierung Sánchez und Torres
Zum Abschluss warf Domínguez der Regierung von Pedro Sánchez und Ángel Víctor Torres vor, nicht nur ihre Zuständigkeiten zu vernachlässigen, sondern auch den Versuch zu unternehmen, die Verantwortung den von der PP regierten Regionen zuzuschieben. „Die PSOE regiert weiterhin in Spanien, aber beim Thema minderjährige Migranten wollen sie den Eindruck erwecken, andere seien verantwortlich. Das ist eine plumpe Strategie und institutionelle Verantwortungslosigkeit“, so Domínguez.





