CCOO Canarias hat vom kanarischen Regierungschef am Donnerstag eine sofortige öffentliche Stellungnahme zu den Durchsuchungen in mehreren Zentren für minderjährige Geflüchtete gefordert. Die Gewerkschaft verlangte zudem ein Sofortprogramm mit wirksamen Maßnahmen zur Kontrolle, Inspektion und Qualitätssicherung dieser Einrichtungen.
In einer Mitteilung kritisierte CCOO Canarias die Verwaltungspraxis der Regionalregierung im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Ausländern scharf und sprach von „völliger Verantwortungslosigkeit“. „Leere Erklärungen reichen nicht aus: Es ist Zeit zu handeln. Der Schutz von Kindern ist keine Option, sondern eine verfassungsrechtliche Pflicht“, erklärte die Gewerkschaft.
Durchsuchungen in Zentren für Minderjährige auf den Kanaren
CCOO bezeichnete die aktuelle Lage als „äußerst schwerwiegend“, da es zu gerichtlichen Maßnahmen, Festnahmen, polizeilichen Durchsuchungen und Schließungen von Einrichtungen wegen Fahrlässigkeit gekommen sei. Diese Vorgänge beträfen direkt Minderjährige in einer Situation „äußerster Verwundbarkeit“.
Die Gewerkschaft verwies auf Artikel 39 der spanischen Verfassung, der klar festlegt, dass die öffentlichen Behörden den umfassenden Schutz von Minderjährigen gewährleisten müssen. Nach Ansicht von CCOO habe die Regionalregierung diese Verantwortung jedoch „zu einem Markt gemacht“, indem sie die Verwaltung der Zentren an „ungeeignete Organisationen ohne notwendige Kontrollen oder Mindestanforderungen an Qualität und Ethik“ vergeben habe.
Kritik an Vergabepraxis der Regierung von Kanaren
CCOO beklagte, dass sich die Anzeigen wegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und mangelndem Schutz häuften, während die Regionalregierung weiterhin untätig bleibe. Die Gewerkschaft warf zudem der Coalición Canaria (CC) vor, ihren Regierungspartner Partido Popular (PP) nicht dazu gedrängt zu haben, die Verlegung von Minderjährigen auf das spanische Festland zu erleichtern.
Abschließend betonte CCOO, dass die Kanarischen Inseln diese Belastung nicht länger allein tragen könnten und sich nicht zu einer „Insel als Verwahrungsort ohne Garantien“ für Kinder entwickeln dürften. Minderjährige seien weder Ware noch Haushaltszahlen. Die Gewerkschaft forderte daher eine dringende Überprüfung aller Zentren für ausländische Minderjährige auf dem Archipel sowie der technischen und politischen Kriterien, die zur Vergabe der Verwaltung an fragwürdige Organisationen geführt hätten.


