La Palma diskutiert neue Jobförderung, Wohnungsbau und Gesundheitsangebote nach dem Vulkanausbruch – ein Überblick über aktuelle Entwicklungen auf der Insel.
La Palma: 650.000 Euro für unbefristete Jobs
Die Inselverwaltung stellt 650.000 Euro als Zuschüsse für unbefristete Einstellungen bereit. Inselpräsident Sergio Rodríguez erklärte, die Mittel sollten die wirtschaftliche Erholung nach dem Vulkanausbruch in stabile Beschäftigung übersetzen und die Wirtschaft breiter aufstellen. Arbeitsministerin Susa Armas verwies auf die anhaltenden Sorgen vieler Familien um ihre Arbeit. Die Förderung richtet sich an Unternehmen und Selbstständige, die Arbeitslose unbefristet einstellen. Pro Vollzeitvertrag sind 5.000 Euro vorgesehen, in bestimmten Fällen bis zu 9.000 Euro. Anträge konnten bis zum 4. September gestellt werden.
Wohnungsbau auf La Palma: Pläne und Verzögerungen
Der Inselrat will zwischen 2026 und 2027 insgesamt 132 Wohnungen schaffen – konkrete Ergebnisse sind bislang begrenzt. Bisher wurde ein Gebäude mit 53 Wohnungen in Los Llanos de Aridane gekauft, finanziert aus 24 Millionen Euro, die im Dezember 2023 bereitstanden. In El Paso gibt es Pläne für 33 Wohnungen auf einem kommunalen Grundstück, die noch nicht ausgeschrieben oder im Bau sind. Auch der Kauf von 16 weiteren Wohnungen in El Paso ist noch nicht abgeschlossen.
Cruz Roja stärkt Gesundheits- und Beratungsangebote auf La Palmas Westseite
Cruz Roja hat die Projekte "Ser Saludables" und "Cruz Roja Te Escucha" auf der Westseite von La Palma ausgebaut. Projektleiter Alfredo Rodríguez erklärte, die Initiativen seien nach dem Vulkanausbruch entstanden und sollten Prävention sowie psychologische Unterstützung in der Erholungsphase stärken. Seit dem Start 2021 profitierten laut Cruz Roja rund 600 Menschen. In diesem Jahr betreute die Organisation 124 Personen – darunter 80 in Angeboten zu Ernährung, Bewegung und Schlafhygiene sowie 65 im Bereich psychischer Gesundheit. Insgesamt gab es rund 300 Interventionen, auch in Gruppenformaten.
Kanaren erhöhen Tagegelder für Patienten bei Behandlungen auf anderen Inseln
Die Gesundheitsbehörde der Kanarischen Inseln hat die Tagegelder für Unterkunft und Verpflegung für Patienten und Begleitpersonen angehoben. Die Anpassung trat am Mittwoch, dem 15. Juli, nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft und war in den regionalen Haushalten für 2026 verankert. Die Gesamtpauschale stieg um 41,18 Prozent von 103,37 Euro auf 145,94 Euro pro Person und Tag. Die Unterkunftspauschale erhöhte sich von 65,97 Euro auf 106,94 Euro, die Verpflegungspauschale von 37,40 Euro auf 39 Euro. Bei Langzeitaufenthalten gilt ab dem dritten Monat eine Obergrenze von 1.900 Euro pro Monat.
Drago La Palma fordert Konsequenzen nach Urteil zum Personalmangel im Sozialamt
Sara Hernández hat nach einem Urteil zum Personalmangel im Instituto Nacional de la Seguridad Social Konsequenzen gefordert. Die Sprecherin von Drago La Palma traf sich dazu mit Iria Campelo, einer Mitarbeiterin der Behörde in Santa Cruz de La Palma. Der Oberste Gerichtshof der Kanarischen Inseln hatte die Institution wegen stressbedingter Belastung durch Personalmangel verurteilt und Campelo eine Entschädigung zugesprochen. Hernández fragte, ob Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen würden, und verlangte mehr Investitionen in öffentliche Dienste. Sie betonte, auch die Bevölkerung leide unter der Situation.
Rettungsschwimmer retten Mann an der Playa de Puerto Naos
Rettungskräfte haben einen Mann mit Anzeichen von Ertrinkung mittleren Grades aus dem Wasser geholt. Das Zentrum für Notfall- und Sicherheitskoordination 112 der Kanaren meldete, der Vorfall habe sich am frühen Montagnachmittag an der Playa de Puerto Naos in Los Llanos de Aridane ereignet. Rettungsschwimmer bargen den Betroffenen, danach trafen Sanitäter des Kanarischen Rettungsdienstes Servicio de Urgencias Canario ein. Sie brachten den Mann mit einem Rettungswagen ins Allgemeine Krankenhaus von La Palma. Guardia Civil und örtliche Polizei unterstützten den Einsatz und leiteten Ermittlungen ein.
Santa Cruz de La Palma: Repair-Café für Textilien auf der Plaza de España
Die Stadtverwaltung von Santa Cruz de La Palma hat den Workshop "Repair Café Textil" veranstaltet. Stadträtin Omaira Pérez erklärte, das Angebot habe Kreislaufwirtschaft gefördert und Alternativen zur Wegwerfgesellschaft gestärkt. Die Veranstaltung lief am Freitag, dem 17. Juli, von 17.00 bis 20.00 Uhr auf der Plaza de España und wurde von Agroecológica S. Coop. Can geleitet, einer Genossenschaft für nachhaltige Entwicklungsprojekte auf den Kanaren. Nach Kleidertausch und Vortrag folgten Praxisblöcke zu Nähen, Webtechniken und Upcycling. Die Teilnahme war kostenlos, für Workshops war eine Anmeldung erforderlich.
Tazacorte feiert Orgullo Chiquito LGTBIQ+ mit Demonstration und Konzerten
Tazacorte hat das Orgullo Chiquito LGTBIQ+ mit Demonstration und Konzerten begangen. Organisiert wurde das Programm von Violetas LGTBIQ+ La Palma zusammen mit der Inselverwaltung, Fogalera und dem Ayuntamiento de Tazacorte. Am 25. Juli führte eine Demonstration von der Plaza del Morro bis zum Balcón de Ana Dora, danach folgten Auftritte entlang der Avenida de la Constitución. MelÖmana stand an der Spitze des Line-ups, begleitet von Christian Delgado sowie DJs wie La Mirris und DMC Selectora. Besay Viña von Violetas betonte die Notwendigkeit sichtbarer, sicherer Räume, während Miriam Perestelo von der Inselverwaltung die Unterstützung hervorhob.
Villa de Mazo: Fortgeschrittenenkurs zur Puppenherstellung im Handwerksraum
Der Stadtrat von Villa de Mazo hat sein Handwerksprogramm um einen Fortgeschrittenenkurs zur Puppenherstellung erweitert. Bürgermeister Idafe Hernández sagte, die Ausbildung solle nicht bei Einsteigerangeboten enden, sondern auch erfahrenen Teilnehmern Entwicklung ermöglichen. Der Kurs lief mittwochs am 15., 22. und 29. Juli von 16.00 bis 19.00 Uhr im Handwerksraum des städtischen Marktes und stand unter Leitung von Maira Riverol. Stadträtin Concepción Triana nannte das Angebot einen Beitrag zur Stärkung eines kulturell wertvollen Sektors. Die Teilnahme war kostenlos, die Platzzahl begrenzt.
Studie: Handynutzung belastet Schüler auf den Kanaren emotional stark
Ein neuer Bericht bringt emotionale Beschwerden bei Schülern auf den Kanarischen Inseln mit Handynutzung in Verbindung. Vorgestellt wurde "Infancia, adolescencia y bienestar digital" am Dienstag von der Kanaren-Regierung, UNICEF, dem Observatorio Nacional de Tecnología y Sociedad de Red.es und der Universität Santiago de Compostela. Die Auswertung beruht auf einer Umfrage unter 1.460 Schülern im Alter von zehn bis 20 Jahren aus 17 Bildungseinrichtungen. Mehr als 70 Prozent der Fünft- und Sechstklässler besaßen bereits ein Handy, ein Fünftel zeigte Angst oder depressive Symptome. Hauptforscher Antonio Rial nannte zudem ein Suizidrisiko von 11,2 Prozent – bei Mädchen lag es mit 16,6 Prozent deutlich höher als bei Jungen.
Agrocanarias 2026: La Palma kürt den besten Käse der Kanarischen Inseln
Der Wettbewerb Agrocanarias hat den besten Käse der Kanarischen Inseln 2026 ausgezeichnet. Das Instituto Canario de Calidad Agroalimentaria, kurz ICCA, organisierte die Blindverkostung am 24. und 25. Juni auf La Palma. Sieger wurde "La Gloria", ein halbgereifter Ziegenkäse aus Rohmilch mit Gofio von José Miguel Ortega Suárez aus Gran Canaria. Landwirtschaftsminister Narvay Quintero und ICCA-Direktor Luis Arráez Guadalupe gaben das Ergebnis am Dienstag, dem 14. Juli, bekannt. Von 264 Einsendungen aus 85 Käsereien gingen 16 Auszeichnungen nach La Palma, Gran Canaria erhielt 22.
Kanaren planen Entwicklungsfonds FDCAN mit 2,6 Milliarden Euro bis 2036
Die Kanaren-Regierung hat den Entwurf für den neuen Fondo Canario de Desarrollo, kurz FDCAN, vorangetrieben. Fernando Clavijo, Präsident der Kanarischen Inseln, sagte nach einem Treffen mit dem Exekutivausschuss der Federación Canaria de Municipios, kurz FECAM, ein Plan für 2026 bis 2036 sehe Investitionen von mehr als 2.600 Millionen Euro vor. Clavijo betonte die Rolle der 88 Gemeinden bei Leitlinien und Projekten. FECAM-Präsidentin Mari Brito nannte den Fonds wichtig für territoriale, wirtschaftliche und soziale Kohäsion. Ein Regierungsbericht bezifferte für 2016 bis 2026 Investitionen von 2.619 Millionen Euro, einen wirtschaftlichen Effekt von 4.504 Millionen Euro sowie 47.278 Arbeitsplätze.







