Gran Canaria beschäftigt dieser Tage der Mediator-Korruptionsfall mit neuen Haftforderungen der Staatsanwaltschaft, der Erfolg des auf der Insel gedrehten Kurzfilms "Montecarlo 67" bei den Fugaz Awards in Madrid sowie die Pride-Feiern in Las Palmas de Gran Canaria.
Korruptionsaffäre Mediator: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen
Im Mediator-Korruptionsfall hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben und Haftstrafen beantragt. Das Verfahren soll vor dem Ermittlungsgericht Nr. 4 in Santa Cruz de Tenerife stattfinden.
Das Netzwerk war zwischen Mitte 2020 und 2021 aktiv und war bereits in einem ersten Prozess verurteilt worden. Für Marco Antonio Navarro Tacoronte, den Vermittler im Zentrum des Falls, fordert die Staatsanwaltschaft 13 Jahre Haft. Taishet Fuentes, ehemaliger Direktor für Viehzucht der kanarischen Regierung, soll elf Jahre erhalten, Juan Bernardo Fuentes – bekannt als Tito Berni und ehemaliger PSOE-Vertreter – acht Jahre.
Weitere Beschuldigte: Ex-General und Unternehmer angeklagt
Auch gegen weitere Beteiligte hat die Staatsanwaltschaft Strafen beantragt. Francisco Espinosa Navas, ehemaliger General der Guardia Civil, soll wegen Bestechung und Einflussnahme zwei Jahre Haft erhalten. Laut Anklage stand er mit Vertragsangeboten in Afrika gegen Provisionen in Verbindung.
Für mehrere Unternehmer fordert die Staatsanwaltschaft Haftstrafen, Geldstrafen sowie Sperren für öffentliche Förderungen und Amtsverbote – darunter Verantwortliche von Hispano Robysa, Biogranja Montesdeoca, Mec Suministra und Drones SL.
Schmiergeldschema: Zahlungen liefen über Sportverein
Die Staatsanwaltschaft beschreibt das mutmaßliche Vorgehen des Netzwerks so: Navarro Tacoronte habe Geschäftsleute gezielt angesprochen und deren Bedarf an Gefälligkeiten und Verträgen ausgenutzt. Häufig verlangten die Angeklagten eine Anfangszahlung von 5.000 Euro auf Konten, die mit einem von Juan Bernardo Fuentes geleiteten Sportverein verbunden waren. Ein erheblicher Teil der Gelder floss laut Anklage in luxuriöse Mahlzeiten und Dienstleistungen für die Hauptakteure – in einem Fall auch in ein Bankett im Wert von 6.700 Pfund und Prostitutionsdienste.
Fugaz Awards: "Montecarlo 67" räumt acht Preise ab
Regisseurin Mabel Lozano hat mit dem auf Gran Canaria gedrehten Kurzfilm "Montecarlo 67" bei den Fugaz Awards in Madrid acht Auszeichnungen gewonnen. Der Film wurde unter anderem als Bester Film ausgezeichnet, Lozano erhielt den Preis für die Beste Regie, zudem wurde der Beste Schauspieler gekürt. Lozano erklärte, sie schätze Geschichten, die das Publikum berührten, und verwies auf die Themen Identität und Zugehörigkeit.
Pride 2026 in Las Palmas: Konzerte, Parade und Familienprogramm
Las Palmas de Gran Canaria hat die Hauptveranstaltungen der LGTBI+ Pride 2026 ausgerichtet. Das Programm stand unter dem Zeichen von Vielfalt, Gleichheit und Respekt. Stadträtin Betsaida González, zuständig für Gleichstellung, Vielfalt und Bürgerbeteiligung, sagte, Pride schaffe Gemeinschaft und ermögliche ein freies und würdiges Leben.
Die Feiern begannen mit "Pride at the Rhythm" auf der Plaza de Canarias. Am Samstag folgten "Family Pride" auf der Plaza de España und eine Parade des Gamá Kollektivs, bevor eine Abschlussparty den Abend beschloss.






