Lanzarote spricht über den Streit um ein Photovoltaikprojekt in Tías, neue Sozial- und Arbeitsmarktprogramme der Inselverwaltung und eine Präventionskampagne gegen Ertrinken sowie weitere Entwicklungen. Was die Insel aktuell beschäftigt.
Tías: PSOE greift Betancort wegen Photovoltaikprojekt an
Der PSOE auf Lanzarote hat Oswaldo Betancort wegen eines neuen Photovoltaikprojekts in Tías kritisiert. María Dolores Corujo, Generalsekretärin der Sozialisten auf Lanzarote und Abgeordnete im spanischen Kongress, sagte, die Akten zeigten weiter eine Bedrohung des Territoriums trotz gegenteiliger Ankündigungen des Präsidenten der Inselverwaltung.
Corujo erklärte, das Vorhaben betreffe die Gegend um Mácher und laufe an Anwohnern vorbei. Das Rathaus von Tías habe einen negativen Bericht aus technischen, städtebaulichen, umweltbezogenen und sozialen Gründen abgegeben, darunter Unvereinbarkeit mit dem Planungsrecht, landwirtschaftlicher Schutz und starke landschaftliche Beeinträchtigung.
Inselverwaltung legt Förderprogramme für Arbeit und Gründungen auf
Der Regierungsrat der Inselverwaltung hat zwei Förderprogramme für 2026 beschlossen. Die Maßnahmen hatten ein Gesamtbudget von 601.947,32 Euro und sollten Arbeitsmarkt und soziale Kohäsion auf Lanzarote und La Graciosa stärken.
Das Programm „Empleabilidad e Inserción Laboral 2026“ sah 392.266,28 Euro für gemeinnützige Organisationen vor, etwa für kostenlose Schulungen, duale Ausbildung und die Integration von Menschen mit Behinderungen. „Fomento del Emprendimiento 2026“ erhielt 209.681,04 Euro und sollte Gründungen mit Beratung und Schulung begleiten, Anträge sollten nach Veröffentlichung im Amtsblatt binnen 15 Tagen elektronisch eingehen.
933.801,95 Euro für soziale Projekte auf Lanzarote und La Graciosa
Der Regierungsrat der Inselverwaltung hat eine neue Förderlinie für soziale Intervention 2026 beschlossen. Die Ausschreibung umfasste 933.801,95 Euro und richtete sich an gemeinnützige Organisationen, die mit besonders schutzbedürftigen Gruppen auf Lanzarote und La Graciosa arbeiteten.
Oswaldo Betancort sagte, der dritte Sektor kenne die Bedürfnisse vieler Familien aus erster Hand. Sozialdezernent Marci Acuña erklärte, gefördert würden unter anderem Projekte zu Kindheit und Familie, Gleichstellung, Behinderung und Pflege, Inklusion, Suchtprävention, Migration sowie Maßnahmen gegen unerwünschte Einsamkeit, Anträge sollten binnen 20 Werktagen nach Veröffentlichung online gestellt werden.
Lanzarote startet zehnte Kampagne gegen Ertrinken
Der Consorcio de Seguridad y Emergencias hat die zehnte Präventionskampagne gegen Ertrinken gestartet. Francisco J. Aparicio, Präsident des Konsortiums, stellte das Programm im CEIP Nazaret in Teguise gemeinsam mit Teguise-Bürgermeisterin Olivia Duque und Laura Ojeda von der Fundación Mapfre Canarias vor.
Die Organisatoren arbeiteten mit Gesundheitsbehörde, Rotem Kreuz und Zivilschutz zusammen und boten Workshops zu Prävention, Wiederbelebung und Notfallmaßnahmen an. Als Hintergrund nannten sie den Nationalen Ertrinkungsbericht, dem zufolge 2025 auf den Kanaren 75 Menschen ertranken, nach 63 im Jahr 2024, von Januar bis Mai 2026 seien es 24 gewesen.
Arrecife: Anwohner melden Lärm, Staub und mögliche Asbestgefahr
Anwohner haben sich in Arrecife über eine Baustelle in der Straße José Betancort beklagt. Sie berichteten, die Arbeiten beeinträchtigten seit drei Monaten den Alltag und verursachten starke Vibrationen, die Risse und Bewegungen in Wänden ausgelöst hätten.
Die Betroffenen sagten, Lärm und Erschütterungen überschritten kommunale Grenzwerte, zugleich fehle der Polizei Ausrüstung zur Messung. Sie äußerten zudem Sorgen wegen Staub, unzureichender Absperrung und möglicherweise freigesetzter asbesthaltiger Materialien und forderten eine Untersuchung der Sicherheits- und Verwaltungsvorgaben.
Yaiza: CC kritisiert späte Verbesserung im kommunalen Fitnessstudio
Die Coalición Canaria (CC) in Yaiza hat die angekündigte Verbesserung des städtischen Fitnessstudios begrüßt, aber als verspätet bezeichnet. Emilio Machín, lokaler Sekretär der CC Yaiza, sagte, der Bürgermeister habe zu lange gezögert, offene Stellen für Trainer und Empfangspersonal zu besetzen.
Machín erklärte, der Personalmangel habe den Betrieb beeinträchtigt und den Nutzern geschadet. Das Fitnessstudio sei auch ein Instrument für Prävention, Gesundheit und Lebensqualität, nun müsse die angekündigte Vergabe von Dienstleistungen schnell in einen würdigen und qualitativ hochwertigen Service münden.
Sporttourismus: Sommeruniversität 2026 kündigt Kurs in Arrecife an
Die Inselverwaltung hat die Sommeruniversität 2026 vorgestellt und einen Kurs zur „Verwaltung von Sporttourismus-Destinationen“ angekündigt. Das Programm fand am 9. und 10. Juli 2026 im Marina Hub Lanzarote in Arrecife statt und richtete sich an Fachleute, Studierende und Interessierte.
Ascensión Toledo und Héctor Fernández erklärten, das Angebot solle Weiterbildung und nachhaltige Positionierung verbinden. Vorgesehen waren 150 Plätze und ein akademischer Kredit, als Gast war Carolina Marín angekündigt, außerdem sollten Workshops zu Planung, Produktdesign, Governance und Vermarktung praxisnahes Wissen vermitteln.
Triathlon: Lionel Morales wird Fünfter bei EM in Tarragona
Paratriathlet Lionel Morales hat bei der Europameisterschaft der paralympischen Teams in Tarragona Platz fünf in der Kategorie PTS2 erreicht. Er absolvierte sein erstes großes Event mit der Nationalmannschaft nach intensiver Vorbereitung und kam in 1:16:43 Stunden ins Ziel.
Morales sagte, er sei als Dritter aus dem Wasser gekommen, habe aber in der ersten Wechselzone Probleme gehabt, weil seine Prothese verschwunden gewesen sei und erst später zurückkam. Beim Laufen hätten Schmerzen, Stopps und ein Sturz den Podestkampf beendet, als nächste Aufgabe nannte er die Weltserie in Hamburg am 12. Juli.
Jugendorganisation der PP kritisiert Ausschluss aus „Verano Joven“
Nuevas Generaciones, die Jugendorganisation der Partido Popular (PP) auf Lanzarote und La Graciosa, hat den erneuten Ausschluss der kanarischen Jugend aus dem Programm „Verano Joven“ kritisiert. Die Gruppe erklärte, Flüge und Schiffsreisen seien wieder nicht enthalten.
Ana Hernández, Vorsitzende von Nuevas Generaciones auf Lanzarote und La Graciosa, sagte, das Programm sei für die Halbinsel konzipiert und benachteilige junge Menschen auf den Inseln. Sie verwies auf hohe Kosten für Reisen vom Archipel aufs spanische Festland und forderte Gleichbehandlung.
Nueva Canarias fordert Kurswechsel der Regierung der Kanaren
Luis Campos hat eine politische Neuausrichtung auf den Kanaren gefordert. Der Generalsekretär von Nueva Canarias-Bloque Canarista und Sprecher der Partei im Parlament sagte, die Regierung unter Fernando Clavijo liefere keine schnellen Antworten auf die wachsende Kluft zwischen wirtschaftlichem Wachstum und Lebensqualität.
Campos nannte Probleme beim Zugang zu Wohnraum, Druck auf öffentliche Dienste und Arbeitsbedingungen. Er verwies auf einen Bericht der Diputación del Común für 2025 und kritisierte unter anderem Kinderarmut, Verzögerungen bei der Bewertung von Behinderungen und eine verdeckte Privatisierung der Pflege, öffentliche Politik müsse stärker auf Lebensqualität ausgerichtet sein.







