Die kanarische Regierung hat am Montag eine aktualisierte Übersicht der Einleitungen ins Meer vorgestellt. Die neue Erhebung gilt als zentrales Instrument für eine nachhaltigere Regulierung und Kontrolle von Abwassereinleitungen auf dem Archipel.
Die aktualisierte Liste dokumentiert den aktuellen Zustand der Einleitungen von Land ins Meer. Erfasst werden sowohl häusliche als auch industrielle und flussbedingte Abwässer, die über Unterwasserleitungen oder andere Systeme ins Meer gelangen. Die Daten sind öffentlich und auf dem Umweltportal der kanarischen Regierung abrufbar.
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Mariano H. Zapata, der zuständige Ressortleiter für ökologische Transformation und Energie, bezeichnete die neue Erhebung als deutlichen Fortschritt gegenüber der Version von 2021. Damals wurden 434 Einleitungsstellen gezählt, aktuell sind es 403. Davon sind 351 aktiv, 55 Prozent verfügen über eine behördliche Genehmigung oder befinden sich in einem entsprechenden Verfahren.
Zapata erklärte, dass die Erstellung des neuen Kartenwerks eine enge Zusammenarbeit mit Insel- und Gemeindeverwaltungen sowie den Einsatz neuer Technologien wie Drohnen erforderte. „Wir haben die 20 umweltschädlichsten Einleitungen priorisiert und bereits Vereinbarungen zur schnellen Regulierung unterzeichnet“, sagte der Ressortleiter.
Abwasserregulierung auf den Kanarischen Inseln
Die Behörde betont, dass das neue Instrument weit mehr als eine Bestandsaufnahme sei. „Dieses Verzeichnis bildet die Grundlage für mehr Umweltsicherheit, eine bessere Lebensqualität und ein neues Modell der Wasserverwaltung“, so Zapata.
Die Überarbeitung umfasste eine genaue Analyse des Verwaltungsstatus jeder Einleitung, ihrer Lage und ihrer Auswirkungen auf das Meeresökosystem. Im Bericht sind genehmigte, in Genehmigung befindliche und nicht genehmigte Einleitungen klar gekennzeichnet. Letztere stellen, sofern sie in Betrieb sind, eine schwere Ordnungswidrigkeit dar.
Regelmäßige Aktualisierung und Zusammenarbeit auf dem Archipel
Das Verzeichnis soll regelmäßig aktualisiert werden, um Veränderungen zeitnah zu erfassen. Damit bleibt es ein dynamisches und anpassungsfähiges Werkzeug für den Umweltschutz und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.
Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie, die auf eine bessere Koordination zwischen Regierung, Inselverwaltungen, Gemeinden und Betreibern setzt. Ziel ist eine effizientere und nachhaltigere Bewirtschaftung der Wasserressourcen auf den Kanaren.
Die Initiative umfasst nicht die Kontrolle der Küstenwasserqualität, Einleitungen von Meer zu Meer oder den Bau von Kläranlagen. Sie konzentriert sich auf die Zuständigkeiten der autonomen Verwaltung und soll in diesem Rahmen wirksame Lösungen bieten.



