Die Audiencia Provincial in Santa Cruz de Tenerife hat eine 53-jährige Frau von La Palma freigesprochen. Ein Gericht hatte sie zuvor zu 9.400 Euro verurteilt, weil sie einen Mann fälschlich der sexuellen Nötigung beschuldigt haben sollte. Die Frau hatte den Mann am 22. Dezember 2022 in einer Polizeistation in Santa Cruz de La Palma als Täter identifiziert, woraufhin Beamte ihn festnahmen. Er kam am nächsten Tag frei, das Verfahren wurde eingestellt. In der Berufung rügte das Gericht, die Richterin habe Beweise nicht selbst geprüft und sich zu stark auf die Aussage eines Polizisten gestützt.
Millionenabfluss durch internationale Buchungsplattformen
Ulrich Götz Roth, Geschäftsführer von 100 Árboles S.L. und Gründer von La Palma Travel, hat die Einnahmen von Ferienunterkünften auf La Palma analysiert. Er beziffert den jährlichen Verlust für die lokale Wirtschaft auf 3,4 bis 4,8 Millionen Euro. Seine Studie "Tu casa. Tu precio. Tu isla." stützt sich auf Daten des kanarischen Statistikamts, Fallstudien und eigene Branchenerfahrung. In einem konkreten Fall erhielt eine Eigentümerin statt 400 Euro für eine Woche nur 263 Euro. Die Differenz summierte sich laut Analyse auf geschätzte 2.236 Euro Verlust pro Jahr und Wohnung.
Treueprogramme und Rabatte belasten Vermieter auf La Palma
Götz Roth beschreibt Treueprogramme internationaler Plattformen als direkte Belastung für Eigentümer. Die Rabatte trügen nicht die Plattformen, sondern sie reduzierten unmittelbar die Einnahmen der Vermieter. Reisende profitieren von niedrigeren Preisen, Eigentümer verlieren Erlöse, und die Plattformen stärken ihre Kundenbindung. Die Untersuchung betont, dass es dabei nicht um unlautere Praktiken geht, sondern um Geschäftsmodelle und Bedingungen, die vielen Vermietern nicht vollständig bewusst gewesen seien.
Lokale Dienstleister verlieren Wertschöpfung an internationale Plattformen
Götz Roth bewertet auch die Rolle lokaler Firmen bei der Vermarktung von Unterkünften. Laufen Buchungen über internationale Plattformen, fließt ein großer Teil der Wertschöpfung von der Insel ab. Lokale Unternehmen, die Unterkünfte bewarben und verwalteten, seien dabei oft nicht ausreichend entlohnt worden. Es gehe nicht um einen Streit mit den Plattformen, so Götz Roth, sondern darum, dass Eigentümer informierte Entscheidungen treffen und mehr Kontrolle über ihr Geschäft zurückgewinnen.





