Außenminister José Manuel Albares hat die Entscheidung des Richters Juan Carlos Peinado, Begoña Gómez – die Ehefrau von Regierungschef Pedro Sánchez – zu beschuldigen, als Teil einer „Kampagne der Belästigung“ gegen Sánchez bezeichnet. In einem Interview mit La Sexta erklärte Albares, dass der Ministerpräsident seit Monaten aus verschiedenen Bereichen unter Druck stehe, weil seine Gegner ihn an der Wahlurne nicht besiegen könnten und seine Politik Spanien zugutekomme.
Albares betonte, es handle sich um eine breit angelegte Kampagne: „Die Spanier sind sich dessen sehr bewusst, es gibt eine schonungslose Entmenschlichung der Figur des Regierungschefs, bei der jedes Maß verloren gegangen ist.“
Beschuldigung gegen Begoña Gómez sorgt auf Teneriffa für politische Debatte
Gleichzeitig äußerte Minister Óscar López seine „Empörung“ über die Entscheidung von Richter Peinado. Er warf dem Richter vor, eine „prospektive“ und sich ständig verändernde Ermittlung zu führen. López betonte, die Justiz müsse für alle gleich sein: „Es darf keine prospektiven Ermittlungen geben, man darf niemanden untersuchen, nur weil er diese Person ist, und dann nach Gründen suchen, bis man einen findet.“
López kritisierte im Gespräch mit RNE, dass das Verfahren ursprünglich mit der Rettung von Air Europa begonnen habe, dann auf einen Brief an einen Unternehmer übergegangen und schließlich bei der Universität Complutense gelandet sei. „Da nie etwas gefunden wird, endet es damit, dass jemand, der in La Moncloa arbeitet, der Veruntreuung beschuldigt wird.“
Minister verteidigen Generalstaatsanwalt im aktuellen Verfahren
López verwies darauf, dass der Oberste Gerichtshof keine Veruntreuung bei der Anstellung der Beraterin von Begoña Gómez festgestellt habe. Er kritisierte, Richter Peinado habe in seinem Schreiben behauptet, von dieser Entscheidung zu wissen, sie aber nicht gelesen zu haben, da sie ihm nicht vorliege. Das Verfahren dauere bereits mehr als ein Jahr, ohne dass Beweise gefunden würden, so López. Der Fall verändere sich ständig, weil das Ziel das Ziel bleibe.
Darüber hinaus verteidigte López den Generalstaatsanwalt Álvaro García Ortiz, der demnächst vor Gericht stehen soll. „Es ist eine Anomalie, dass versucht wird, den Generalstaatsanwalt zu entlassen“, sagte der Minister. López erklärte, der Fall gehe auf ein mutmaßliches Vergehen des Partners von Isabel Díaz Ayuso zurück. Nun müsse aber derjenige vor Gericht erscheinen, der das Vergehen verfolgt habe, wegen einer angeblichen Weitergabe von Informationen, die laut mehreren Journalisten nicht stattgefunden habe.
Weitere Ermittlungen und politische Reaktionen in Spanien
López warnte, dass der Fall gegen den Generalstaatsanwalt „sehr besorgniserregend“ sei, da er nach seinen Worten eine „mafiöse Botschaft“ von Madrids Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso sende. Abschließend äußerte sich López zum sogenannten „Fall Koldo“ und betonte, ihm seien keine Hinweise auf eine illegale Finanzierung der PSOE bekannt. Gleichzeitig lobte er die „Entschlossenheit“ der Parteizentrale Ferraz im Umgang mit diesen Fällen.
Die Aussagen der Minister unterstreichen die angespannte politische Lage in Spanien, in der juristische und politische Auseinandersetzungen zunehmend ineinandergreifen.







