Die Zahl der Arbeitslosen auf den Kanarischen Inseln hat im Juli um 384 auf 151.088 zugenommen. Nach Angaben der Regionalregierung ist dies ein Anstieg von 0,25 Prozent und damit der zweittiefste Wert seit Januar 2008. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit jedoch um 12.400 Personen, was einem Rückgang von 7,58 Prozent entspricht.
Isabel León, Vizearbeitsministerin der Kanaren, führte den monatlichen Anstieg vor allem auf das Ende des Schuljahres zurück, das vor allem den Bildungssektor betrifft. Sie hob jedoch positive Entwicklungen hervor: Die Jugendarbeitslosigkeit sank im Juli um 321 auf 7.279, was einem Minus von 4,22 Prozent entspricht. Im Jahresvergleich waren es 800 junge Menschen weniger ohne Job, ein Rückgang um 9,90 Prozent und der niedrigste Stand bislang.
Arbeitsmarkt auf den Kanaren: Entwicklung im Juli
Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen verringerte sich im Juli um 321 Personen (-0,47 Prozent) und im Jahresvergleich um 6.174 (-8,30 Prozent). Besonders deutlich war der Rückgang in der Gastronomie, wo 569 Menschen weniger arbeitslos gemeldet waren (-2,49 Prozent). In den Bereichen Bau (-0,75 Prozent), Industrie (-0,81 Prozent), Handel (-0,18 Prozent) und Landwirtschaft (-1,29 Prozent) gab es ebenfalls Rückgänge. Einzig im Bildungssektor stieg die Arbeitslosigkeit, hier kamen 1.544 neue Arbeitslose hinzu.
José Ramón Rodríguez, Generaldirektor für Arbeit, betonte, dass im Juli auf den Kanaren 71.107 Arbeitsverträge geschlossen wurden. Das entspricht einem Zuwachs von 16,14 Prozent gegenüber dem Vormonat, also 9.883 mehr Verträgen.
CEOE: Privatwirtschaft bleibt Motor auf Teneriffa
Die Arbeitgebervereinigung CEOE Teneriffa hob hervor, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli zwar 384 Personen betrug, die Entwicklung im Jahresvergleich aber weiterhin positiv sei. Die Zunahme konzentriere sich auf den Dienstleistungssektor und sei auf das Auslaufen von Lehrerverträgen zurückzuführen.
Im privaten Sektor wurden im Juli mehr als 10.000 Arbeitsverträge abgeschlossen, was die Bedeutung der Privatwirtschaft für den Arbeitsmarkt unterstreicht. Die CEOE wies jedoch auf die weiterhin hohe Befristungsquote von 58,17 Prozent hin und forderte mehr aktive Arbeitsmarktpolitik sowie Maßnahmen für ein wettbewerbsfähigeres und nachhaltigeres Wirtschaftsmodell.
Kammer von Santa Cruz: Strukturprobleme auf dem Arbeitsmarkt
Santiago Sesé, Präsident der Handelskammer von Santa Cruz de Tenerife, erklärte, der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli um 0,3 Prozent sei der erste in einem Juli seit 2022. Dennoch sieht er den Arbeitsmarkt als stabil an. Er warnte vor strukturellen Problemen wie fehlender, an die Wirtschaft angepasster Ausbildung und Schwierigkeiten bei der Besetzung bestimmter Stellen.
Sesé forderte Investitionen in aktive Arbeitsmarktpolitik und Qualifizierungsprogramme. Er betonte die sinkende Arbeitslosigkeit in der Gastronomie und die steigende Zahl der Sozialversicherungspflichtigen, die im Jahresvergleich um 28.596 auf den Kanaren zulegte. Die Kammer rechnet für das zweite Halbjahr mit einer positiven Entwicklung und erwartet Beschäftigungszuwächse, besonders für Jugendliche und Menschen über 45 Jahre durch spezielle Integrationsprogramme.











