Gran Canaria hat nach Sturm Therese den Notstand ausgerufen. Gesperrte Straßen, bedrohte Stauseen und Schäden an Gebäuden prägen die Lage auf der Insel.
Notstand ausgerufen – Forderung nach schnellerer UME-Hilfe
Gran Canaria rief den Notstand der Stufe zwei aus und forderte Unterstützung durch die UME an. Die Inselregierung koordinierte sich mit der Regierung der Kanarischen Inseln, doch die Militärische Notfalleinheit blieb wegen geltender Vorschriften außen vor. Inselpräsident Antonio Morales nutzte die Situation für einen Appell an Madrid und verlangte eine Regeländerung, damit Inselverwaltungen die UME früher mobilisieren können. Er sprach dazu mit Anselmo Pestana, dem Regierungsdelegierten auf den Kanarischen Inseln, und mit Ángel Víctor Torres, dem Minister für Territorialpolitik.
Rekordregen und Warnung vor konvektiven Phänomenen
Sturm Therese brachte historische Regenmengen nach Gran Canaria und erhöhte die Alarmbereitschaft. Meteorologen warnten vor konvektiven Phänomenen, die plötzlich schwere Gewitter und neue Sturzfluten auslösen können. Die staatliche Wetteragentur Aemet meldete am Dienstag 106,4 Liter pro Quadratmeter in Valleseco und 102,6 in Teror, weitere hohe Werte kamen aus Arucas und San Bartolomé de Tirajana. Die Regierung der Kanarischen Inseln erklärte auf Gran Canaria den Notstand und riet, zu Hause zu bleiben und Reisen zu vermeiden.
Stauseen und Straßennetz unter Druck
Die Inselverwaltung warnte vor einem möglichen Überlaufen zweier Stauseen und rief zu besonderer Vorsicht auf. Die Lage führte zu Straßensperrungen, neun Straßen blieben wegen Überschwemmungen und Erdrutschgefahr gesperrt. Parallel liefen Notfallmaßnahmen, um abgeschnittene Gebiete zu vermeiden und die Sicherheit wiederherzustellen. Nach dem Unwetter flossen mehr als vier Millionen Euro in dringende Reparaturen an besonders betroffenen Straßen, weil Fahrbahndecken erodierten und auch Brücken sowie tragende Strukturen Schäden aufwiesen.
Teileinsturz in Teror und Evakuierung in Las Palmas
Heftiger Regen löste in Teror einen Teileinsturz eines beliebten Restaurants aus. Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend, verletzt wurde niemand, weil das Lokal geschlossen war. Behörden begutachteten den Schaden und kündigten eine Untersuchung zur Ursache an, zudem stellten sie Unterstützung für betroffene Betriebe in Aussicht. Starke Regenfälle führten auch in Las Palmas de Gran Canaria zur Evakuierung eines Gebäudes. Ein benachbarter Mauerabschnitt drohte einzustürzen, Einsatzkräfte sperrten den Bereich ab und organisierten Hilfe sowie vorübergehende Unterkünfte.
Las Palmas baut Bioabfall-Sammlung mit braunen Containern aus
Las Palmas de Gran Canaria hat die Installation weiterer brauner Container für Bioabfälle vorangetrieben. Der Reinigungsstadtrat Héctor Alemán und Alexis Rodríguez, Stadtrat für territoriale Koordination, begleiteten den Start in Costa Ayala im Bezirk Tamaraceite, San Lorenzo und Tenoya. Seit der Einführung im Dezember 2023 sammelte die Stadt mehr als 892.100 Kilogramm organische Abfälle, die im Ecopark der Inselverwaltung zu Kompost für die Landwirtschaft verarbeitet wurden. Anwohner konnten sich diese Woche vor Ort und online registrieren, die ersten 100 pro Stadtteil erhielten Behälter und biologisch abbaubare Beutel.
Gedenken an Franco-Repression in Tamaraceite angekündigt
La Periferia kündigte eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an Opfer der Franco-Repression an. Das Treffen sollte am Donnerstag, 26. März, um 19.00 Uhr in der Casa de la Cultura de Tamaraceite stattfinden und an die gewaltsame Angliederung von San Lorenzo de Tamaraceite an Las Palmas de Gran Canaria im Jahr 1940 erinnern. Als Hauptredner war Juan Francisco Santana Domínguez vorgesehen, ein promovierter Historiker und Anthropologe, der zur kollektiven Erinnerung auf den Kanaren forscht. Die Organisatoren wollten dabei auch aktuelle politische Entwicklungen im Licht totalitärer Bewegungen des 20. Jahrhunderts diskutieren.
Weniger Eheauflösungen, aber weiter hohe Quote in der Provinz Las Palmas
Die Kanaren verzeichneten 2025 deutlich weniger Eheauflösungen. Laut dem statistischen Dienst des Generalrats der Justiz bearbeiteten die Gerichte 4.617 Fälle, das entsprach einem Minus von 11,8 Prozent gegenüber 2024. Dennoch blieb die Quote mit 205,2 Fällen pro 100.000 Einwohner die zweithöchste in Spanien, nur die Balearen lagen höher. In der Provinz Las Palmas registrierten die Gerichte 2.372 Eheauflösungen und damit mehr als in der Provinz Santa Cruz de Tenerife mit 2.240 Fällen.





