Alfonso Rueda hat eine formalisierte Vereinbarung zwischen den autonomen Regionen zur Verteidigung gemeinsamer Finanzierungsprinzipien für überflüssig erklärt. Der Präsident der Xunta betonte, dass der „gemeinsame Block“ der Regionen, insbesondere angesichts des katalanischen Finanzierungsmodells, bereits bestehe und gestärkt sei. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Europa Press sagte Rueda: „Es braucht keinen Notar, man muss nur den Präsidenten verschiedener politischer Couleur zuhören.“
Rueda verwies darauf, dass sowohl Regionen unter Führung der Partido Popular als auch viele unter Führung der Sozialisten die geplanten Sonderregelungen ablehnten. „Der gemeinsame Block steht bereits, man muss dafür nicht zum Notar oder Grundbuchamt gehen“, sagte er. Kritik übte er an Regierungschef Pedro Sánchez, der in einem Gespräch in La Moncloa erklärt habe, eine Reform des Finanzierungsmodells lohne sich kaum, da eine Einigung sehr schwierig sei.
Finanzierungsmodell sorgt für Debatte in Galicien
Rueda erinnerte an die „Erklärung von Santiago“ aus dem Jahr 2021, die unter anderem von Galicien, Kastilien und León, Kastilien-La Mancha, Aragón, Extremadura, Asturien, La Rioja und Kantabrien unterzeichnet wurde. Diese Erklärung, damals noch unter Alberto Núñez Feijóo, habe gemeinsame Prinzipien festgelegt. Rueda betonte, dass diese Vereinbarung heute umso relevanter sei, da damals die Diskussion um das katalanische Finanzierungsmodell noch nicht existierte.
Er zeigte sich offen dafür, das Abkommen zu aktualisieren, falls nötig. Zugleich warnte er jedoch davor, eine Formalisierung könne als Zeichen gewertet werden, dass die Einigung nicht mehr gelte. „Alle wissen, dass wir weiterhin das Gleiche denken“, so Rueda.
Diskussion um Schuldenerlass und Finanzierung
Zum Thema Schuldenerlass bekräftigte Rueda, dass er einen isolierten Erlass für wenig sinnvoll halte. Er argumentierte, es sei ein schlechtes Geschäft, jährlich 35 Millionen Euro weniger zu zahlen, wenn man im Gegenzug nicht über 500 Millionen Euro verhandeln könne. Würde Galicien – wie von der PSdeG behauptet – tatsächlich 2 Milliarden Euro zusätzlich für Gesundheit, Soziales oder Pflege erhalten, würde er den Schuldenerlass sofort unterschreiben. „Aber das entspricht nicht der Wahrheit“, stellte er klar.
Rueda schloss einen Schuldenerlass nicht grundsätzlich aus, sofern er Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets sei. Entscheidend sei, dass der Staat sich binnen eines angemessenen Zeitraums auch zu einer Reform der Finanzierung verpflichte. Einen isolierten Schuldenerlass hält er jedoch für sinnlos und sieht darin vor allem eine dringende Maßnahme für Katalonien, das unter hohen Zinsen leide und eine Lösung auf Kosten aller Spanier suche.
Rueda fordert Neuwahlen in Spanien
Mit Blick auf die politische Lage in Spanien erklärte Rueda, Neuwahlen seien dringend notwendig. „Nicht Feijóo läuft die Zeit davon, sondern Galicien und Spanien“, sagte er. Die jüngsten Korruptionsfälle im Umfeld der Zentralregierung und die schwierige Kommunikation mit den Ministerien bestärkten ihn in dieser Einschätzung.
Ein Treffen zwischen Feijóo und Carles Puigdemont hält Rueda für sinnlos, solange die Bedingungen des katalanischen Politikers unverändert blieben. Er lehnt es ab, auf einen „Gestus ohne jede Garantie“ einzugehen. Zur Situation um Generalstaatsanwalt Álvaro García Ortiz sprach sich Rueda klar für eine Gesetzesänderung aus, die im Falle einer Anklage den automatischen Rücktritt vorsieht.
Weitere Themen: Migration, politische Verantwortung und Feijóo
Bezüglich der Migration in Galicien betonte Rueda die Notwendigkeit einer geordneten Zuwanderung. Die Xunta habe die Übertragung von Kompetenzen zur Erteilung von Arbeitserlaubnissen für Ausländer gefordert und warte auf Antwort der Zentralregierung. Er räumte ein, dass Kriminalität nicht ausschließlich mit Migration zusammenhänge, warnte jedoch vor einzelnen alarmierenden Fällen.
Zur politischen Zukunft des valencianischen Präsidenten Carlos Mazón nach den Unwettern sagte Rueda, Mazón verdiene Vertrauen und eine Chance, die er hoffentlich nutze. Abschließend verteidigte Rueda das jüngste Foto von Feijóo mit den ehemaligen Regierungschefs José María Aznar und Mariano Rajoy. Dies sende die Botschaft, dass die Partei zu ihrer Vergangenheit stehe.








