Teneriffa spricht über den Ausbau der TF-5, den verstärkten Schutz im Teide-Nationalpark und die Forderung nach längeren EU-Fonds-Fristen sowie weitere Entwicklungen. Was die Insel aktuell beschäftigt.
TF-5 auf Teneriffa: Dritter Fahrstreifen Richtung Flughafen Nord geplant
Fernando Clavijo hat den Ausbau der TF-5 mit einem dritten Fahrstreifen vorgestellt. Das Projekt soll die Kapazität und Sicherheit zwischen Guamasa und dem Flughafen Nord erhöhen und einen direkten Zugang zum Airport schaffen.
Clavijo sagte, die Maßnahme reagiere auf eine zentrale Forderung der Bevölkerung und gehöre zu einem Mobilitätsplan. Rosa Dávila, Präsidentin der Inselverwaltung, verwies auf mehr als 110.000 Fahrzeuge täglich und häufige Staus. Das Budget liegt bei 66,4 Millionen Euro, die Bauzeit bei 35 Monaten – ohne den Verkehr zu beeinträchtigen.
Teide-Nationalpark: Inselverwaltung verstärkt Schutz mit mehr Personal
Rosa Dávila hat den Schutz des Teide-Nationalparks mit deutlich mehr Personal verstärkt. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Umweltagenten von zwei auf 14, insgesamt arbeiten 50 in den Naturräumen der Insel.
Dávila erklärte im Plenum, der Teide sei jahrelang nicht ausreichend geschützt worden und brauche Kontrolle rund um die Uhr. Neben Umweltagenten unterstützen die kanarische Polizei, die örtliche Polizei von La Orotava und SEPRONA, die Umwelteinheit der Guardia Civil. Geplant sind Zugangskontrollen, nächtliche Überwachung sowie Reservierungssysteme und Besucherbegrenzungen.
Next Generation EU: Teneriffa fordert Fristverlängerung bis Ende 2028
Das Plenum der Inselverwaltung hat eine Verlängerung der Next Generation EU-Fristen verlangt. Die Mittel für Dekarbonisierung und Energiewende sollen nach dem Beschluss bis zum 31. Dezember 2028 verfügbar bleiben.
Die Resolution erklärt, der Stichtag im Juni 2026 sei wegen der Projektkomplexität zu knapp. Ohne Verlängerung könnten den Kanarischen Inseln mehr als 200 Millionen Euro verloren gehen, was die Verwaltung mit der Insellage als ultraperiphere Region begründet. Betroffen sind auch Vorhaben, die erneuerbare Energien in Wasserinfrastrukturen integrieren sollen.
Garachico: TF-42 nach Erdrutsch wieder freigegeben
Die Inselverwaltung hat die TF-42 in Garachico nach einem Erdrutsch wieder geöffnet. Heftige Regenfälle der Sturmböe Therese hatten einen Mauerabbruch ausgelöst und Steine auf die Straße gebracht.
Straßenarbeiter sicherten seit dem Morgen den Hang und entfernten loses Gestein. Straßenrat Dámaso Arteaga dankte Bürgermeister José Heriberto González Rodríguez sowie Rathauspersonal und Ortspolizei für die Unterstützung. Auch die Verkehrspolizei der Guardia Civil habe geholfen, die Beeinträchtigung zu bewältigen – danach sei die Normalität auf der Strecke wiederhergestellt gewesen.
Luftverkehr: airBaltic kündigt neue Verbindung Groningen–Teneriffa Süd an
airBaltic hat eine neue Flugroute von Groningen nach Teneriffa Süd angekündigt. Ab dem 29. Oktober 2026 soll die lettische Fluggesellschaft die Strecke einmal wöchentlich bedienen und zudem eine saisonale Basis am Flughafen Teneriffa Süd einrichten.
Lope Afonso, Vizepräsident und Tourismusrat der Inselverwaltung, sagte, die Verbindung stärke die Anbindung an den niederländischen Markt. Dimple Melwani, CEO von Turismo de Tenerife, erklärte, die Route bestehe seit 1999 und sei zuletzt 2019 bedient worden. airBaltic kündigte für den Winter 2026/2027 weitere Verbindungen aus Europa an und will dafür einen Airbus A220-300 stationieren.
La Laguna: Casa Borges-Estévanez wird Literaturmuseum
Die Inselverwaltung hat die Umwandlung der Casa Borges-Estévanez in ein Literaturmuseum beschlossen. Das Kulturreferat plant ein Literaturhaus und ein Zentrum für literarische Schöpfung, ergänzt durch Ausstellungen, Workshops und Konferenzen.
Ein strategischer Plan soll Organisation und Betrieb regeln, zudem ist ein ständiger Ausstellungsraum zur Geschichte des Hauses vorgesehen. Das Gebäude in La Laguna entstand 1733 bis 1735, umfasst 500 Quadratmeter Baufläche und 12.000 Quadratmeter Land. Die Verwaltung kaufte es 2007, restaurierte es und plant eine Renovierung mit 1.216.390 Euro, unterstützt von mehr als 200 Kulturschaffenden.
Soziales: April zum Monat des Parkinson erklärt
Die Inselverwaltung hat April als Monat des Parkinson auf Teneriffa ausgerufen. Der Beschluss würdigt das 25-jährige Bestehen der Asociación Párkinson Tenerife und soll Sensibilisierung sowie kontinuierliche Unterstützungsprogramme stärken.
Das Plenum erklärt, Betroffene, Familien und Betreuer bräuchten mehr Begleitung, darunter Schulungen, psychologische Betreuung und Entlastungsangebote in Zusammenarbeit mit den sozialen Diensten. Zudem verpflichtet sich die Verwaltung zu einer Bewertung der insularen Ressourcen für neurodegenerative Erkrankungen und fordert die Regierung der Kanaren auf, epidemiologische Daten zu Parkinson zu aktualisieren.
ITER auf Teneriffa: Neuer Tarifvertrag nach 20 Jahren
Das Instituto Tecnológico y de Energías Renovables hat seinen Tarifvertrag nach zwanzig Jahren erneuert. Vertreter der Inselverwaltung und des ITER unterzeichneten das Abkommen am 27. März im Salón Noble der Inselverwaltung.
Der Vertrag aktualisiert Regelungen aus dem Jahr 2001, passt Vergütungen an den öffentlichen Sektor an und führt ein neues Organisationsmodell ein. Juan José Martínez sagte, das stärke die strategische Rolle des ITER und helfe, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Daniel Molina Pérez vom Betriebsrat erklärte, das Abkommen erkenne langjährige Rechte an und verbessere interne Gerechtigkeit.
Kunst auf Teneriffa: TEA eröffnet vier neue Ausstellungen
Das TEA Tenerife Espacio de las Artes hat vier neue Ausstellungen eröffnet. Gezeigt werden Cándido Camacho. Ritos del deseo, Para que podamos vivir. La Laguna, 1968-1983, Óscar Domínguez. Cartas a Marcelle Ferry und Jugueteando.
Zur Eröffnung kamen José Carlos Acha, Kultur- und Museumsrat der Inselverwaltung, sowie TEA-Direktor Sergio Rubira und die Kuratoren. Das Museum erklärt, die Schauen reichten von der Wiederentdeckung kanarischer Kunstpositionen bis zur Zusammenarbeit der Bildungsabteilung mit zeitgenössischen Künstlern. Der Eintritt bleibt frei, geöffnet ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 20 Uhr.
Stunde der Erde: Museos de Tenerife schaltet Lichter aus
Museos de Tenerife hat sich an der Stunde der Erde beteiligt und Beleuchtung abgeschaltet. Der MUNA und das Museo de la Ciencia y el Cosmos blieben zwischen 20.30 und 21.30 Uhr dunkel, um ein Zeichen für Klimaschutz zu setzen.
José Carlos Acha, Kulturbeauftragter der Inselverwaltung, sagte, die Aktion mache das Engagement öffentlicher Institutionen für Nachhaltigkeit sichtbar. Auch andere Einrichtungen der Verwaltung schalteten Lichter an Gebäuden und öffentlichen Plätzen aus. Acha rief die Gemeinden auf, sich ebenfalls zu beteiligen und konkrete Maßnahmen gegen den Klimawandel zu fördern.






