El Hierro beschäftigt sich mit den Folgen der Unwetterlage, der Ananasforschung und dem Streit um eine Entlassung sowie weiteren Entwicklungen. Was die Insel aktuell bewegt.
Unwetter Therese hält Notfallplan auf El Hierro aktiv
Die Inselverwaltung hat den Plan Insular de Emergencias weiter aktiv gehalten. In den letzten Stunden meldete sie Erdrutsche und Steinschläge auf mehreren Straßen, besonders auf der HI-4, HI-50 und HI-500. Die HI-50 blieb bei Kilometer 7,2 nahe Sabinosa nach einem Erdrutsch gesperrt, als Ausweichroute diente die HI-500.
In Isora stürzte eine Stützmauer in der Calle Los Cercados Viejos ein, zudem brach eine Wasserleitung und ein Haus wurde nach einem Bachüberlauf überschwemmt. Ana González, Vizepräsidentin der Inselverwaltung, erklärte, die Einsatzkräfte arbeiteten seit dem Eintreffen der Borrasca unermüdlich. Die Verwaltung aktualisierte außerdem die Hochwasserwarnung im Rahmen des PEINCA und rief zu Vorsicht auf.
Regenmengen auf El Hierro erreichen Spitzenwerte in La Frontera
Die Messstationen haben am gestrigen Tag hohe Niederschläge registriert. In La Frontera fielen 90,4 Liter pro Quadratmeter, in El Pinar 39,6 und in Malpaso 35,3 Liter pro Quadratmeter. Die stärksten Schauer traten zwischen 19.30 und 21.00 Uhr auf, innerhalb von zehn Minuten kamen 11,2 Millimeter zusammen.
Die Not- und Straßendienste kontrollierten Straßenabschnitte und arbeiteten an der Wiederherstellung der Normalität. Die Inselverwaltung verwies auf offizielle Hinweise der Notdienste und bat, unnötige Fahrten zu vermeiden.
Ananasprojekt auf El Hierro geht 2026 in entscheidende Testphase
Die Forscher haben 2026 mit der floralen Induktion und der Bewertung von Pflanzenklonen begonnen. Das Instituto Canario de Investigaciones Agrarias, kurz ICIA, leitete das Projekt zur Optimierung des Ananasanbaus und arbeitete mit der Kanaren-Regierung, der Inselverwaltung, dem Ayuntamiento de La Frontera, der SAT Frutas de El Hierro sowie der Cooperativa del Campo Frontera zusammen.
Landwirtschaftsminister Narvay Quintero erklärte, die Charakterisierung des Pflanzenmaterials bleibe zentral, um die Reaktion auf Viren der Welkekrankheit zu verstehen. Seit Ende 2023 investierte die Kanaren-Regierung rund 1,4 Millionen Euro. Für 2026 plante das Team Vegetationsmessungen, im Herbst sollten erste Proben zur Bewertung von Fruchtform und Lagerfähigkeit folgen.
Gericht beendet Strafstrang im Streit um Entlassung im Pozo de La Salud
Die Audiencia Provincial in Santa Cruz de Tenerife hat die Klage gegen Alpidio Armas, Präsident der Inselverwaltung von El Hierro, abgewiesen. Die PSOE auf El Hierro teilte mit, die Justiz habe kein strafbares Handeln gesehen und keine strafrechtliche Untersuchung für nötig gehalten. Der Konflikt um die Entlassung von Maite Padrón Ruíz als Direktorin des Hotel Balneario Pozo de La Salud bleibt damit arbeitsrechtlich.
Ein Arbeitsgericht hatte die Entlassung zuvor für nichtig erklärt und die Wiedereinstellung sowie ausstehende Gehälter angeordnet, die Entscheidung wurde jedoch angefochten und muss noch von einer höheren Instanz geprüft werden. Aus dem Umfeld von Armas hieß es, das Urteil bestätige Handeln im Rahmen seiner Befugnisse, die strafrechtliche Seite sei abgeschlossen.
AHI kritisiert Kraftstoffmaßnahme aus Madrid als wirkungslos auf den Kanaren
Die Agrupación Herreña Independiente, kurz AHI, hat im spanischen Senat erklärt, ein staatliches Krisendekret greife auf den Kanarischen Inseln ins Leere. Die Partei verwies darauf, dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe die Kanaren nicht erreiche, weil hier statt der Mehrwertsteuer der Impuesto General Indirecto Canario, kurz IGIC, gilt.
AHI sagte, Alpidio Armas habe betont, es würden allgemeine Hilfen angekündigt, die auf den Kanaren keine Wirkung zeigten. Die Organisation stellte zudem die Rolle des kanarischen Ministers in Frage und kritisierte Entscheidungen von außerhalb, auch mit Blick auf Infrastruktur am Flughafen auf El Hierro, wo ein Parkplatz schon vor der Eröffnung als unzureichend galt.
Valverde hat Rathausanbau erneut ausgeschrieben
Der Stadtrat von Valverde hat die Fertigstellung des Anbaus der Casa Consistorial erneut ausgeschrieben. Zuvor hatte die beauftragte Firma die Arbeiten nicht abgeschlossen. Der neue Auftrag umfasste ein Basisbudget von 1.100.495,61 Euro und eine Ausführungsfrist von fünf Monaten, das Verfahren lief als vereinfachtes offenes Vergabeverfahren.
Bürgermeister Carlos Brito sagte, die Ausschreibung sei ein wichtiger Schritt, um eine notwendige Infrastruktur zu vollenden. Geplant waren Konstruktion, Raumgestaltung, Elektroinstallationen und funktionale Verbesserungen, damit das Rathaus moderner, zugänglicher und effizienter arbeiten kann.
El Hierro bringt Spiel des Palo Stil Quintero Richtung Kulturgut voran
Die Inselverwaltung hat das Verfahren zur Anerkennung des Spiels des Palo im Stil Quintero als Kulturgut, also Bien de Interés Cultural, weiter vorangetrieben. Die technische Kommission der Kanaren-Regierung stimmte dem Antrag einstimmig zu, nun fehlt nur noch die endgültige Zustimmung des Kanarischen Kulturerberats.
Kulturbeauftragter Rubén Armiche erklärte, die Anerkennung schütze Traditionen vor kurzfristigen Entscheidungen. Das Dossier stützten Gutachten unter anderem der Universität La Laguna und der Universität von Las Palmas de Gran Canaria. Anwesend war auch David Morales Cabrera, Enkel von Juan Cabrera Machín, der als Schlüsselfigur für die Bewahrung der Lehren von Juan Francisco Quintero Zamora galt.
Magma Bike Maratón belebt El Pinar mit 650 Startern
El Pinar de El Hierro hat am Samstag, 28. März, die Magma Bike Maratón 2026 veranstaltet. Der Ayuntamiento von El Pinar und die Federación Canaria de Ciclismo organisierten das Rennen mit rund 650 Teilnehmern auf Strecken über 40 und 60 Kilometer, die durch Gebiete wie La Hoya del Morcillo, Nisdafe, Malpaso und La Restinga führten.
Bürgermeister Juan Miguel Padrón hob die Bedeutung des Ortes für den Sport hervor, Tourismusbeauftragte Magaly González sprach von Destinationsmarketing. Sportbeauftragte Lourdes Pérez berichtete, die Plätze seien in 15 Minuten ausgebucht gewesen. Sicherheitsbeauftragter Juan Díaz sagte, die Strecke sei trotz der jüngsten Regenfälle in gutem Zustand gewesen.
Schwierige Landungen zeigen Wetterrisiken auch für Flüge von und nach El Hierro
Die Wetterlage hat auf den Kanaren in den letzten Tagen den Flugbetrieb beeinträchtigt. Dichte Nebelbildung und Gewitter führten zu Umleitungen und zahlreichen Stornierungen, einzelne Landungen fanden unter besonders schwierigen Bedingungen statt.
Der Pilot Yelco León, Kommandant und Ausbilder für die ATR 72, veröffentlichte ein Video seiner Landung am Flughafen Teneriffa Nord. Er sagte, er habe noch nie unter solchen Bedingungen landen müssen, die Landebahn sei erst kurz vor dem Aufsetzen erkennbar gewesen.







