Gran Canaria beschäftigt sich derzeit mit dem gekippten Planungsinstrument der Inselverwaltung, dem Vorstoß für Offshore-Windenergie und dem Start des Nachhaltigkeitsgipfels sowie weiteren Entwicklungen.
TSJC erklärt Revision des Insularplans für nichtig
Das Oberste Gericht der Kanarischen Inseln hat die Überarbeitung des Insularplans von Gran Canaria für nichtig erklärt. Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass die Revision an ein Gesetz angepasst werden sollte, das bei der endgültigen Genehmigung bereits aufgehoben war.
Betroffen war die am 29. Dezember 2022 vom Plenum der Inselverwaltung beschlossene und im Januar 2023 veröffentlichte Revision. Die zweite Kammer der Verwaltungskammer in Las Palmas wies auch die Auslegung zum Übergangsregime zurück und legte den unterlegenen Parteien die Kosten auf. Gegen das Urteil blieb Berufung möglich.
Antonio Morales kündigt Berufung gegen Planungsurteil an
Antonio Morales hat das Urteil zur Insularen Planungsordnung scharf kritisiert und Berufung angekündigt. Der Präsident der Inselverwaltung bezeichnete die Entscheidung als ungerecht und unverhältnismäßig und sah Schäden für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung auf Gran Canaria.
Morales erklärte, das Urteil greife die Planungshoheit der Cabildos an. Er widersprach zudem der Aussage, das Leitliniengesetz sei aufgehoben worden, und verwies auf weiter gültige touristische Leitlinien sowie Regelungen für ländliche Räume. Die Inselregierung wollte den Fall bis vor den Obersten Gerichtshof tragen und prüfte weitere Instanzen.
Wirtschaft und Verwaltung drängen auf Offshore-Wind-Auktion
Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltungen haben einen Brief an die Ministerin für den ökologischen Übergang unterzeichnet. Sie forderten, Gran Canaria in die erste Offshore-Wind-Auktion einzubeziehen und den Start der Technologie in Spanien zu beschleunigen.
Das Treffen am 7. April im Sitz der Inselverwaltung lief in Zusammenarbeit mit dem maritimen Cluster der Kanarischen Inseln. Die Unterzeichner verwiesen auf den genehmigten maritimen Raumordnungsplan und auf Studien, die bei 500 Megawatt schwimmender Offshore-Windkraft Milliardeninvestitionen und tausende Jobs erwarteten. Entscheidend blieb aus ihrer Sicht, die lokale Wertschöpfung einzubinden.
Nachhaltigkeitsgipfel in Meloneras gestartet
Der Global Summit on Sustainable Islands hat auf Gran Canaria begonnen und lief bis Mittwoch, 22. April, im ExpoMeloneras. Antonio Morales begrüßte am Montagmorgen zusammen mit Raúl García Brink, dem Umwelt-, Klima-, Energie- und Wissensrat der Inselverwaltung, Regierungsvertreter und hochrangige Teilnehmer.
Die Inselverwaltung organisierte den Gipfel gemeinsam mit Island Innovation. Die Veranstalter bezeichneten das Treffen als globales Forum, das nachhaltige Entwicklung in Inselgebieten voranbringen sollte.
Mogán kauft umstrittenes Grundstück für sozialen Wohnungsbau
Die Gemeinde Mogán hat ein umstrittenes Grundstück für 1,5 Millionen Euro erworben und dort sozialen Wohnraum angekündigt. Auf dem Gelände war vor 25 Jahren ein geschütztes Haus aus dem 18. Jahrhundert abgerissen worden, nachdem ein Entwickler drei Wohnblöcke errichten wollte.
Der Gemeinderat stoppte damals die Arbeiten und ordnete die Wiederherstellung an, setzte dies aber nicht durch. Nun kaufte die Stadt das Land von Hoteles Nuevo Milenio, das es 2022 übernommen hatte, und die Kanarische Regierung finanzierte den Erwerb vollständig. Juan Manuel Gabella von Nueva Canarias kritisierte fehlende Transparenz und hohe Kosten, während die Gemeinde auf eine externe Bewertung verwies.
Umbau der Straße Fernando Guanarteme in Las Palmas begonnen
Las Palmas de Gran Canaria hat die sechste Phase der Umgestaltung der Straße Fernando Guanarteme begonnen. Der Abschnitt zwischen Viriato und Pizarro umfasste rund 7.000 Quadratmeter, darunter Flächen für Fußgänger, Verkehr sowie Park- und Ladezonen.
Der Stadtrat schrieb das Projekt mit einem Budget von 1.247.708,61 Euro aus, finanziert über den Kooperationsplan der Inselverwaltung. Geplant waren neue Wasser- und Abwassersysteme, Leitungen und LED-Beleuchtung mit Telemanagement sowie barriereärmere Querungen mit akustischen Ampeln. Zudem sollten neue Grünflächen mit Bäumen wie Ficus Alii und Metrosideros Excelsa das Stadtklima verbessern.
Las Palmas regelt Verfahren für Verwundbarkeitszertifikat
Las Palmas de Gran Canaria hat die Schritte für ein Verwundbarkeitszertifikat festgelegt, das Migranten bei der Regularisierung unterstützen sollte. Die Stadt wollte damit Menschen in prekären Situationen helfen, Rechte wahrzunehmen und den Aufenthaltsstatus zu formalisieren.
Antragsteller mussten Identitätsnachweis, Wohnsitznachweis auf den Kanarischen Inseln und weitere Belege einreichen, entweder bei Stellen vor Ort oder online. Nach der Bearbeitung sollten unter anderem Rechtshilfe, Zugang zu Gesundheitsdiensten und soziale Unterstützung möglich sein.
Rayco Pulido erzählt Cholera-Sommer 1851 als Comic
Rayco Pulido hat mit "Saquen sus muertos" eine grafische Erzählung vorgelegt, die von der Cholera-Epidemie 1851 auf Gran Canaria inspiriert war. Das Werk basierte auf dem Roman "Verano de Juan ‚el chino’" und schilderte eine von Tod und Chaos geprägte Inselwelt.
Im Mittelpunkt stand Juan, genannt "El Chino", als anonymer Schiffbrüchiger in einer fast apokalyptischen Umgebung. Pulido setzte auf Schwarz-Weiß und sparsame Texte und verband historische Recherche mit Fiktion, Liebesgeschichte und sozialer Kritik. Historiker verwiesen in diesem Kontext auf damalige Interessenkonflikte rund um den Hafen.





