Das Oberste Gericht der Kanarischen Inseln hat die Haftstrafen gegen drei Männer bestätigt, die als Kapitäne eines Cayuco mit 50 Menschen nach El Hierro gekommen sind. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten am 13. Dezember 2023 ein zehn Meter langes und zwei Meter breites, fragiles afrikanisches Fischerboot steuerten. Unter den Passagieren befanden sich auch Minderjährige. Die Überfahrt begann in Mauretanien und dauerte etwa fünf Tage. Während der Reise steuerten die Angeklagten das Boot, setzten den Kurs mithilfe von mindestens zwei GPS-Geräten und sorgten für Ordnung an Bord.
Das Boot verfügte weder über ausreichende Sicherheitsvorkehrungen noch über genügend Nahrung. Im letzten Abschnitt der Reise griff ein Schiff von Salvamento Marítimo ein und brachte die Insassen nach El Hierro, wo sie gegen 17 Uhr ankamen.
Haftstrafen für Schleuser nach Ankunft auf El Hierro bestätigt
Die Verteidigung der Angeklagten hatte in der Berufung Verfahrensfehler, fehlende Polizeiberichte und Zeugenaussagen sowie Mängel bei der Identifizierung und Dolmetscherleistungen geltend gemacht. Das Gericht wies diese Einwände zurück und betonte die Beweiskraft der ursprünglichen Entscheidung. Grundlage waren mehrere Zeugenaussagen von Migranten und Polizeiberichte, die im Urteil detailliert aufgeführt sind.
Die alternative Darstellung der Angeklagten stützte sich laut Urteil ausschließlich auf deren eigene Aussagen, für die es keine Belege gab. Die Verurteilung basierte unter anderem auf einer Videoaufnahme eines Migranten, die die Angeklagten beim Steuern des Bootes zeigte, sowie auf ihrer Identifizierung durch Kleidung und Verhalten. Einer von ihnen fiel durch übermäßiges Rauchen auf.
Gericht bestätigt Beweisführung und Urteil
Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich fünf Jahre Haft für jeden der drei Angeklagten wegen eines Vergehens gegen die Rechte ausländischer Staatsbürger gefordert. Die Männer befinden sich seit ihrer Identifizierung in Untersuchungshaft.




