Die Coalición Canaria (CC) Tías hat schwere Mängel beim städtischen Reinigungs- und Gartenpflegeservice im Gemeindegebiet festgestellt. Die Partei wirft der von der Stadtverwaltung beauftragten Firma FCC sowie dem regierenden PSOE-Team Vertragsverletzungen und fehlende Kontrolle vor.
Amado Vizcaíno, Sprecher der kanarischen Nationalisten, erklärte, dass die Fraktion seit Monaten vergeblich Unterlagen zum aktuellen Vertragsstand fordere. Unter anderem verlangte sie Lohnnachweise, Ersatzverträge und Abrechnungen des vergangenen Jahres. Vizcaíno betonte, dass die Sauberkeit im gesamten Gemeindegebiet, sowohl in den Touristenzonen als auch in den Dörfern, deutlich abgenommen habe.
Reinigung und Gartenpflege auf Lanzarote in der Kritik
CC Tías kritisierte, dass die Zahl der Beschäftigten für Reinigung und Gartenpflege seit Jahren unverändert geblieben sei, obwohl die Einwohner- und Touristenzahlen gestiegen sind. Viele Langzeiterkrankungen würden nicht ersetzt, was die Arbeitsbelastung der verbliebenen Mitarbeiter erhöhe. Vizcaíno sagte: „Die täglichen Reinigungsrouten überschreiten oft zwölf Kilometer. Eine effektive Reinigung ist so unmöglich. Die Beschäftigten können die Vorgaben nicht erfüllen und müssen sich zudem bei Anwohnern für die Verschmutzung rechtfertigen. Das führt zu enormem emotionalen Stress.“
Auch der Service für Sperrmüll- und Grünschnittabholung sei unzureichend. Laut Vizcaíno müssten Anwohner bis zu drei Wochen auf eine Abholung warten. Die Ausstattung sei mangelhaft: Für das gesamte Gemeindegebiet stünden nur drei Transporter ohne hydraulische Rampe zur Verfügung, die jeweils von nur einem Fahrer bedient würden. Dieser müsse sperrige Gegenstände wie Matratzen, Sofas oder Elektrogeräte allein und bei laufendem Motor verladen.
Fehlende Ausstattung und veraltete Fahrzeuge belasten Mitarbeiter
Die Partei bemängelte zudem, dass viele Mitarbeiter keine geeigneten Werkzeuge wie Besen, Schaufeln oder Handschuhe hätten. Es habe bereits Verletzungen durch Glasscherben gegeben. Der Fuhrpark sei veraltet und überaltert, was die Werkstattmitarbeiter zusätzlich belaste. Nach Angaben von CC Tías repariere das Werkstattpersonal in Tías auch Fahrzeuge von FCC aus anderen Gemeinden wie Yaiza, Tinajo oder sogar aus staatlichen Häfen.
Vizcaíno fragte: „Hat FCC die Befugnis, Werkstätten und Personal aus Tías für externe Flotten zu nutzen? Falls nicht, wäre das eine missbräuchliche Verwendung kommunaler Ressourcen.“
Vorwürfe von Mobbing und mangelnder Transparenz
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft mögliche Fälle von Mobbing innerhalb von FCC. Vizcaíno berichtete von Beschäftigten, die von schlechtem Umgangston und Repressalien nach Hinweisen auf Missstände sprachen. Der Bürgermeister habe dazu im Gemeinderat ausweichend reagiert. Die zuständige PSOE-Stadträtin Carmen Gloria Rodríguez erklärte, der Firma lägen keine entsprechenden Beschwerden vor. CC Tías hält jedoch an seiner Darstellung fest und fordert, die Belegschaft anzuhören und nicht nur die Unternehmensleitung.
CC Tías kritisierte außerdem die mangelnde Reinigung und Desinfektion der Müllcontainer. Der Containerwaschwagen sei seit Jahren defekt und nicht ersetzt worden. Das führe insbesondere im Sommer zu Geruchsbelästigungen und Schädlingsbefall. In einigen Ortsteilen außerhalb von Puerto del Carmen sei der Service seit der Pandemie nicht mehr durchgeführt worden.
Forderung nach Kontrolle und Verbesserungen in Tías
Die Partei verlangt von Bürgermeister und Auftragnehmer, sich um die Beschäftigten zu kümmern und die seit Jahren bekannten Missstände abzustellen. Die Arbeitsbelastung sei hoch, das Material mangelhaft und es gebe Hinweise auf Missbrauch durch FCC. CC Tías warnt zudem vor dem Einsatz der Gemeindewerkstatt für externe Fahrzeuge, mangelnder Transparenz und offensichtlicher Nachlässigkeit bei der Vertragskontrolle.
Die Folgen seien im gesamten Gemeindegebiet sichtbar: zunehmende Verschmutzung, beschädigte und ungepflegte Container sowie ein wachsendes Gefühl der Vernachlässigung unter den Einwohnern. CC fordert eine umgehende Überprüfung des Vertrags mit FCC und eine sofortige Reaktion der Stadtverwaltung auf die festgestellten Missstände und die Unzufriedenheit der Beschäftigten.








