Lanzarote spricht über den Streit um Zonen für erneuerbare Energien, die Finanzierung des kostenlosen Nahverkehrs und ein Industrieprojekt in Playa Honda sowie weitere Entwicklungen. Was die Insel aktuell beschäftigt.
PSOE bremst ZAR-Pläne auf Lanzarote und kritisiert Cabildo-Kurs
Die PSOE auf Lanzarote hat eine Gesetzesinitiative gegen die geplante Zone für erneuerbare Energien angekündigt. Generalsekretärin María Dolores Corujo und Abgeordneter Marcos Bergaz erklärten, das Vorhaben solle bis zu einem Konsens mit Gemeinden und Inselverwaltung gestoppt werden. Sie kritisierten den Konflikt zwischen Cabildo und kanarischer Regierung nach einem Protokoll von Juli 2025.
Corujo warf Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort von der Coalición Canaria vor, eine Fläche von mehr als 3.100 Hektar mitgetragen zu haben, von der er sich später distanzierte. Bergaz sagte, ohne gemeinsame Linie der beteiligten Verwaltungen drohe das Modell zu scheitern, obwohl die Kanaren erneuerbare Energien brauchten.
Kanarische Regierung plant Ausbau erneuerbarer Energien mit ZAR
Die kanarische Regierung hat den Dialog mit den Inselverwaltungen zur Planung erneuerbarer Energien vorangetrieben. Julieta Schallenberg, Vizeberaterin für ökologische Transition und Energie, sagte, die Zonen sollten Wind- und Solarprojekte erleichtern und zugleich Natur, Biodiversität und landwirtschaftliche Flächen schützen. Früher habe es an Planungsinstrumenten gefehlt.
Schallenberg erklärte, die Abgrenzung beruhe auf technischer Analyse und schließe Schutzgebiete aus. Die Regierung verwies darauf, dass Artikel 6 bis des Elektrizitätsgesetzes nicht freiwillig genutzt werde, um Projekte außerhalb geplanter Gebiete zu genehmigen. Der Anteil erneuerbarer Energien liege auf den Kanaren bei 21 Prozent, auf dem Festland bei 57 Prozent.
Cabildo trägt fast 80 Prozent der ÖPNV-Ermäßigungen auf Lanzarote
Das Cabildo von Lanzarote hat fast 80 Prozent der Ermäßigungen im öffentlichen Nahverkehr übernommen. Die Inselverwaltung teilte mit, sie bearbeite derzeit Abrechnungen der im Jahr 2025 gewährten Rabatte in Höhe von 8,1 Millionen Euro. Die Summe decke nicht das gesamte Jahr ab, weil bereits mehr als eine Million Euro zuvor gezahlt worden sei.
Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort erklärte, der kostenlose Nahverkehr auf Lanzarote und La Graciosa bleibe gesichert. Mobilitätsbeauftragter Miguel Ángel Jiménez verwies auf stark gestiegene Nutzerzahlen. 2025 habe der ÖPNV mehr als 8,2 Millionen Fahrten verzeichnet, die Zahl der Fahrer sei seit 2023 um mehr als 30 Prozent gestiegen, zudem seien mehr als 30 neue Busse in Betrieb gegangen.
San Bartolomé schreibt fünf Grundstücke für Industrieprojekt in Playa Honda aus
Der Stadtrat von San Bartolomé hat den gemeinsamen Verkauf von fünf kommunalen Grundstücken in der Industriezone von Playa Honda ausgeschrieben. Der Preis lag bei mehr als 2,2 Millionen Euro, das Verfahren lief als Wettbewerb und nicht als Auktion. Bürgermeister Isidro Pérez sagte, die Gemeinde wolle das Land gezielt einem Projekt mit sozialem und arbeitsmarktpolitischem Effekt zur Verfügung stellen.
Stadtentwicklungsrätin Marlene Romero erklärte, die Ausschreibung verlange rund 150 direkte Arbeitsplätze, davon mindestens 75 Prozent für Menschen mit Behinderungen, sowie eine Mindestinvestition von 8 Millionen Euro. Die Flächen umfassten zusammen 4.991 Quadratmeter. Angebote konnten bis zum 13. April 2026 über die Vergabeplattform eingereicht werden.
Studie weist multiresistente Bakterien in recyceltem Abwasser auf Lanzarote nach
Ein Forscherteam mit Beteiligung der Universität La Laguna hat multiresistente Bakterien in regeneriertem Abwasser auf den Kanarischen Inseln gemeldet, das in der Landwirtschaft zur Bewässerung genutzt wird. Die Untersuchung umfasste auch Lanzarote. Die Wissenschaftler isolierten 69 Bakterien, von denen 78 Prozent gegen mindestens drei Antibiotikaklassen resistent waren.
Obwohl Escherichia coli den europäischen Standards entsprochen habe, fanden die Forscher andere Enterobacteriaceae sowie opportunistische Erreger wie Vibrio cholerae und Aeromonas veronii. In der Fachzeitschrift Microbiology Research forderten sie zusätzliche Überwachungsparameter, weil E. coli Umweltpathogene nicht abdecke. Die WHO stuft Resistenzen als globale Gesundheitsbedrohung ein.
Arrecife startet Konzertreihe und ehrt vier Musikpersönlichkeiten
Cultura Arrecife hat gemeinsam mit der Asociación Orquesta Clásica de Lanzarote und der Inselverwaltung den X Ciclo Conciertos Clásicos gestartet. Die Reihe ehrte Piedad del Río, Alfonso Duro, Pepe Artiles und Juan Arrocha. Abigail González sagte, das Ayuntamiento von Arrecife fördere damit klassische Musik und würdige zugleich vier Vorbilder der Insel.
OCL-Manager Roberto Fuentes erklärte, die Vereinsleitung habe damit eine langjährige Verpflichtung einlösen wollen. Die vier Konzerte fanden im März in der Casa de la Cultura Agustín de la Hoz jeweils um 20 Uhr statt. Das Auftaktkonzert am Dienstag würdigte Piedad del Río, die mehr als zwei Jahrzehnte die Coral Polifónica San Ginés geleitet hatte.
Rettungskräfte versorgen verletzte Wanderin an der Caldera Blanca
Rettungskräfte haben eine 60-jährige Wanderin nach einem Sturz am Aufstiegspfad des Vulkans Caldera Blanca gerettet. Das Zentrum für Notfallkoordination und Sicherheit Cecoes 1-1-2 teilte mit, der Notruf sei am Sonntag gegen 15.07 Uhr eingegangen. Daraufhin habe die Leitstelle die erforderlichen Einsatzkräfte aktiviert.
Feuerwehrleute brachten die Frau zu einem bereitstehenden Krankenwagen des Kanarischen Rettungsdienstes. Das medizinische Team behandelte ein moderates Trauma an der unteren Extremität. Anschließend transportierten die Helfer die Verletzte ins Krankenhaus Doctor José Molina Orosa.
Cabildo bringt Verbraucherschutzberatung in Arrecife auf die Straße
Die Verbraucherberatungsstelle des Cabildo von Lanzarote hat ihre Präsenz im öffentlichen Raum ausgebaut. Das Team beriet am Montag in La Plazuela in Arrecife zwischen 10 und 13 Uhr Bürger, anlässlich des Weltverbrauchertags am 15. März. Verbraucherschutzbeauftragter Armando Santana sagte, die Aktion solle den Zugang zu Informationen über Rechte bei Käufen und Dienstleistungen erleichtern.
Die Inselverwaltung berichtete, die Beratungsstelle habe 2025 mehr als 1.700 Personen persönlich betreut und 988 Beschwerden bearbeitet. Die Anlaufstelle sei ganzjährig ohne Termin von Montag bis Freitag zwischen 9 und 13.30 Uhr geöffnet. Beschwerden könnten auch telefonisch, per E-Mail oder über die elektronische Plattform eingereicht werden.





