Gran Canaria beschäftigt sich mit den Folgen von Sturm Therese, neuen Risiken durch invasive Schlangen und der Lage im Tourismus sowie weiteren aktuellen Entwicklungen.
Sturm Therese bringt Rekordwerte und schwere Schäden
Sturm Therese hat auf Gran Canaria außergewöhnliche Regenmengen und schwere Begleiterscheinungen gebracht. Das Ministerium für Ökologische Transition und Energie meldete für Vega de San Mateo 260,3 Liter pro Quadratmeter, während Böen auf Gran Canaria mehr als 100 Kilometer pro Stunde erreichten. Die Regierung der Kanaren sprach von einem historischen Ereignis. An Schulen summierten sich die Schäden auf geschätzte 10 Millionen Euro. Behörden arbeiten an der Ausrufung des Notstands.
Experten warnen nach Therese vor Dürre und veralteter Planung
Fachleute haben nach Sturm Therese verbreitete Annahmen zu Starkregen auf den Kanaren eingeordnet. Pablo Mayer von der Universität Las Palmas de Gran Canaria sagte, ein früher dichtes Netz an Regenmessern sei wegen fehlender Wartung aufgegeben worden, wodurch eine statistische Lücke entstanden sei. Judith Carrillo von der Universität La Laguna erklärte, wärmere Luft könne mehr Wasserdampf halten, zugleich trockneten Böden stärker aus und Regen falle dann intensiver, wenn er einsetze.
Prognosen der Universität La Laguna gehen dennoch von weniger Niederschlag und weniger Starkregenereignissen aus. Die Jahresmenge könne bis Ende des Jahrhunderts auf 214 Millimeter sinken. Mayer kritisierte eine nicht mehr zeitgemäße Landnutzung: Versiegelte Flächen erschwerten die Aufnahme von Regen und verstärkten Überschwemmungen. Experten forderten adaptive Infrastruktur, darunter Speicherung, Wiederverwendung von Wasser und eine Stadtplanung, die Überschwemmungsgebiete meidet.
Iran-Konflikt beeinflusst Erwartungen im Kanaren-Tourismus
Der Iran-Konflikt hat die Debatte um den Tourismus auf den Kanarischen Inseln beeinflusst. Jessica de León, Tourismus- und Beschäftigungsrätin der Kanaren-Regierung, sagte in einer parlamentarischen Kommission auf eine Frage der Partei Vox, Unruhen im Iran und in Nachbarländern hätten Reisende zu Zielen wie den Kanaren umgelenkt. Sie erklärte zugleich, steigende Treibstoffpreise könnten Inflation auslösen, Angebote verteuern und Übernachtungen sinken lassen.
De León verwies auf eine durchschnittliche Auslastung von mehr als 80 Prozent, die nur begrenzte Spielräume für unerwartete Zuwächse lasse. Sie nannte Strategien zur Diversifizierung, darunter mehr Flugkapazität aus Portugal mit 34 Prozent sowie Zuwächse aus Tschechien, Polen, Irland und den nordischen Ländern. Paula Jover, stellvertretende Sprecherin von Vox, sagte, Betreiber müssten Strategien neu bewerten, weil vor allem Flugpreise reagieren könnten.
Seprona ermittelt wegen illegaler Verbringung von Königsschlangen
Die Seprona hat Ermittlungen wegen Hinweisen auf eine illegale Verbringung von Königsschlangen von Gran Canaria nach Teneriffa eingeleitet. Auf Teneriffa wurden die nicht heimischen Schlangen mehrfach gesichtet. Umweltbehörden befürchten Folgen für heimische Arten und Ökosysteme. Die Behörden riefen Einwohner dazu auf, verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit Wildtiertransporten zu melden, und betonten den Schutz der Biodiversität auf den Kanarischen Inseln.
Hafenbehörde von Las Palmas ordnet Räumung von 34 Booten an
Die Hafenbehörde von Las Palmas hat die Räumung von 34 Booten beschlossen und damit Sorgen in der maritimen Gemeinschaft ausgelöst. Betreiber sagten, die Maßnahme treffe lokale Unternehmen direkt, weil betriebsfähige Schiffe wegfielen und Dienstleistungen für Kunden unterbrochen würden. Die Behörde erwägt neue Softwaresysteme, um Abläufe effizienter zu machen und Arbeitsplätze zu sichern. Sie ordnet die Räumungen einer Strategie zur besseren Vermögensverwaltung zu.





