Gran Canaria beschäftigen derzeit ein Umweltalarm durch eine Ölverschmutzung, der Streit um die Finanzierung der Kanaren-Universitäten und Proteste gegen Verdrängung in Guanarteme sowie weitere Entwicklungen.
Ölteppich löst Umweltalarm vor Las Palmas aus
Eine Ölverschmutzung vor dem Reina Sofía Dock hat am Montag einen Voralarm an der Küste von Las Palmas de Gran Canaria ausgelöst. Die kanarische Regierung aktivierte die Warnstufe um 11.00 Uhr nach dem Territorialen Notfallschutzplan PLATECA, nachdem die Hafenbehörde eine rund 1.000 Quadratmeter große Verschmutzung gemeldet hatte.
Die Hafenbehörde setzte ihren internen Notfallplan in Phase eins in Kraft und meldete zudem die Aktivierung des Nationalen Meeresplans in Phase eins. Laut der Generaldirektion für Notfälle hielt Salvamento Marítimo den Ölteppich unter Kontrolle, das Schiff Salvamar Nunki arbeitete vor Ort mit mechanischen Maßnahmen.
Manifest fordert mehr Geld und Schutz für ULPGC und ULL
Wirtschaftsvertreter von Gran Canaria und Teneriffa haben am 5. Mai mit zivilgesellschaftlichen Gruppen ein Manifest zur Stärkung des öffentlichen Universitätssystems auf den Kanarischen Inseln vorgestellt. Die Inselverwaltung von Gran Canaria erklärte, sie unterstütze die Forderungen vollständig und warnte davor, dass Debatten zu Tourismusdruck und Migration Entscheidungen der Regionalregierung zur Hochschulpolitik verdrängten.
Das Manifest nannte vier Probleme, darunter eine verschärfte Unterfinanzierung der Universität von Las Palmas de Gran Canaria und politische Kontrolle durch ein neues Gesetz zu Sozialräten. Zudem kritisierte es eine geplante Wissenschaftsgesetzgebung, die Universitäten ausblende, sowie eine Bevorzugung privater Hochschulen. Gefordert wurde ein neuer Pakt mit mehr öffentlichen Mitteln und besserem Zugang für Jugendliche.
Demonstration in Guanarteme gegen Verdrängung
Rund 200 Menschen haben am Sonntag in Guanarteme gegen Identitätsverlust und die Vertreibung von Bewohnern protestiert. Die Vereinigung Guanarteme se Mueve und die Plattform Derecho al Techo organisierten eine Prozession ab dem alten Kino, bei der Teilnehmer in Trauerkleidung an zehn Stationen kurze Nachrufe verlasen.
Die Aktivisten machten Gentrifizierung, Touristifizierung und Vernachlässigung durch Behörden für den Wandel verantwortlich und kritisierten unter anderem Verkehrslärm, Überlastung der medizinischen Versorgung und Folgen der Bebauung am Barranco de la Ballena. Die Demonstration endete nach zwei Stunden im Huerto de la Ventana, einem selbstverwalteten Gemeinschaftsraum.
Regisseurin Arima León präsentiert "Tal vez" auf Las Palmas Film Festival
Die 33-jährige Filmemacherin Arima León hat auf dem Las Palmas Film Festival ihren Film "Tal vez" präsentiert und für kanarische Erzählungen mit internationaler Reichweite geworben. Sie beschrieb sich als "Proletarierin der Kunst" und verwies auf ihre Großmutter Candelaria, die früher Tomaten auf Gran Canaria erntete.
León sagte, die Dreharbeiten hätten sich über sieben Jahre erstreckt und die Fertigstellung sei für sie eine persönliche Filmschule gewesen, auch wegen der Einarbeitung in Finanzierung. Inhaltlich thematisiere "Tal vez" Erinnerungen und Einsamkeit, zugleich betone sie die Identität der Kanarischen Inseln und kritisiere politische Bequemlichkeit im Umgang mit Armut und Ausbeutung.





